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Donnerstag, 12. Januar 2012

Fobos-Grunt: Wurde russische Mars-Sonde abgeschossen?

Künstlerische Darstellung der geplanten Mission "Fobos-Grunt" (Illu.). | Copyright: ROSKOSMOS

Moskau/ Russland - Der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde ROSKOSMOS hat in einem Interview schwere Vorwürfe erhoben. Demnach soll die russische Mars-Sonde "Fobos-Grunt", die kurz nach dem Start in Richtung Mars am 8. Dezember 2011 in der Erdatmosphäre strandete und am kommenden Wochenende auf die Erde zurückfallen wird, möglicherweise Opfer des Angriffs eines Satellitenabwehrsystems. Von wem die Sonde abgeschossen wurde? Darüber schweigt sich der russische Raumfahrtchef mit unterschwelligen Verweisen in Richtung USA noch aus.

Am bevorstehenden Wochenende wird "Phobos-Grunt" erwartungsgemäß in die Erdatmosphäre eintreten und bei diesem Höllenritt teilweise verglühen. Einige Teile des Raumschiffs, so befürchten Ingenieure, könnten jedoch auch auf die Erdoberfläche stürzen. Wo und wann das genau passieren wird, können die Weltraumwissenschaftler derzeit noch nicht exakt bestimmen, da dies von einer Vielzahl nicht genau vorhersehbarer Faktoren wie etwa der Sonnenaktivität und der Ausrichtung der Sonde beim Wiedereintritt abhängt.

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Während eine erste Einschätzung der Gründe des Ausbleibens der Zündung der Raketen, die "Phobos-Grunt" auf einen Marskurs bringen sollten, durch die russische Raumfahrtbehörde noch von einem Fehler im Navigationssystem der Sonde ausging, hat der Direktor der Behörde, Vladimir Popovkin nun in einem Interview mit der Zeitung "Izvestia" erklärt, Wissenschaftler des russischen Raketenwarnsystems hätten Hinweise darauf, dass die Mars-Sonde von "starken Radar-Signalen von einer Anlage in Alaska" beschädigt wurde.

"Wir wollen zwar niemanden beschuldigen, aber es gibt bereits jetzt sehr mächtige Anlagen, die Raumschiffe beeinflussen können", zitiert die "New York Times" (nytimes.com) aus dem Interview. "Diese Möglichkeit können wir nicht ausschließen." Eine weitere Möglichkeit sei jedoch auch, dass das Raumschiff schon während der Startvorbereitungen auf der Erde beschädigt wurde.

Die US-Zeitung verweist auf den Umstand, dass das Interview zu einer Zeit zunehmender Anti-Amerikanischer Tendenzen unter russischen Politikern erschienen sei und sich wahrscheinlich vornehmlich an eine innerrussische Leserschaft gerichtet habe. So sei es in den russischen Medien derzeit fast schon üblich, dass Politiker und Offizielle Hinweise auf versuchte Einflussnahmen ausländischer Quellen auf innerrussische Vorgänge platzieren würden, wenn beispielsweise die aktuellen Proteste gegen das Putin-Regime entsprechenden Kräften zugeschrieben werden.

Während Popovkin die USA nicht direkt angriff, führte er in seinem Interview jedoch weiterhin aus, dass "die sich die aktuellen Fehlschläge russischer Weltraummissionen immer dann zugetragen hätten, wenn sich die betroffenen Raumschiffe und Raketen über Gegenden der Erde befanden, die von Russland aus nicht zu 'sehen' waren und so auch keine telemetrischen Daten von russischer Seite empfangen werden konnten. Warum das so ist, können wir uns derzeit nicht erklären."

Ziel der Mission "Fobos-Grunt" (Phobos-Boden) war der Marsmond Phobos, auf dem die Sonde im Februar 2013 landen und hier bis zu 400 Gramm Bodenmaterial einsammeln sollte, die dann mit einer Rückkehrrakete im August 2014 zur Erde zurück transportiert werden sollten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nytimes.com

NASA entdeckt weitere Planeten um Doppelsternsysteme

Künstlerische Darstellung des Systems Kepler-35 (Illu.). | Copyright: Mark A. Garlick / space-art.co.uk

Mountain View/ USA - Mit der Entdeckung des Planeten Kepler-16b bestätigte das NASA-Weltraumteleskop Kepler erst im vergangenen September, dass es auch um die beiden "Sonnen" von Doppelsternsystemen Planeten geben kann (...wir berichteten 1, 2), wie sie schon vor 30 Jahren in der Science-Fiction-Saga "Star Wars" in Form des Planeten Tatooine angedacht wurden. Jetzt hat das NASA-Teleskop im All zwei weitere Planetensysteme bestätigt, an deren Himmel zwei Sonnen zu sehen sind.

Wie die Kepler-Astronomen um William Welsh von der San Diego State University auf dem Jahrestreffen des American Astronomical Society im texanischen Austin berichteten, handelt es sich um die binären Sternensysteme Kepler-34 und Kepler-35. "Unsere Entdeckung bestätigt, dass solche Planeten zweier Sonnen keine seltene Ausnahmen darstellen, sondern tatsächlich recht häufig vorkommen und ihre Anzahl in unserer Galaxie wahrscheinlich mehre Millionen beträgt. Zugleich weitet die Entdeckung das Revier der Planetenjäger auf der Suche nach lebensfreundlichen Planeten."

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Das Weltraumteleskop Kepler fahndet nach Exoplaneten, in dem es nach minimalen Helligkeitsschwankungen im Licht von mehr als 150.000 fernen Sternen in den Konstellationen Cygnus (Schwan) und Lyra (Leier) Ausschau hält. Stellen diese sich in regelmäßigen Abständen immer wieder ein, so handelt es sich um den Transit, also den Vorbeizug eines Planeten zwischen seinem Stern und dem Weltraumteleskop. Insgesamt werden mindestens drei solcher Transits benötigt, um die Existenz eines Planeten bestätigen zu können.

Bei den beiden nun bestätigten Planeten, Kepler-34b und Kepler-35b (s. Abb.), handelt es such um saturngroße Gasplaneten. Kepler-34b umkreist seine beiden sonnenähnlichen Sterne einmal alle 289 Tage, während die Sterne sich selbst alle 28 Tage umrunden. Kepler-35b umkreist seine im Vergleich zur Sonne kleineren und kälteren Sterne alle 131 Tage, während diese für die gegenseitige Umrundung 21 Tage benötigen. Beide Planeten umkreisen ihre Muttergestirne zu dicht und nicht im Innern deren habitabler Zone, innerhalb derer Planeten ihre Sterne umrunden müssen, damit auf ihnen aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser und damit die Grundlage für Leben, wie wir es auf der Erde kennen, existieren kann.

4.900 und 5.400 Lichtjahre von der Erde entfernt, sind die Planetensysteme im Sternbild Schwan (Cygnus) zu finden und sind zugleich die bislang am weitesten von der Erde entfernten bekannten Exoplaneten, berichten die Forscher auch im Fachjournal "Nature".

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Planeten um ferne Sterne sind die Regel und nicht die Ausnahme

Künstlerische Umsetzung des Studienergebnisses mit im Maßstab stark vergrößerten Sternen und ihren Planeten. | Copyright: ESO/Kornmesser

Paris/ Frankreich - Mit Hilfe des sogenannten Mikrogravitationslinseneffekts hat ein internationales Astronomenteam ergründet, wie häufig Planeten in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, vorkommen. Nach sechs Jahren der intensiven Suche anhand von Beobachtungsdaten mehrerer Millionen Sterne kommen die Wissenschaftler nun zu dem Schluss, dass die Existenz von Planeten um andere Sterne nicht die Ausnahme sondern der Normalfall ist.

Wie das Astronomenteam um Arnaud Cassan vom Institut d'Astrophysique de Paris, dem auch mehrere Forscher der Arbeitsgruppe von Joachim Wambsganß vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) angehören, in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" berichtet, konzentrierte sich die Studie nicht auf den Nachweis und die Analyse einzelner der bereits mehr als 700 entdeckten Exoplaneten, sondern auf die "entscheidende Frage: Wie häufig Planeten eigentlich in unserer Milchstraße sind."

"Der Großteil der heute bekannten Exoplaneten wurde entweder durch die gravitative Anziehungskraft des Planeten auf seinen Mutterstern oder durch die winzige Abschwächung des Sternenlichts entdeckt, die zustande kommt, wenn ein Planet auf seiner Umlaufbahn von der Erde aus gesehen direkt vor dem Stern vorbeiläuft", erläutert die Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (ESO, eso.org). "Beide Techniken weisen bevorzugt Planeten nach, die massereicher sind, nur einen geringen Abstand zum Stern haben oder sogar beides. Viele Exoplaneten werden bislang übersehen, da sie unterhalb der Nachweisgrenze dieser Methoden liegen."

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Die Autoren der aktuellen Studie haben hingegen mit einer völlig anderen Methode nach Exoplaneten gefahndet. Mit der Methode, die sich dem sogenannten Mikrogravitationslinseneffekt bedient, können auch solche Planeten nachgewiesen werden, die einen größeren Abstand zum Stern selbst haben und über einen großen Massebereich verteilt sind.

"Wir haben in den Daten aus sechs Jahren Beobachtungszeit nach Hinweisen auf Mikrogravitationslinsenereignisse von Exoplaneten gesucht", erläutert Cassan. "Tatsächlich hat sich dabei herausgestellt, dass Planeten in unserer Milchstraße häufiger vorkommen als Sterne. Außerdem sind kleine Planeten wie die so genannten Supererden oder kühle, neptunähnliche Planeten offenbar zahlreicher als ihre massereicheren großen Brüder."

Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler Daten der Kampagnen PLANET und OGLE, in deren Rahmen Exoplaneten über den Effekt nachgewiesen werden, den ihr Gravitationsfeld zusammen mit dem Gravitationsfeld ihres Muttersterns auf das Licht im Hintergrund liegender Sterne ausübt. "Stern und Planet wirken dabei wie eine Linse, die die Helligkeit des Hintergrundsterns einige Tage lang verstärkt. Der Verlauf der Helligkeitsänderung hat eine sehr charakteristische Form, dabei ist der Einfluss des Planeten oft nur für einige Stunden messbar."

Damit der Effekt überhaupt beobachtbar ist, müssen der als Linse fungierende Stern und der Hintergrundstern allerdings exakt auf einer Sichtlinie liegen - und so etwas tritt nur sehr selten auf. Soll bei einem solchen Ereignis auch noch ein Planet um den Linsenstern eine Rolle spielen, muss auch dessen Umlaufbahn genau richtig orientiert sein. "Es ist wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen: Wir müssen die Helligkeit von ein paar Millionen Sternen mehrmals pro Woche messen, um ein einziges stellares Mikrogravitationslinsenereignis zu beobachten. Und selbst wenn alle so entdeckten Sterne einen Planeten haben, zeigt sich der Planet in weniger als einem Prozent dieser Lichtkurven", erläutert Wambsganß.

Dennoch gelang es den Astronomen, mit den Daten der sechsjährigen Beobachtungskampagnen gleich drei Planeten nachzuweisen: eine Supererde und jeweils einen Planeten mit Massen vergleichbar zu denen von Jupiter und Neptun. Bezogen auf die Rate von Mikrogravitationslinsenereignissen insgesamt sei das eine reiche Ausbeute. "Entweder hatten die Astronomen mit den drei Planeten ungeheures Glück oder aber Planeten sind in unserer Milchstraße so häufig, dass eine solch hohe Anzahl an Detektionen unvermeidlich war", kommentiert die ESO-Pressemitteilung.

Das Forscherteam kombinierte die Daten der drei gefundenen Planeten mit denen von sieben weiteren Exoplaneten, die ebenfalls über den Mikrogravitationslinseneffekt entdeckt worden waren, und mit der großen Zahl von Sternen, bei denen während der sechs Jahre kein solches Ereignis nachgewiesen werden konnte. "Diese (um Größenordnungen zahlreicheren!) Nicht-Detektionen sind für die statistische Analyse genauso wichtig wie die entdeckten Planeten. Aus diesen Berechnungen lässt sich darauf schließen, dass in etwa jeder sechste Stern von einem Planeten mit ungefähr einer Jupitermasse umkreist werden dürfte."

Damit würden etwa die Hälfte aller Sterne von Planeten mit einer Neptunmasse umkreist werden. Zwei Drittel aller fernen "Sonnen" hätten demnach Begleiter von der Größe einer Supererde. Die Studie erfasst Planeten, deren Abstände von ihrem Stern 75 Millionen bis 1,5 Milliarden Kilometer betragen (das entspricht in unserem Sonnensystem dem Bereich von der Venus bis zum Saturn) und deren Massen von fünf Erdmassen bis zur zehnfachen Jupitermasse reichen.

Die Resultate sprechen also eine klare Sprache: Sterne werden durchschnittlich von mehr als einem Planeten begleitet. "Planeten um andere Sterne sind nicht länger die Ausnahme, sondern die Regel."

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Quellen: eso.org / grenzwissenschaft-aktuell.de

Weltraumteleskop Kepler entdeckt drei kleinste bislang bekannte Exoplaneten

Künstlerische Darstellung der drei kleinen Felsplaneten um den Roten Zwerg KOI-961 (Illu.). | Copyright: NASA/JPL/Caltech

Pasadena/ USA - Anhand der Beobachtungsdaten des NASA-Weltraumteleskops Kepler haben Astronomen die drei kleinsten bislang bekannten Exoplaneten entdeckt. Alle drei Planeten umkreisen den Stern KOI-961 und sind kleiner als die Erde. Aufgrund ihrer Nähe zu ihrem Zentralgestirn dürfte es auf den Planeten selbst allerdings kein Leben nach irdischem Maßstab geben.

Die NASA-Wissenschaftler um Phil Muirhead vom Exoplanet Science Institute am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena gehen davon aus, dass es sich bei allen drei Planeten um Felsplaneten handelt. Ihre Radien entsprechen dem 0,78-, 0,73- und 0,57-fachen der Erde. Damit ist der kleinste der drei Planeten in etwa so groß wie der Mars. Alle drei umkreisen ihren Stern allerdings zu nah, als dass auf ihren Oberflächen Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage für Leben, wie wir es von der Erde kennen, existieren könnte.


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"Astronomen beginnen gerade erst damit, tausende von Planetenkandidaten, die von Kepler gefunden wurden, zu bestätigen", erläutert der Kepler-Wissenschaftler Doug Hudgins vom Hauptquartier der NASA. "Jetzt schon einen Planeten von der Größe des Mars zu entdecken, ist fantastisch und deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich eine Vielzahl von felsigen Planeten um uns herum gibt."

Größenvergleich der bislang kleinsten bekannten Exoplaneten (künstl. Darst.) mit Erde und Mars (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Für eine Umrundung ihres Zentralgestirns, KOI-961, benötigen die drei Planeten weniger als zwei Tage. Bei KOI-961 handelt es sich um einen Roten Zwerg mit einem Durchmesser der einem Sechstel unserer Sonne entspricht, wodurch der Stern nur 70 Prozent größer ist als Jupiter.

"Hierbei handelt es sich um das kleinste bislang gefundene Planetensystem", so John Johnson vom Caltech. "Tatsächlich gleicht das System bezüglich der Maßstäbe vielmehr dem Jupiter-System mit seinen Monden und stellt damit einen weiteren Beleg für die Vielfalt an Planetensystemen in unserer Galaxie dar."

Größenvergleich des Planetensystems um KOI-961 mit Jupiter und seinen vier größten Monden (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Rote Zwergsterne sind der in der Milchstraße am häufigsten vorkommenden Sternentyp (...wir berichteten, s. Links). Für die Forscher legt der Umstand, "dass drei kleine Felsplaneten einen Roten Zwerg umkreisen, die Schlussfolgerung nahe, dass die Milchstraße von Felsplaneten nur so wimmelt."

"Diese Art von Planetensystemen könnten im Universum allgegenwärtig sein", kommentiert Muirhead. "Für Planetenjäger ist das eine wirklich aufsehenerregende Entdeckung."

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