Mittwoch, 26. Dezember 2012

Schweizer Parapsychologie-Pionier Alex Schneider verstorben


Alex Schneider mit seiner Frau Christina 2005.
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Basel (Schweiz) - Bereits am 10. Oktober 2012 ist Alex Schneider, langjähriger Präsident der Basler Psi-Tage, der "Schweizer Parapsychologische Gesellschaft" (SPG) und des Schweizer Verbandes für natürliches Heilen (SVNH) im Alter von 85 Jahren in Feldkirch plötzlich gestorben.

- Beim folgenden Beitrag handelt es sich um einen Nachruf auf Alex Schneider durch Lucius Werthmüller

Nach einem Studium an der ETH Zürich war Prof. Dipl.-Ing. Alex Schneider, geboren 1927, mehrere Jahre in der Industrie tätig. Danach unterrichtete er 31 Jahre lang Physik an der Kantonsschule St. Gallen. Schon früh hatten ihn "die geheimnisvollen Seiten der Natur seltsam angesprochen". Angeregt durch die Autobiografie von Paramahansa Yogananda (1953) vertiefte er sich daraufhin in die unterschiedlichsten Grenzgebiete der Forschung. Die Begegnung mit dem Tonbandstimmenforscher Konstantin Raudive (1967) veranlasste ihn, Parapsychologie systematisch zu studieren und zu erforschen.

Seit den siebziger Jahren führte er regelmäßig Kurse und Vorlesungen über Parapsychologie an Gymnasien, Universitäten und Volkshochschulen durch – im Bestreben, "die breite Öffentlichkeit mit einer bisher zu wenig beachteten Seite der Wirklichkeit bekannt zu machen". Denn für ihn war «die Existenz des Paranormalen eine Herausforderung an unser Alltagsdenken und die Wissenschaften. Man muss sich mit diesen unbequemen Phänomenen, an denen sich unsere Weltsicht als schief und eng erweist, energisch und interdisziplinär breit auseinandersetzen – mit der von den etablierten Wissenschaften gelernten Sorgfalt. Ihre Integration wird mehr Probleme mit sich bringen, als man heute, angesichts des großen Publikumserfolgs der Parapsychologie, denken möchte. Sie ist jedoch eine dringlich anzustrebende, wesentliche Ergänzung unseres Weltbildes."

Alex Schneider war Mitbegründer und 24 Jahre Präsident der "Basler Psi-Tage", viele Jahre Präsident der Schweizer Parapsychologischen Gesellschaft (SPG) und Präsident des Schweizerischen Verbands für Natürliche Heilweisen (SVNH). Als Forscher, Versuchsperson und Patient hat er Hunderte von Geistheilern aus aller Welt persönlich kennengelernt und unvoreingenommen studiert, darunter auch die philippinischen "Psychochirurgen". Alex Schneider war der wohl einflussreichste Parapsychologe der Schweiz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er hat in den letzten Jahrzehnten viele Fäden zu Fachleuten in aller Welt gesponnen - besonders in Osteuropa war er hervorragend vernetzt - von diesen profitieren wir bis heute.

Ich selbst habe Alex vor 25 Jahren kennen gelernt. Ich bin damals als Neuling im Gebiet der Parapsychologie dem würdevollen Physikprofessor mit viel Respekt begegnet und war beeindruckt von seinem umfassenden Wissen. Dieses teilte er bereitwillig, vermittelte mir interessante Kontakte und ebnete mir die Wege. Im persönlichen Kontakt lernte ich schnell die humorvollen Seiten seiner Persönlichkeit kennen, was meinen Respekt für ihn weiter verstärkt hat. Alex liebte das Wandern und Bergsteigen, er war lebenslang Mitglied des Schweizerischen Alpen Clubs (SAC) und genoss es, seine Zeit in einem kleinen Haus oberhalb des appenzellischen Gais zu verbringen. Dort lernte ich den naturverbundenen Alex kennen, der gerne im Garten arbeitete, Holz spaltete und sehr einfach lebte - ohne Ansprüche an Komfort.

Als sich das Team der Basler Psi-Tage zum ersten Mal für eine zweitägige Sitzung in Gais traf, zeigte er mir die legendäre, unstabile Scheiterbeige, die ihre Entstehung einem unerfreulichen Vorfall mit einem brasilianischen Trancechirurgen "verdankt". Wir hatten damals mit dem betreffenden Heiler die Konditionen und alle Modalitäten vereinbart, hatten etwa 30 Patientinnen und Patienten geladen, alles war vorbereitet. Er kam sogar fast pünktlich, forderte jedoch unmittelbar vor Beginn der Behandlungen ultimativ das Doppelte des vereinbarten Honorars. In meiner Ratlosigkeit rief ich Alex an, der wenige Tage zuvor eine Veranstaltung mit ihm durchgeführt hatte und auch Schwierigkeiten gehabt hatte. Er war in Gais am Holzen und enervierte sich fürchterlich - so sehr, dass die Holzbeige, die er aufschichtete, ganz schräg und unstabil wurde. Die folgenden Jahre wurde er jedes Mal an diesen Vorfall erinnert, wenn er an seinem Holzvorrat vorbeiging und bei jedem meiner Besuche an seinem Rückzugsort wärmten wir die Geschichte wieder auf. Sein Charakter war äußerst liebenswert und liebenswürdig. Er war immer auf Ausgleich bedacht, Harmonie war ihm wichtig, wie ich in unserer Zusammenarbeit im Psi-Tage-Team erleben durfte. Es war ihm unangenehm, Menschen zu enttäuschen oder ihnen eine Absage zu erteilen. So hat er mehrfach Referenten, die um seine Schwäche wussten, zugesagt, dass sie an den Basler Psi-Tagen teilnehmen könnten und sie angewiesen, sich an mich zu wenden. Nur um mich anzurufen, sich bei mir zu entschuldigen und mich zu bitten, ihnen doch abzusagen.

Im Lauf der Jahre habe ich eine Vielzahl ehemaliger Schüler von Alex getroffen, die Jahrzehnte nach ihrer Schulzeit noch in Kontakt mit ihm standen und nur Gutes über ihn zu sagen wussten. Darunter waren einige, die sich - angeregt durch Alex - intensiv mit parapsychologischen und spirituellen Themen befassten und betonten, dass er ihre Leben bereichert habe und ihnen als Mensch ein Vorbild gewesen sei.

Seine Familie, Verwandte und Freunde haben am Freitag, 19. Oktober, in St. Gallen in einer stimmungsvollen Gedenkfeier Abschied von ihm genommen. Dabei haben seine fünf leiblichen Kinder, seine Frau Christina und ihre beiden Töchter, Matthias Güldenstein und andere Freunde und Weggefährten Erinnerungen an diesen außergewöhnlichen Menschen aufleben lassen.

Im Juni 2011 hat er beim BPV zum letzten Mal einen Vortrag gehalten. Im Geiste ist Alex jung geblieben und hat sich die Offenheit für Neues bewahren können, genauso wie seine Liebe zur Natur. Was bleibt, sind Dankbarkeit und viele schöne Erinnerungen.


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