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Montag, 9. Januar 2012

Plattwurm widerlegt biologische Regel und regeneriert sich ohne Zentrosom

Der Frischwasser-Plattwurm Schmidtea mediterranea lebt in Europa und Nordamerika und ist das erste bekannte Tier ohne Zentrosom. | Copyright: UCSF/J.Azimzadeh

San Francisco/ USA - Im Fachjournal "Science" beschreiben US-Forscher erstmals ein Tier ohne Zentrosom. Die Fähigkeit des Plattwurms zur extremen Regeneration widerspricht der bislang geltenden biologischen Regel, das Zentralkörperchen eine Grundvoraussetzung zur Zellteilung darstellt.

Bislang hatte die Wissenschaft keine Kenntnis über die Existenz eines Tieres, ohne dieses spezielle Organ zur Zellteilung. "Es ist das erste Mal, dass wir ein Tier entdeckt haben, dass über kein Zentrosom verfügt", erläutert Dr. Wallace Marshall vom "Department of Biochemistry & Biophysics" an der University of California in San Fancisco. Die Tatsache, dass der Plattwurm über kein Zentrosom verfügt, lässt die Forscher an dessen bislang vorausgesetzter Funktion zweifeln.

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Die Zellteilung ist eine zentrale Funktion mehrzelligen Lebens. Bevor eine Zelle sich jedoch teilen kann, muss sie zwei exakte Kopien ihrer DNA erstellen und sicherstellen, dass sich diese DNA dann auch gleichmäßig in den beiden Hälften verteilt, bevor diese sich trennen. Eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme, beispielsweise Krebs, basieren auf Fehlern während dieses Vorgangs oder dem gänzlichen Verlust dieser Fähigkeit.

Zentrosome in Tieren wurden bislang als ultimatives Werkzeug für dieses Problem angesehen. Da bislang alle untersuchten Tierarten über Zentrosome verfügen, gingen Biologen davon aus, dass die Rolle, die die Zellorganellen bei der Verteilung der DNA während der Zellteilung spielen, auch eine Grundvoraussetzung für selbige ist. Vor diesem Hintergrund kam die Entdeckung eines Tieres ohne Zentrosom für die Biologen mehr als überraschend.

Obwohl der nur wenige Millimeter lange Schmidtea mediterranea also über kein Zentrosom besitzt, verfügt er dennoch über eine erstaunliche Fähigkeit zur extremen Regeneration: Selbst wenn man den Plattwurm in kleine Teile zerteilt, wächst jedes dieser Fragmente binnen weniger Tage wieder zu einem vollständigen gesunden Wurm heran. Auch diese neuen Würmer können erneut in neue Segmente zerteilt werden, die sich dann wiederum in auf diese Weise vermehrbar zerteilen lassen.

Die Entdeckung der Biologen um Marshall kam für die Forscher umso überraschender, als sie in ihren Untersuchungen und Experimenten an Schmidtea mediterranea eigentlich herausfinden wollten, was passiert wenn man dem Plattwurm das Zentrosom genetisch entfernt. Nach der Vorstellung der Forscher sollten die Weichtiere - ihrem Zentrosom beraubt - die Fähigkeit zur Regeneration verlieren.

Nach dem Eingriff waren die Forscher zunächst schon erstaunt genug, als sich die Würmchen offenbar nicht an die biologische Regel hielten, und sich weiterhin auf die beschriebene extreme Weise regenerierten und dadurch quickfidel vervielfachten. Erst bei einer genaueren Untersuchung unveränderter Exemplare entdeckten die Wissenschaftler dann, dass auch diese über kein Zentrosom verfügen.

"Das Zentrosom scheint also eine gänzlich andere Funktion zu besitzen als bislang gedacht – eine Funktion, die uns bislang noch gänzlich unbekannt ist", so die Forscher.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuel.de / ucsf.edu

SETI-Astronomen präsentieren erste Daten der Suche nach intelligenten Signalen aus Richtung der von Kepler entdeckten Exoplaneten

Berkeley/ USA - SETI-Astronomen der University of California in Berkeley haben die ersten Beobachtungsdaten ihrer Suche nach intelligenten Signalen aus Richtung der vom NASA-Weltraumteleskop Kepler entdeckten potentiell lebensfreundlichen Planeten jenseits des Sonnensystems veröffentlicht.

"Unsere Suche nach Signalen aus Richtung der Kepler-Planeten und deren Auswertung hat erste 'Treffer' ergeben", erklären die SETI-Astronomen in Berkeley auf ihrer Internetseite (seti.berkeley.edu). "Hierbei handelt es sich jedoch unzweifelhaft um irdische Radiofrequenz Interferenzen (radio frequency interference, RFO)", also um Überlagerungen von elektromagnetischen Wellen irdischen Ursprungs - genauer gesagt hervorgerufen von "unseren eigenen Satelliten".

Jedes der im Folgenden abgebildeten Signale ist jeweils paarweise abgebildet. Zum einen die Beobachtung des 'Kepler Object of Interest' (KOI) Nummer 817 und zum anderen des Planetenkandidaten KOI-812. "Während unserer Beobachtung wechselten wir zwischen diesen beiden Zielen, um es uns zu ermöglichen, Signale auszuschließen, die aus zwei unterschiedlichen Orten im Himmel einfallen. Wenn wir nämlich (wie in den unten gezeigten Fällen) ein Signal aus mehreren Himmelspositionen sehen, so handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Interferenzen."

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Copyright: seti.berkeley.edu

"Die Ausdrucke der Signale stellen elektromagnetische Energie als eine Funktion aus Frequenz und Zeit dar", so die Erläuterungen der Astronomen. "Hellere Farben repräsentieren mehr Radioenergie zu einer bestimmten Zeit und Frequenz. Eine Radiostation, die auf 101,5 MHz sendet, würde beispielsweise eine große Menge an Energie rund um diese Frequenz erzeugen."

Zwar sind sich die SETI-Astronomen sehr sicher, dass es sich bei diesen Signalen um besagte Interferenzen handelt, "doch sehen diese dem, wie wir uns Signale einer außerirdischen Technologie vorstellen, wahrscheinlich sehr ähnlich. Sie zeichnen sehr enge Frequenzen, so eng, wie diese wahrscheinlich nicht von astrophysikalischen Phänomenen erzeugt werden würden. Zudem verschiebt sich die Frequenz mit der Zeit - ganz genau so, wie wir dies aufgrund des Doppler-Effekts, der von der relativen Bewegung der Sendequelle zum empfangenden Radioteleskop hervorgerufen wird, erwarten würden."

"Obwohl es sich bei diesen Signalen um Interferenzen handelt, zeigt doch dieser Empfang von Signalen, die jene Eigenschaften aufzeigen, die wir von einer intelligenten außerirdischen Quelle erwarten, dass wird auf dem richtigen Weg sind und unsere Algorithmen richtig arbeiten", so die Berkeley-Astronomen.

Während der kommenden Wochen wollen die SETI-Astronomen weitere Daten und Ergebnisse der Suche nach Signalen von den Kepler-Planeten und Planetenkandidaten veröffentlichen. Alleine 2011 wurden hierbei nahezu 50 Terabyte an Daten empfangen, die es nun gilt auszuwerten...

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