Donnerstag, 17. Januar 2013

2011/12: Alleine Senckenberg-Forscher entdecken knapp 500 neue Arten


Noch in 796 Metern Tiefe des Arktischen Ozeans wurde diese Ruderfußkrebse Cerviniella hitoshii sp. nov entdeckt. | Copyright: Terue C. Kihara / Senckenberg 

Frankfurt a. Main (Deutschland) - In den zurückliegenden zwei Jahren, 2011 und 2012, haben alleine die Wissenschaftler der Senckenberg-Forschungsinstitute 489 neue Arten entdeckt und beschrieben.

Nicht nur in der antarktischen Tiefsee, in den Regenwäldern von Laos oder in heimischen Auenlandschaften - überall entdecken Wissenschaftler der zehn Senckenberg-Standorte neue Tier- und Pflanzenarten. Selbst in vermeintlich bekannten Sammlungsschränken machen sie immer wieder Neuentdeckungen - sei es wegen bislang fehlender Klassifizierung oder dem Einsatz von neuen Bestimmungsmethoden. "Ziel ist dabei immer, die Vielfalt des Lebens auf der Erde, die Biodiversität, zu erfassen und zu erhalten", erklärt der Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger.

489 neue Arten, so berichtet die Pressemitteilung der Senckenberg-Gesellschaft (senckenberg.de), wurden in den letzten beiden Jahren von Senckenberg-Wissenschaftlern weltweit beschrieben. Die Palette der Neuentdeckungen reichte dabei von farbenfrohen Inselkrabben über abfärbende Frösche und fossile Spechte bis hin zur ersten augenlosen Riesenkrabbenspinne. Kaum entdeckt, sind manche Tiere denn auch schon wieder vom Aussterben bedroht. "Taxonomie dient auch dazu, Tierarten schützen zu können", erklärt Dr. Peter Jäger, Arachnologe bei Senckenberg und selbst Entdecker von 46 neuen Spinnenarten in den Jahren 2011 und 2012. "Nur wer die Artenvielfalt kennt, kann entsprechende Schutzprogramme entwickeln." Aller Neuentdeckungen zum Trotz, sterben täglich schätzungsweise immer noch über 100 Tierarten aus.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

In den Jahren 2011 und 2012 entdeckten Senckenberger Forscher 402 heute lebende und 87 fossile Arten, 414 davon leben an Land und 75 in den Weltmeeren. Das Gros der neuen Arten (324) stammt aus Asien, immerhin 96 Arten aus Europa. Die Gliederfüßer, zu denen die Insekten, Spinnentiere, Krebstiere und Tausendfüßer gehören, waren aufgrund ihrer schon bekannten Artenvielfalt erwartungsgemäß mit über 300 Arten auch bei den Neubeschreibungen führend, danach folgten Schnecken und Muscheln (64) und Pflanzen (30). Es wurden sowohl molekulare als auch traditionelle Methoden, wie morphologische Untersuchungen, eingesetzt. „Das Jahr 2012 war mit 329 neuentdeckten Arten der bisherige Senckenberg-Spitzenreiter“, ergänzt Mosbrugger und fährt fort: "Demnach haben wir etwa zwei Prozent der weltweit neu entdeckten Arten beschrieben.“

In den letzten fünf Jahren kommen die Senckenberger Wissenschaftler auf über 1.100 Artneubeschreibungen. Doch auf ihrem Erfolg ausruhen wollen sich die Biologen und Paläontologen nicht. "Bisherige Schätzungen zur globalen Artenvielfalt gehen weit auseinander: Experten sehen die Zahl zwischen drei und 100 Millionen Arten“, erläutert Jäger. Sicher sei jedoch, dass der Mensch einen Großteil davon noch nie zu Gesicht bekommen hat.

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: senckenberg.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE