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Samstag, 28. Januar 2012

Massiver Sonnenausbruch der Kategorie X1,8

Sonnenausbruch der Kategorie X1,8 am 27. Januar 2012 | Copyright: NASA

Washington/ USA - Es kommt nicht oft vor, dass die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA ihre Internetseite mit einer Einmeldung, einer "Breaking News" spontan aktualisiert. Gestern Abend, dem 27. Januar 2012, war dies jedoch der Fall, als die Sonnenobservatorien um 19:15 Uhr (MEZ) einen gewaltigen Ausbruch der Sonne, einen sogeannnten Flare, der höchsten Kategorie "X" registrierten. Auch wenn sich die von diesem Ausbruch ins All gestoßene Plasmawolke nicht in Richtung Erde bewegt, erwarten Sonnenforscher dennoch leichtere Auswirkungen energetischer Protonen im Zwischenspiel mit der Erdatmosphäre.

Erst am Montag ereignete sich bereits eine Sonneneruption der Kategorie M9 und schon diese wurde als stärkster Sonnenausbruch seit 2005 registriert (...wir berichteten). Der gestrige Ausbruch aus der aktiven Sonnenfleckenregion Nummer 1402 hatte nun die Intensität der Kategorie X1,8 (also nahezu X2) und führte aufgrund der von der Sonne ins All katapultierten Partikel schon wenige Zeit später laut NASA zu Störungen des irdischen Radioempfangs.

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Mit rund 2.400 Kilometer pro Sekunde bewegen die Partikel des dem Ausbruch folgenden koronalen Masseauswurfs derzeit von der Sonne fort. Während Plasmafackel zwar nicht in Richtung Erde zieht, könnte es dennoch zu Wechselwirkungen mit der Erdatmosphäre unter anderem in Form von spektakulären Polarlichtern durch Protonen kommen.


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Derzeit, so die NASA-Sonnenwissenschaftler werde die Situation intensiv beobachtet und das Ereignis anhand der Aufzeichnungen der Sonnenobservatorien SDO, STEREO and SOHO analysiert.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Bakterien in "Blauen Löchern" könnten Rückschlüsse auf außerirdisches Leben zulassen

Ein Beispiel der für die Bahamas typischen "Blue Holes". | Copyright:: Tamara Thomsen

Galveston/ USA - Entdeckungen durch US-Wissenschaftler in Unterwasserhöhlen auf dem Bahamas den sogenannten Blue Holes, könnten nicht nur Rückschlüsse auf die Entwicklung des frühen Lebens in den Ozeanen vor mehren Millionen Jahren, sondern auch darauf ermöglichen, welche Lebensformen auch auf anderen Planeten und Monde gefunden werden könnten.

Die "Blauen Löcher" selbst verdanken ihren Namen von dem Anblick, den sie aus der Luft und an ihrer Oberfläche bieten, wenn sich in den runden mit Wasser gefüllten tiefen Öffnungen unterschiedliche Blautöne abwechseln. Alleine auf den Bahamainseln gibt es schätzungsweise mehr als 1.000 dieser Öffnungen im Dach eines Küstensaumriffes und damit die größte Konzentration dieser "Blauen Löcher" weltweit. Rund um den Globus gibt es Zehntausende ähnlicher Unterwasserhöhlen, aber nur rund fünf Prozent wurden bislang wissenschaftlich erforscht.

Wie Professor Tom Iliffe und Brett Gonzalez von der Texas A&M University gemeinsam mit Kollegen der Penn State University aktuell im Fachmagazin "Hydrobiologia" berichten, haben sie in drei der Unterwasserhöhlen Schichten von bakteriellen Mikroben entdeckt. Dennoch finden sich jeder der drei Löcher eigene und an ihren Lebensraum speziell angepasste Formen dieser Mikroben und dies auch jeweils in unterschiedlichen Tiefen. Diese Erkenntnis legt für die Forscher die Schlussfolgerung nahe, dass sich das mikrobische Leben in diesen Höhlen fortwährend an Veränderungen etwa des Lichteinfalls, der Wasserchemie oder von Nahrungsmittelquellen anpassen.

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"Wir haben zwei der Höhlen auf Abaco Island und eine auf Andros Island erkundet", erläutert Iliffe. "In einer der Höhlen auf Abaco finden sich die Bakterienmatten an den Wänden in etwa 30 Metern Tiefe und sind nahezu 2,5 Zentimeter dick. In der anderen Höhle fanden wir Bakterien, die in einer giftigen Wolke aus Schwefelwasserstoffen an der Grenzschicht zwischen Frisch- und Salzwasser leben. Diese Höhlen beherbergen unterschiedliche Formen von Bakterien, deren Arten und Aufkommen sich mit zunehmender Tiefe und somit zunehmend schwindender Lichtintensität verändern. Ähnliches hatten wir eigentlich auch in der Höhle auf Andros erwartet. Hier beinhaltete die Schwefelwasserstoff-Schicht jedoch eine ganz andere Art von Bakterien."

Thomas Iliffe bei Durchtauchen einer giftigen Schicht aus Schwefelwasserstoffen im Blue Hole auf Abaco Island. | Copyright: Tamara Thomsen

Für die Forscher belegt dieser Unterschied, dass sich die Lebensformen in den unterschiedlichen Höhlen jeweils an ihren Lebensraum anpassen. "Wir fanden einige Arten von Bakterien an Orten, an welchen aufgrund der widrigen Umweltbedingungen keine anderen Lebewesen leben könnten. Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass sich diese Bakterien über Jahrmillionen hinweg entwickelt und einen Weg gefunden haben, unter diesen jeweils extremen Bedingungen zu existieren.

Iliffe erläutert weiter, dass sich die Art der Mikroben genau dort verändert, wo in den Höhlen Salzwasser auf Frischwasser trifft. Hier nutzen sie chemische Energie um ihre Nährstoffe zu produzieren und "können hier in Umgebungen existieren, in die nur sehr wenig Licht und Sauerstoff vordringt."

Für die Forscher könnten die in den Blauen Löchern entdeckten Mikroben den Mikroben auf der frühen Erde sehr ähnlich sein "und uns so einen Einblick darauf ermöglichen, wie sich das Leben einst auf unserem Planeten entwickelt hat." Iliffe vergleicht die Höhen denn auch mit natürlichen Laboratorien, in welchen Leben unter extremen Bedingungen beobachtet werden könne, wie es ähnlich wohl auch schon vor vielen Millionen Jahren zu finden war.

"Wir wissen mehr über die Rückseite des Mondes als über das, was in diesen Höhlen hier auf der Erde vor sich geht. Wir können bislang noch nicht einmal abschätzen, was wir in all den Tausenden von Höhlen, die noch nie jemand erkundet hat, noch finden können."

"Sollte es noch weiteres Leben in unserem Sonnensystem geben, so gleicht es wahrscheinlich dem Leben in diesen mit Wasser gefüllten unterirdischen Umgebungen, wie wir sie auf den Bahamas erkundet haben."

Der Wissenschaftler selbst erforscht seit nunmehr 30 Jahren Unterwasserhöhlen und hat dabei mehr als hundert neue Arten von Wasserlebewesen entdeckt. Mehr zu diesen Expeditionen und Entdeckungen erfahren Sie auf seiner Internetseite "cavebiology.com".

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / amu.edu / cavebiology.com

Astrofotografie: Das "Auge Gottes" in neuem Licht

Infrarotaufnahme des Helixnebels. | Copyright: ESO/VISTA/J. Emerson / Cambridge Astronomical Survey Unit

Heidelberg/ Deutschland - Mit dem VISTA-Teleskop am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile haben Astronomen ein spektakuläres neues Bild des auch als das "Auge Gottes" bezeichneten "Helixnebels" erstellt. Die Infrarotaufnahme zeigt Fasern aus kaltem Gas, die bei Aufnahmen im sichtbaren Licht verborgen bleiben, sich hier jedoch deutlich von einem reichhaltigen Hintergrund aus Sternen und Galaxien abheben.

- Bei der folgenden Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (ESO), eso.org

Der Helixnebel im Sternbild Aquarius (der Wassermann) ist ein bemerkenswertes Beispiel für einen planetarischen Nebel. Astronomisch gesehen ist der Nebel uns mit einer Entfernung von etwa 700 Lichtjahren recht nahe. Das außergewöhnliche Objekt entstand in den letzten Stadien des Lebens eines sonnenähnlichen Sterns: Er ist nicht mehr in der Lage, die äußeren Teile seiner Atmosphäre zu halten, die wiederum langsam in das umgebende Weltall strömen und so den schalenartigen Nebel gebildet haben. Der Stern selber, der als kleiner blauer Punkt in der Bildmitte sichtbar ist, entwickelt sich zurzeit zu einem Weißen Zwerg.

Der Nebel ist ein komplexes Gebilde aus Staub, ionisierten Bestandteilen und molekularem Gas, die ein vielschichtiges blütenförmiges Muster bilden, welches von der intensiven Ultraviolettstrahlung des heißen Zentralsterns zum Leuchten gebracht wird.

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Der Hauptring des Helixnebels hat einen Durchmesser von etwa zwei Lichtjahren, was grob der halben Entfernung zwischen unserer Sonne und dem nächstgelegenen Fixstern entspricht. Insgesamt erstreckt sich der Nebel jedoch mehr als vier Lichtjahre weit vom Zentralstern aus ins All. Im Infrarotbild kann man dies anhand der roten Klumpen aus molekularem Gas in den beiden unteren Ecken und oben rechts in der Aufnahme deutlich sehen.

Für die empfindlichen Infrarotdetektoren von VISTA ist das im visuellen Bereich kaum sichtbare schwache Glühen des dünnen Gases leicht nachzuweisen. Außerdem ist das 4,1-Meter Teleskop in der Lage, eine beeindruckende Menge von Hintergrundsternen und -galaxien zu sehen.

Ein Vergleich der bisherigen Aufnahme des "Auge Gottes" (rechts) mit der neuen Ansicht im infraroten Lichtspektrum (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: ESO/VISTA/J. Emerson / Cambridge Astronomical Survey Unit

Der scharfe Blick des VISTA-Teleskops der ESO zeigt auch sehr feine Strukturen in den Ringen des Nebels. Im Infrarotlicht zeigt sich die Struktur des kühleren, molekularen Gases. Dieses Gas verklumpt sich zu Filamenten, die vom Zentrum des Nebels nach außen verlaufen und deren Anblick an ein kosmisches Feuerwerk erinnert.

Diese auch als kometenartige Knoten bezeichneten Stränge aus molekularem Wasserstoff sehen auf den ersten Blick zwar winzig aus, sind aber vergleichbar groß wie unser gesamtes Sonnensystem. Die Gasmoleküle konzentrieren sich in diesen Knoten und können - abgeschirmt durch die Schichten aus Staub und molekularem Gas - der hochenergetischen Strahlung des sterbenden Sterns widerstehen. Die Astronomen wissen derzeit allerdings noch nicht im Einzelnen, wie solche kometenartigen Knoten entstehen.

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