https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Donnerstag, 5. Januar 2012

Wettervorhersagemodell erklärt Flüsse, Seen und Stürme auf Saturnmond Titan

Satellitenaufnahme einer nördlichen Seenlandschaft, bestehend aus Seen aus flüssigem Methan, auf dem Saturnmond Titan. | Copyright. Caltech/JPL/NASA

Pasadena/ USA - Während seit Jahrzehnten Wissenschaftler das Wetter auf der Erde mit komplexen Computermodellen berechnen und vorhersagen, haben Astrophysiker ähnliche Modelle nun erstmals auf den Saturnmond Titan angewendet und sind so ebenfalls erstmals in der Lage, die erdähnlichen Merkmale des Saturnmondes wie Seen und Flüsse aus flüssigem Methan und Ethan, sowie den entsprechenden Flüssigkeitskreislauf und das Wetter auf Titan zu erklären.

Wie die Forscher um Professor Frank J. Gilloon vom California Institute of Technology (Caltech) in der Januarausgabe des Fachmagazins "Nature" berichten, erklären die Modelle sogar drei der bislang merkwürdigsten Merkmale auf Titan:

Zum einen die auffällige Ansammlung von Methanseen rund um die Pole des größten Saturntrabanten, sowie den Umstand, dass es in der nördlichen Hemisphäre mehr Seen gibt als auf der Südhalbkugel.

Zum zweiten sind die Breitengrade in der Nähe des Titan-Äquator zwar trocken und weisen keine Spuren von Seen oder regelmäßigen Niederschlägen auf, dennoch entdeckte die Huygens-Sonde bei ihrer Landung auf Titan 2005, hier Kanäle, die von Flüssigkeiten, wahrscheinlich ablaufendem Titan-Regen gegraben wurden. Zudem entdeckten Wissenschaftler dann auch 2009 deutliche Anzeichen dafür, dass gewaltige Stürme Regen in die vermeintlich trockene Region transportieren.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Zum dritten beobachteten die Forscher, dass sich Wolken während der Sommermonate der südlichen Hemisphäre vornehmlich rund um die mittleren und höheren Breiten der Südhalbkugel ansammeln.

Bislang hatten sich schon verschiedene Wissenschaftler an Erklärungstheorien der beobachteten Merkmale versucht, konnten jedoch entweder mit ihren Modellen nicht alle Erscheinungen gemeinsam erklären oder spekulierten über extrem exotische Prozesse, wie beispielsweise Eisvulkane, die Methanwolken in die Atmosphäre speien könnten.

Das neue Modell basiert auf den grundlegenden Prinzipien atmosphärischer Zirkulation und simuliert eine dreidimensionale Titanatmosphäre über einen Zeitraum von 135 Titan-Jahren, was rund 3.000 Erdenjahren entspricht. Zudem verbindet es die atmosphärischen Vorgänge mit einem Reservoir flüssigen Methans auf der Oberfläche des Saturnmondes und simuliert damit auch, wie das Methan über den Mond selbst verteilt wird. Damit sind die Wissenschaftler nun in der Lage, alle zuvor diskutierten Phänomene auf vergleichsweise einfache und nachvollziehbare Weise zu erklären.

Neben der Verteilung der Wolken, erzeugt das neue Modell auch die auf Titan vorgefundene typische Anordnung der Methan-Seen rund um die Pole, da hier das Sonnenlicht schwächer ist, während sonst diese Energie das flüssige Methan von der Oberfläche verdampfen lässt. Ohne diesen Vorgang kann sich flüssiges Methan leichter in Form von Seen ansammeln.

Der Grund dafür, dass es auf der Nordhalbkugel des Saturnmondes mehr Seen gibt als im Süden, liegt - so die Modelle der Forscher - an der leicht elliptischen Umlaufbahn des Saturns. Dieser sorgt dafür, dass Titan im nördlichen Sommer weiter von der Sonne entfernt ist. "Laut dem zweiten Keplerschen Gesetz befindet sich Titan also auch während des Sommers auf seiner Nordhalbkugel längere Zeit im entfernteren Ende der elliptischen Umlaufbahn, weshalb der dortige Sommer länger ist als auf der Südhalbkugel. Da auf Titan der Sommer zugleich der Regenzeit in den Polarregionen entspricht, bedeutet dies auch längere Regenfälle und dadurch mehr Seen in Norden.

Grundsätzlich, so erläutern die Forscher, sei das Wetter auf Titan eher farblos und trübe. "Es können Jahre ohne Regenfälle vergehen, nach denen die niedrigeren Breitengrade ausgedörrt sind. Aus diesem Grund waren die Entdeckungen von Abflusskanälen in dieser Region auch eine so große Überraschung, die sich 2009 noch verstärkte, als genau über dieser angeblich regenlosen Region gewaltige Stürme entdeckt wurden."

Das neue Modell der Caltech-Forscher erklärt jedoch auch dieses Rätsel, zeigt es doch genügend intensive Niederschläge während Tagundnachtgleichen im Frühling und im Herbst. "Zwar regnet es in diesen Regionen nur sehr selten", erläutern die Wissenschaftler. "Wenn es aber einmal regnet, dann schüttet es regelrecht."

Neben der Erklärung für die derzeitigen Merkmale der Oberfläche und Atmosphäre des Titans, können die Wissenschaftler auch Vorhersagen von mehreren Jahren machen. So erwarten sie mit dem Jahreszeitenwechsel einen Anstieg der Pegelstände der nördlichen Seen auf Titan innerhalb der kommenden 15 Jahre. Zudem werden sich innerhalb der nächsten zwei Jahre deutlich mehr Wolken über dem Nordpol des Saturnmondes bilden. Schon jetzt sind die Forscher erwartungsgemäß gespannt, ob die tatsächlichen Vorgänge auf Titan ihre Modelle bestätigen werden.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Außerirdisches Leben: Forscher diskutieren alternative habitable Zonen
16. November 2011
Planetenforscher spekulieren über Leben auf Titan-artigen Exoplaneten
14. April 2011
Cassini dokumentiert erstmals Regen über Äquator des Saturnmonds Titan
18. März 2011
Erdartige Cirrus-Wolken auf Saturnmond Titan
11. Februar 2011
Schwankende Pegelstände in Seen auf Saturnmond Titan
19. Juli 2010
Experiment: UV-Licht lässt in simulierter Titan-Atmosphäre Grundlagen des Lebens entstehen
1. Juli 2010
Sonne glitzert auf neu entdecktem See auf Saturnmond Titan
19. Dezember 2009
Seen auf Saturnmond Titan könnten Lebewesen ernähren
24. November 2009

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / caltech.edu

Getötete Bigfoot: Jäger gibt erstmals Interview

Archiv: Standbild aus dem Bigfoot-Film von 1967 | Copyright: Patterson u. Gimlin

Kalifornien/ USA - Es war eine der großen kryptozoologischen Schlagzeilen des Jahres 2011: Zwei Jäger hatten erklärt, dass sie im Oktober 2010 zwei Exemplare des legendären nordamerikanischen Waldmenschen Bigfoot bzw. Sasquatch erlegt haben (...wir berichteten). In einem Interview haben sich die beiden Jäger nun erstmals öffentlich zu den Vorfällen geäußert.

In dem auf dem Youtube-Kanal "ImpossibleVisits" (youtube.com/user/impossiblevisits) veröffentlichten Video, beschreibt Justin Smeja, wie er gemeinsam mit einem Freund am Golden Lake in den Sierra Nevada Mountains am 8. Oktober 2010 eigentlich auf Bärenjagd war und gegen 5 Uhr hinter einer scharfen Weggabelung plötzlich und völlig unerwartet "dieses Ding" sah.

Das Audio-Interview mit den Bigfoot-Jägern

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Audio-Video zu starten


Gänzlich von dem Anblick des unbekannten Wesens überwältigt, schildert Smeja die folgenden Ereignisse eindruckvoll zugleich aber auch mit der erschreckenden Gelassenheit eines Hobbyjägers, der von der Jagd auf ein Tier, auf ein "Monster" berichtet.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

In der Folge der Ereignisse kam es dann zu einer Reihe von Kurzschlussreaktionen, die dazu führten, dass Smeja nicht nur den vermeintlich erwachsenen Bigfoot erschoss, sondern auch eines von zwei offensichtlichen Jungtieren durch einen gezielten Nackenschuss aus unmittelbarer Nähe regelrecht hinrichtete, "um so den Schädel und das Gesicht" nicht zu zerstören. Erst als das Wesen vor ihm zu Boden ging, stellte er sich erstmals moralische Fragen. Seine Handlungen rechtfertigt Smeja immer wieder damit, dass er in diesen "Wesen" nichts anderes als "Monster" gesehen habe.

Trotz Blutspuren am Boden konnten die beiden Jäger den Körper des großen "Tieres" nicht auffinden. Mittlerweile in Angst und Panik geraten, dass sie hier mehr als nur ein "Monster" erschossen haben könnten, entschieden sich die beiden Männer den Körper des erschossenen Jungtieres im Gebüsch zu verstecken und erst später, nachdem sie die Situation zuhause durchdacht hatten, wieder zu kommen, um diesen zu bergen. "Natürlich machte all' das keinen Sinn, aber wir waren einfach nur verängstigt und befürchteten, dass wir hier ganz schön in Schwierigkeiten kommen könnten."

In einem Internetforum, gestand Smeja dann die Situation ein und kam so schnell mit Bigfoot-Forschern um Derek Randles von "Pacific Northwest Sasquatch" und Gründungsmitglied des "Olympic Projects" in Kontakt, das sich den Nachweis der Existenz von Bigfoot und Sasquatchs mit wissenschaftlichen Mitteln zum Ziel gesetzt hat.

Auf Bitten und Drängen der Forscher fuhren die beiden Jäger dann zum Tatort zurück, um den zurückgelassenen Kadaver des "Jungtieres" zu suchen. Außer einem Stück Fleisch, konnten sie in der mittlerweile schneebedeckten Landschaft jedoch keine Körper mehr finden. Proben dieses Fleischstückes wurden dann zu DNA-Analysen an Melba Ketchum geschickt, laut deren Aussagen eine Publikation der Ergebnisse in einem angesehen wissenschaftlichen Fachjournal bevorstehen (...wir berichteten).

"Das Jungtier", so Smeja später, "sah aus wie ein farbiges Kind. Sein Gesicht...menschlichen Augen aber es hatte eine Schnauze wie ein Boxerhund und die Lippen wie die eines Affen." Im Interview kommt schlussendlich auch sein Freund, der Fahrer des Wagens, zu Wort: "die Jungtiere waren etwa einen Meter groß. Sie waren sehr kommunikativ während sie den Großen suchten. Am besten könnte man ihr damit vergleichen, wenn eine stumme Person sich zu sprechen bemüht. Sie waren sehr laut und 'sprachen' sehr viel miteinander. Sie kamen immer wieder zusammen und machten dann diese Geräusche, rannten dann wieder in unterschiedliche Richtungen auseinander und taten dies etwa fünf bis sechs Mal. (...) Das Große Wesen sah in etwa wie das Wesen aus, das im sogeannten Patterson-Gilin-Film zur Bigfoot-Ikone wurde (s. Abb.). "Ich selbst hatte wegen der beiden kleinen Wesen das Gefühl", so der Fahrer im Interview, "dass es sich um ein Weibchen handelte."

- Ein Transkript des vollständigen Interviews finden Sie HIER

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

DNA-Beweis für Bigfoot gefunden?
5. November 2011
Jäger wollen zwei Bigfoot erschossen haben - DNA-Analysen angekündigt
17. Juli 2011
"Nature"-Redakteur: Yeti und Bigfoot könnten durchaus existieren

13. Oktober 2010
Neue Expertenanalyse: Bigfoot-Aufnahmen von 1967 sind authentisch
4. März 2009
Heute vor 40 Jahren: Patterson und Gimlin filmen Bigfoot
20. Oktober 2007

Bücher zum Thema:

- - -


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / youtube.com/user/impossiblevisits / cryptomundo.com

Ichthyosaurier-Fund nahe Braunschweig widerlegt marines Aussterbeszenario am Ende des Jura

Die Schädelfragmente des Acamptonectes densus | Copyright/Quelle: PLoS, Creative Commons Attribution 2.5 Generic

Braunschweig/ Deutschland - Die Rekonstruktion und Analyse der2005 bei Autobahnarbeiten nahe Braunschweig gefundenen fossilen Überreste einer für die Wissenschaft bislang unbekannten Ichthyosaurier-Art widerlegt die bisherige Vorstellung eines sogenannten ozeanischen anoxischen Ereignisses am Ende der Jurazeit. Hierbei sollen vor rund 140 Millionen Jahren, die Weltmeere unterhalb der Oberflächenschicht an Sauerstoff verarmt sein, was zum massenhaften Aussterben Wirbelloser und Kopffüßler in dieser Meeresschicht und so zum Wegbrechen der Nahrungsgrundlage der Ichthyosaurier geführt haben soll.

Der auf den wissenschaftlichen Namen "Acamptonectes densus" getaufte Fischsaurier, so berichtet ein internationales Team um Forscher der Université de Liège und des Staatlichen Naturhistorisches Museums in Braunschweig im Fachmagazin "PLoS One", durchstreifte noch während der Kreidezeit, vor rund 130 Millionen Jahren die urzeitlichen Ozeane.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Grafische Rekonstruktion des Acamptonectes densus | Copyright: C. M. Kosemen

Mit einer Körperlänge von drei Metern, glich Acamptonectes densus am ehesten heutigen Delfinen, mit einem schmal zulaufenden langen und mit zahlreichen spitzen Zähnen bestückten Kiefer. Mit diesem jagte er, wie seine Verwandten, vornehmlich kleine Meeresbewohner wie Fische und Tintenfischartige. Diese müssen also ebenfalls noch zur Kreidezeit die Meere bevölkert haben.

Die Datierung des Fundes in die Kreidezeit, ist aufgrund eines in einem der Wirbel des Sauriers gefundenen Haizahns eindeutig, da die entsprechende Haiart nur in dieser Epoche lebte. Stimmt die Datierung des Fundes also, so kann das besagte ozeanische anoxische Ereignis nicht in der Form stattgefunden haben, wie bislang angenommen. Der Stammbaum der Ichthyosaurier muss demnach neu geschrieben werden, so die Forscher.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Fossile Hinweise auf urzeitliche Riesenkraken entdeckt
11. Oktober 2011
Forscher finden prähistorisches Vorbild für Nessie an Englands Südküste
2. Juni 2009
Fossilienfunde belegen: Dinosaurier haben Massenaussterben in ökologischen Nischen überlebt
4. Mai 2009


Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / plosone.org / ulg.ac.be / naturhistorisches-museum.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE