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Mittwoch, 1. Februar 2012

Neurologen machen Gedanken hörbar

Röntgentomografie eines Patienten mit Hirnelektroden | Copyright: Adeen Flinker, UC Berkeley

Berkeley/ USA - Anhand der Analyse von Hirnaktivitätsmustern ist es US-Neurologen erstmals gelungen, Wörter die Probanden gedacht haben, zu rekonstruieren und diese in einem Umkehrverfahren auch wieder hörbar zu machen. Die Methode könnte zukünftig Patienten, die etwa im Wachkoma liegen oder an den Folgen eines Schlaganfalls leiden, und s die Möglichkeit verloren haben sich ihrer Umwelt mitzuteilen, im wahrsten Sinne des Wortes wieder eine Stimme verleihen.

Bereits im vergangenen September präsentierten Wissenschaftler um Dr. Shinji Nishimoto und Professor Dr. Jack Gallant von der University of California in Berkeley UCB die sensationellen Ergebnisse der bildhaften Rekonstruktion ganzer zuvor von den Probanden betrachteter Filmsequenzen anhand der Muster der Hirnaktivität (...wir berichteten).

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In der auf diesen Ergebnissen basierenden neuen Studie, die aktuell im Fachmagazin "PLoS Biology" veröffentlicht wurde, haben Neurowissenschaftler um Brian Pasley, ebenfalls UCB, nun Probanden Stimmen vorgespielt und zugleich deren Hirnaktivität gemessen. Danach wurden die Daten mit Hilfe eines Computermodells ausgewertet und bestimmten Wörtern bestimmte Muster zugeordnet. Auf diese Weise gelang es den Forschern dann tatsächlich, bestimmte Wörter alleine anhand der Hirnaktivitätsmuster zu identifizieren und in einem Umkehrverfahren sogar akustisch hörbar zu machen.

Gedankenmuster gedachter Wörter | Copyright/Quelle: PLoS Biology

Für ihre Untersuchungen nutzen die Wissenschaftler Patienten, die wegen Hirntumoren oder schwerer Epilepsie operiert werden sollten und denen hierzu ein Elektrodennetz direkt auf das Gehirn gesetzt wird. Mit diesen Elektroden können die Mediziner erkennen, aus welchen Arealen beispielsweise Krampfanfälle ausgehen und wo operiert werden muss.

Die Trefferquote, mit der die Wissenschaftler die gehörten und gedachten Worte richtig erkennen können liegt derzeit noch bei 20 bis 30 Prozent. Je mehr Elektroden auf dem Gehirn auflagen, desto besser war allerdings das Ergebnis. Weitere Untersuchungen sollen es zukünftig ermöglich, noch mehr Wörter und möglicherweise sogar ganze Sätze identifizieren zu können.

- Die Pressemitteilung der UCB mit Hörbeispielen finden Sie HIER

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / berkeley.edu

Chronicle: Fliegende Menschen über New York sind virales Marketing für Kinofilm

Sind es Vögel oder Supermänner? - Nein es sind Flugzeuge... Standbild aus einem Video. | Copyright/Quelle: youtube.com/user/ChronicleNYC

New York/ USA - Fliegende Menschen über New York? Der Schein trügt. In Wirklichkeit handelte es sich bei den drei fliegenden "Personen" um ferngelenkte und umgebaute Flugmodelle, mit denen ein neuer Kinofilm über Superhelden vorab nach dem Prinzip des "viralen Marketings" beworben wurde.

In dem Kinofilm "Chronicle - Wozu bist du fähig?" (Kinostart in Deutschland voraussichtlich März 2012) geht es um drei Jugendliche, die plötzlich entdecken, dass sie über Superkräfte verfügen. "Da die drei Hauptcharaktere auch die Fähigkeit zum Fliegen haben, hatten wir die Idee, Sichtungen fliegender Menschen über New York zu inszenieren", so die für das Marketing verantwortlichen US-Firma "Thinkmodo" in einer Presseerklärung.

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Tatsächlich konnte der Eindruck der fliegenden Menschen erstaunlich gut mit Hilfe umgebauter Modellflugzeuge erreicht werden, die dann über bestimmten Orten über New York und New Jersey zum Einsatz kamen und ihre Wirkung bei Passanten und Anwohnern nicht verfehlten. Weitere Flüge sollen folgen.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / thinkmodo.com / youtube.com/user/ChronicleNYC

Seeteufel

Ein zu einer Teufelsfigur zurechtgeschnittener und aufgespannt getrockneter Rochen. | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Fobos-Grunt: Experten machen kosmische Strahlung für fehlgeschlagene russische Mars-Mission verantwortlich

Künstlerische Darstellung der geplanten Mission "Fobos-Grunt" (Illu.). | Copyright: Roskosmos

Woronesch/ Russland - Keine Sabotage durch Radaranlagen des US-Militärs sondern ein durch kosmische Strahlung ausgelöster Fehler im Bordcomputer, war der Grund dafür, dass die russische Marsmond-Sonde "Fobos-Grunt" ihren Weg aus der Erdumlaufbahn nicht herausfand und einen Monat später in der Erdatmosphäre verglühte. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht russischer Experten, der damit zugleich Vorwürfen von russischen Wissenschaftlern und Politikern widerspricht, das Raumschiff sei Opfer von Radarstrahlen des US-Militärs geworden.

Wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Dienstag mitteilte, sei es zu einem Neustart der Bordcomputeranlage gekommen, die sich dann auf den Energiespar- und Wartemodus umgestellt habe, statt die Sonde Richtung Mars zu feuern. Die Nachrichtenagentur "Ria Novosti" zitierte zudem den Roskosmos-Chef Vladimir Popowkin dahingehend, dass die "lokale Einwirkung von schweren geladenen Weltraumteilchen auf die Bordcomputeranlage die wahrscheinlichste Ursache für den Computerausfall" gewesen sei.

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Zuvor hatte Popowkin in einem Interview schwere Vorwürfe in Richtung westlicher Staaten, allen voran gegen die USA erhoben - ohne diese jedoch direkt namentlich zu nennen. Demnach könnte die russische Mars-Sonde möglicherweise Opfer des Angriffs eines Satellitenabwehrsystems gewesen sein. Auch andere aktuelle und zugleich gescheiterte Raumfahrtmissionen Russlands führte Vladimir Popovkin auf mögliche Einflussnahme durch störende "starke Radar-Signale von einer Anlage in Alaska" zurück. Die US-Seite hatte eine solche Erklärung für den Fehlschlag der Mission ebenso abgewiesen wie eine Beteiligung an einer Untersuchung der Ursachen (...wir berichteten, s. Links).


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