Mittwoch, 26. Dezember 2012

Tonmineralien auf dem Mars weit verbreiteter als bislang gedacht


Künstlerische Darstellung des NASA-Mars-Rovers "Opportunity" (Illu.).
| Copyright: NASA 

Atlanta (USA) - Eine neue Analyse der Daten des NASA-Mars-Orbiters "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) belegt, dass Tonerdemineralien deutlich größere Flächen des Roten Planeten bedecken als bislang angenommen. Solche Mineralien entstehen zumindest auf der Erde nahezu ausschließlich unter Anwesenheit von über längere Zeiträume vorhandenem flüssigem Wasser.

Tatsächlich, so berichtete das Team um Eldar Noe Dobrea vom Planetary Science Institute und Professor James Wray von der Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) aktuell im Fachmagazin "Geophysical Research Letters", befinden sich auch im Boden des Eagle-Kraters, der bereits 2004 vom NASA-Marsrover "Opportunity" untersucht wurde, die eindeutigen Hinweise auf einstiges Wasser, die jedoch von der mobilen Laboreinheit nicht erkannt wurden.

Zu ihren Schlussfolgerungen kommen die Forscher anhand einer neuen Auswertung der spektroskopischen Analysen des MRO. Demnach finden sich die Tonmineralien auch in Merdiani-Ebenen, die der Rover vor Ankunft an seiner derzeitigen Position durchquerte – auch hier ohne, dass die Minerale von Opportunity erkannt wurden.


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"Es ist nicht verwunderlich, dass Opportunity die Tonerden nicht gefunden hat, obwohl er die Gegenden erforschte", so Wary. "Bis der Rover selbst auf dem Mars ankam, wussten wir schließlich noch nicht einmal, dass es auf dem Mars überhaupt Tonerdemineralien gibt. Aus diesem Grund wurde Opportunity auch nicht mit den gleichen Werkzeugen ausgerüstet, die sich nun also ausgesprochen effektiv erweisen, wenn es darum geht, diese Materialien aus dem Orbit heraus zu finden."

Im Vergleich mit den starken Signalen für die Existenz der Tonerden in der Nähe des Endeavour-Kraters seien jene vom Eagle-Krater sehr schwach. Dennoch gehen die Forscher davon aus, dass es einst auch hier sehr viel größere Mengen der Mineralien gab, bevor diese jedoch - etwa durch die einstige vulkanische Aktivität - eliminiert wurden.

"Allerdings ist der Nachweis von Tonerden in geologisch jüngerem Terrain als die Sulfate durchaus überraschend", kommentiert Dobrea. Derzeitige Theorien zur Geologie des Mars gehen nämlich davon aus, dass Tonerdemineralien ein Produkt der Interaktion von flüssigem Wasser mit dem Boden zu Zeiten war, als die Gewässer des Mars noch stärker alkalisch waren. Als dann das Wasser durch die Mars-Vulkane zusehends saurer wurde, entstanden durch besagtes Zwischenspiel hauptsächlich Sulfate. "Die neuen Entdeckungen erfordern ein Überdenken der bisherigen Hypothese zur Geschichte des Wassers auf dem Mars."



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Obwohl Opportunity derzeit eine Gegend erreicht hat, von der die Wissenschaftler ausgehen, dass sie reich an Tonmineral-Ablagerungen ist, stünden die Chancen, dass diese von der Laboreinheit auch direkt und vor Ort nachgewiesen werden können, schlecht. Der Grund: Ursprünglich war Opportunity nur für eine Dienstzeit von wenigen Monaten ausgerichtet, versieht seinen im wahrsten Sinne des Wortes anspruchsvollen Dienst nun jedoch schon seit sage und schreibe neun Jahren. Allerdings sind die beiden einzigen mineralogischen Instrumente nicht mehr funktionsfähig. Aus diesem Grund sind der Rover und damit auch die seine Daten auswertenden Forscher nunmehr lediglich auf die Aufnahmen des Gesteins mit der Panorama-Kamera des Rovers angewiesen. Später können dann entsprechend interessante Gebiete mit einem MRO-Spektrometer aus dem Orbit analysiert werden, um so die Zusammensetzung und damit die Entstehungsgeschichte des Gesteins analysieren zu können.

Im Gegensatz zu Opportunity ist sein Nachfolger, der Rover "Curiosity" der derzeitig aktuellen Mars-Mission "Mars Science Laboratory" (MSL) gezielt auf den Nachweis von Tonmineralien ausgerichtet. Auch Wray ist Teil des Wissenschaftlerteams der MSL-Mission.

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