Donnerstag, 3. Januar 2013

Fermi-Blasen: Teleskop enträtselt gewaltige Partikelblasen im Zentrum der Milchstraße

Künstlerische Darstellung der Fermi-Blasen. | Copyright: NASA/DOE/Fermi LAT/D. Finkbeiner et al. 

Perth (Australien) - Seit das Gammastrahlen-Weltraumteleskop "Fermi" 2010 zwei gewaltige blasenartige Strukturen entdeckte, die aus dem Zentrum unsere Galaxie, der Milchstraße, austreten, sorgten diese für Rätselraten unter Astrophysikern. Jetzt konnten internationale Astronomen die sogenannten "Fermi-Blasen" mit dem 64-Meter-Parks-Radioteleskop der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CISRO) vermessen und feststellen, was die Strukturen befeuert.

Die senkrecht zur Ebene der Milchstraße austretende Doppelblase erstreckt sich über unglaubliche 50.000 Lichtjahre, was in etwa der Hälfte des Gesamtdurchmessers unserer Galaxie entspricht. "Was wir da sehen, sind zwei Gammastrahlen aussendende Blasen, die sich 25.000 Lichtjahre in nördlicher und südlicher Richtung vom galaktischen Zentrum ausdehnen", erläuterte 2010 Doug Finkbeiner, vom "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics" in Cambridge, der gemeinsam mit seinen Studenten Meng Su und Tracy Slatyer die bis dahin unbekannte Struktur zum ersten Mal entdeckt hatte. "Um was genau es sich handelt und woher sie stammt, wissen wir bislang jedoch nicht", erklärten die Forscher damals (...wir berichteten).

Unsichtbar für das menschliche Auge, überspannt die Struktur damit mehr als die Hälfte des sichtbaren Sternenhimmels und zieht sich vom Sternbild Jungfrau (Virgo) bis zum Kranich (Grus).


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Wie Forscher aus Australien, den USA, Italien und den Niederlanden um Professor Lister-Staveley-Smith von der University of Western Australia und Dr. Ettore Carretti von der CISRO jetzt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" berichten, handele es sich um gewaltige Energieströme, deren Quelle lange Zeit ein Rätsel war. "Was wir jedoch wussten war, dass diese Strukturen etwa das Millionenfache der Energie einer Supernova-Expolsion beinhalten", so Lister-Staveley-Smith. "Unser Sonnensystem befindet sich etwa 30.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Somit sind wir vor diesen Partikelströmen auch in absoluter Sicherheit, da sie sich in entgegengesetzter Richtung bewegen."

Nachdem zunächst unklar war, ob es sich nicht um Quasar-artige Aktivitäten des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße, Sagittarius A*, handelt, erlauben die aktuellen Messungen mit dem Parkes-Radioteleskop gemeinsam mit früheren Beobachtungen der Weltraumteleskope "Fermi" und "Planck" nun ein recht gutes Verständnis darüber, was hinter den gewaltigen Partikelströmen steckt.



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Tatsächlich werden die Fermi-Blasen offenbar von vielen Generationen Sternen gespeist, die im Galaktischen Zentrum über hunderte von Millionen Jahren hinweg entstanden und explodierten. Die Strahlung dieser zahllosen Supernovae (Sternenexplosionen) ist es offenbar, die die Blasen bis heute befeuern.

Von weiteren Untersuchungen erhoffen sich die Wissenschaftler Antworten auf eine der großen astronomischen Fragen über unsere Galaxie, die danach fragt, wie die Milchstraße ihr magnetisches Feld erzeugt und aufrechterhält. Offenbar, so vermuten die Astronomen, haben die Fermi-Blasen daran einen wichtigen Anteil.

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