Freitag, 11. Januar 2013

Astronomen entdeckten größte Struktur im Universum - die es eigentlich gar nicht geben dürfte


Künstlerische Darstellung eines einzelnen Quasars (Illu.).
| Copyright. ESO/M. Kornmesser 


Preston (England) - Ein internationales Astronomenteam hat die bislang größte bekannte Struktur im des Universums entdeckt. Die Große Quasargruppe ist so groß, dass eine Durchquerung selbst mit Lichtgeschwindigkeit noch vier Milliarden Jahre dauern würde. Eigentlich verbietet das sogenannte kosmologische Prinzip Strukturen dieser Größe.

Wie das Team um Dr. Roger Clowes von der University of Central Lancashire aktuell im Fachjournal "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" berichtet, handelt es sich bei Quasaren um den Kern aktiver Galaxien aus den Kindertagen des Universums. Seit 1982 ist bekannt, dass sich Quasare zu haufenartigen Strukturen, sogenannten "Large Quasar Groups" (LQG, Große Quasar-Gruppen) zusammenklumpen können, die dann erstaunliche Ausdehnungen erreichen können.

Während Galaxienhaufen für gewöhnlich 2 bis 3 Megaparsec (Mps) groß sind, bringen es normale Quasargruppen schon einmal auf einen Durchmesser von 200 Mpc. Die nun entdeckte längliche LQG-Struktur hat jedoch einen Durchmesser von 500 bis zu maximal 1.200 Megaparsec (Mpc) also bis zu 4 Milliarden Lichtjahren! Im Vergleich dazu entspricht der Abstand unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, von ihrer nächsten Nachbargalaxie, Andromeda, gerade einmal etwa 0,75 Mpc oder 2,5 Millionen Lichtjahren. Alleine schon diese nahezu unvorstellbare Distanz würde also in die neuentdeckte Struktur rund 1.600 Mal hineinpassen.


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Himmelskarte mit Positionen und Dichte der Quasare in der neuentdeckten LQG. Die roten Kreuze markieren eine benachbarte kleinere Quasargruppe.
| Copyright: R. G. Clowes / UCLan

Damit ist die Struktur jedoch derart groß, dass sie das Postulat des sogenannten "kosmologischen Prinzips" in Frage stellt, nach dem sich das homogene Weltall einem Beobachter unabhängig von dem Punkt des Raumes, in dem er sich befindet, immer gleich darstellen sollte und auf dem auch die moderne Theorie der Kosmologie nach Albert Einstein basiert. Obwohl bislang als gültig angenommen, konnte dieses Prinzip aber noch nie zweifelsfrei und anhand von direkten Beobachtungen bewiesen werden. Berechnungen auf der Grundlage dieses Prinzips legen eigentlich nahe, dass es keine Strukturen im Universum geben sollte, die größer sind als 370 Megaparsec.



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"Obwohl es kaum möglich ist, sich den Maßstab bewusst zu machen, so können wir doch zweifelsfrei sagen, dass es sich bei dieser LQG um die bislang größte bekannte Struktur unseres Universums handelt", so Clowes. "Das ist alles höchst faszinierend, vor allem, da sie dem bisherigen Verständnis über den Maßstab des Universums widerspricht."


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Quelle: ras.org.uk, uclan.ac.uk
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