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Dienstag, 31. Januar 2012

Oceanus Borealis: Sonde findet "bislang beste geologische Beweise für einstigen Ozean auf dem Mars"

Karte der dielektrischen Eigenschaften der nördlichen Regionen des Mars. Während rund um den Nordpol die Werte (blaue Färbungen) auf einstige Ozeansedimente deuten, finden sich Werte, wie die auf rein vulkanische Ursprünge verweisen. | Copyright/Quelle: J. Mouginot, agu.org

Irvine/ USA - Mit dem Radarinstrument MARSIS an Bord der ESA-Sonde Mars Express haben US-Wissenschaftler die dielektrischen Eigenschaften der nördlichen und südlichen Polarregionen des Mars untersucht. Die Ergebnisse dieser Messungen sind die bislang besten Beweise für die Vorstellung, dass die nördlichen Ebenen einst von einer großen Wasserfläche, dem sogenannten "Oceanus Borealis" bedeckt waren.

Die Existenz schon zuvor angenommenen Ozeans ist schon seit langem Inhalt zahlreicher kontroverser Diskussionen. Allgemein stimmen die meisten Wissenschaftler jedoch darin überein, dass die größte Flachebene des Mars, Vastitas Borealis, die die nördliche Polarregion umgibt, von einem rund 100 Meter dicken Sedimentmantel, der eine vulkanische Ebene überzieht, geprägt wird. Zugleich bildet sie aber auch die vermutete Küstenlinie des urzeitlichen Marsozeans. Tatsächlich entdeckte der NASA-Marsrover der Phoenix-Mission 2008 bei Grabungen in nur wenigen Zentimetern Tiefe hier Wassereis unter der trockenen Oberfläche (...wir berichteten).

Die Sedimente, so Jérémie Mouginot von der University of California im Fachmagazin "Geophysical Research Letters", seien bislang "der beste geologische Beweis für die Existenz eines einstigen Ozeans vor rund drei Milliarden Jahren."

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Mit MARSIS konnten die Forscher die dielektrische Eigenschaften des Oberflächenmaterials bis in eine Tiefe von rund 100 Metern messen. Während die dielektrische Konstante des vulkanischen Gesteins bei rund 10 liegt und reines Wassereis einen Wert von 3,1 besitzt, finden sich in der Vastitas Borealis Formation Werte von 4 bis 5 (s. Ab.). In den vulkanischen Flussregionen Elysium fanden die Sonde hingegen Werte von 9 und in den Hochländern von Noachis Terra 10.

"Auch wenn über die Evolution und die einstigen Umweltbedingungen des ehemaligen Marsozeans noch kaum Informationen vorliegen", so die Forscher in ihrer Publikation, "so stellen unsere Messungen doch überzeugende Beweise für seine Existenz dar - können die in Vastitas Borealis gemessenen niedrigen Werte doch nur von der weitflächigen Verteilung von mit festem Eis vermischten einst wässrigen aber heute ausgetrockneten Sedimenten erklärt werden."

Für den Verbleib des Großteils der einstigen Wassermassen benennen die Wissenschaftler zwei Möglichkeiten. So könnte das Wasser entweder in die Atmosphäre entwichen und sich an einem anderen Ort in Form von Eis wieder an- oder eingelagert worden sein oder aber es ist im Untergrund versickert und wäre dann hier noch heute als Eis zu finden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / agu.org

Traubenkernextrakt tötet Krebszellen von Kopf-Hals-Karzinomen ohne Schäden für gesunde Zellen

Weintraube | Copyright: Public Domain

Denver/ USA - Weltweit sterben jährlich fast eine halbe Million Menschen an den Folgen von Kopf-Hals-Karzinomen, also bösartigen (malignen) Tumoren, mit einem Ursprung im Kopf-Hals-Bereich. In einer aktuellen Studie zeigen US-Forscher nun, dass Traubenkernextrakt die karzinomen Zellen absterben lässt, während die gesunden Zellen unbeeinträchtigt bleiben.

"Es handelt sich um einen wirklich dramatischen Effekt", zeigt sich Dr. Rajesh Agarwal vom University of Colorado Cancer Center und Professor an der Skaggs School of Pharmaceutical Sciences von den Ergebnissen der Tests an Zellkulturen und Mäusen fasziniert. Dieser Effekt basiere in großen Teilen auf der Fähigkeit gesunder Zellen, Schäden auszusitzen und zu beheben. Ihre Studie haben die Forscher aktuell im Fachjournal "Carcinogenesis" veröffentlicht.

"Krebszellen sind schnell wachsende Zellen", erläutert Agarwal weiter. "Doch nicht nur das, sie sind zwangsläufig schnell wachsende Zellen. Liegen Bedingungen vor, unter denen sie nicht wachsen können, so sterben sie ab."

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Genau solche Bedingungen werden offenbar vom Traubenkernextrakt erzeugt. In ihrer Studie zeigen die Wissenschaftler, dass das Traubenkernextrakt sowohl die DNA der Krebszellen, durch eine Erhöhung reaktiver Sauerstoffarten, schädigt, als auch die Wege, durch die die Krebszelle diese Schäden normalerweise wieder behebt, stoppt. An den Versuchstieren selbst wurden jedoch keinerlei toxische Auswirkungen gefunden. Das Extrakt tötet also nur die Krebszellen, ohne gesunde Zellen zu schädigen. "Krebszellen haben eine Vielzahl von Schwachpunkten und sind sehr verletzlich, wenn man eben diese Schwachpunkte angreift. Dies gilt jedoch nicht für gesunde Zellen", so Agarwal.

In einem nächsten Schritt peilen die Wissenschaftler des Agarwal Lab nun klinische Tests mit Traubenkernextrakt an, um daraus Therapien zur Behandlung von Kopf-Hals-Karzinomen zu entwickeln, die sich bislang einer erfolgreichen Behandlung widersetzt haben.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ucdenver.edu

Veranstaltung: Wissenschaftler der Universität Bonn wollen Fakten zum Maya-Kalender und 2012 richtig stellen

Archiv: Das "Monument 6" aus Tortuguero. | Copyrigt/Quelle: Literatura y Mundo Maya

Bonn/ Deutschland - Das Jahr 2012 hat erst begonnen und dennoch blicken schon jetzt viele bereits gebannt auf das Ende, wenn für den 21. Dezember mit dem Ende des Maya-Kalenders angeblich den Weltuntergang vorhersagt worden sein soll – so zumindest der Mythos rund um 2012. Die Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie der Universität Bonn gehen während ihrer Mesoamerikanisten-Tagung am Samstag, 11. Februar, auf die wissenschaftlichen Fakten zur angeblichen Apokalypse ein und lehnen zugleich die "abstrusen Interpretationen" zurück.

- Bei der folgenden Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, uni-bonn.de


Eine rätselhafte Inschrift in einer Steintafel der Ausgrabungsstätte Tortuguero am Golf von Mexiko und der Maya-Kalender sollen angeblich Hinweise auf das Weltuntergangsdatum 21. Dezember 2012 geben. Wissenschaftler widersprechen dieser Darstellung. Der Maya-Forscher Prof. Dr. Nikolai Grube von der Universität Bonn führt am Samstag, 11. Februar, ab 9.30 Uhr im Akademischen Kunstmuseum, Am Hofgarten 21, in das Themenpanel "Mythos 2012" ein. Wissenschaftler aus Melbourne (Australien), von der Technischen Universität Berlin sowie den Universitäten Bonn und Hamburg unterziehen gängige Interpretationen einer kritischen Betrachtung.

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Während die Forschung die aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Originaltexte der Maya als Zeugnisse antiker Zeit- und Weltvorstellungen betrachtet, werden sie inzwischen öffentlich als Quelle für zweifelhafte apokalyptische Szenarien genutzt. In den Medien stößt das Thema auf großes Interesse und findet Anhänger in verschiedenen Kreisen. Weit ab von den wissenschaftlichen Erkenntnissen ist ein medialer Selbstläufer entstanden. Die beteiligten Wissenschaftler haben sich daher das Ziel gesetzt, die voreuropäischen und modernen Maya-Überlieferungen zu "2012" in deren historischen und kulturellen Kontext zu diskutieren. Weitere Beiträge befassen sich mit deren pseudo-wissenschaftlichen Auslegungen und der damit verbundenen Vermarktung des Maya-Kalenders und der Texte.

Einblicke in laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte bieten auch die beiden anderen öffentlichen Termine der Fachtagung am 10. und 12. Februar. Am Freitagnachmittag stehen ethnologische und historische Beiträge aus der Erforschung mittelamerikanischer indigener Gesellschaften im Fokus, der Sonntagvormittag ist gänzlich der archäologischen Forschung auf der Halbinsel Yukatan gewidmet. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Wegen der begrenzten Zahl an Zuhörerplätzen wird um Anmeldung gebeten: per E-Mail iae@uni-bonn.de (Stichwort: "2012") oder telefonisch von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr unter 0228/73-4412.


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