Mittwoch, 23. Januar 2013

Polarlichter könnten ferne Planeten verraten


Energetisches Nordlicht über Finnland.
| Copyright: JensPaulus.com 

Leicester (England) - Britische Astronomen haben weitere Belege dafür gefunden, dass es auch auf Himmelskörpern ferner Planetensysteme zu Polarlichtern kommt und daraus eine neue Methode abgeleitet, mit der Planeten jenseits des Sonnensystems, sogenannte Exoplaneten, gefunden und untersucht werden könnten.

Polarlichter gibt es nicht nur über den beiden Polregionen der Erde, sondern auch auf anderen Planeten in unserem eigenen Sonnensystem. Die hellsten Polarlichter zaubern die Partikel des Sonnenwindes in Interaktion mit den Feldlinien des Magnetfeldes über die Pole des Gasriesen Jupiter. Obwohl es eigentlich keinen Grund gibt, warum es sich nicht geben sollte, wurden bislang jedoch noch keine Polarlichter auf Himmelskörpern jenseits der Neptunbahn nachgewiesen.



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In einer aktuell im Fachmagazin "Astrophysical Journal" veröffentlichten Studie zeigen Forscher um Dr. Jonathan Nichols von der University of Leicester, dass erstaunlich ähnliche Prozesse wie jene, die die starken Polarlichter auf Jupiter entstehen lassen, auch für eine Vielzahl von Radioemissionen verantwortlich sein könnten, die von sogenannten ultrakalten Zwergsternen und Braunen Zwergen, also jener Klasse von Himmelskörpern zwischen Stern und Gasriese, jenseits des Sonnensystems auszugehen scheinen. Zudem seien diese Radioemissionen derart stark, dass sie auch über interstellare Distanzen hinweg zu orten sei, wodurch entsprechende Planeten und Himmelskörper ihre Existenz preisgeben würden.


Jupiterpolarlichter mit Io-Fußpunkten | Copyright: LPAP/Université de Liège

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Polarlichter selbst entstehen, wenn geladenen Partikel, etwa des Sonnenwinds, entlang der magnetischen Feldlinien, oberhalb der Pole in die obere Atmosphäre eindringen, hier auf Gasteilchen treffen und diese zum Leuchten anregen. Noch bevor diese Teilchen jedoch auf die Atmosphäre treffen, geben sie Radiowellen ins All ab.

Neben dem reinen Nachweis extrasolarer Himmelskörper - besonders starke Polarlichter vorausgesetzt - könnten die Signale aber auch weitere Informationen über die entsprechenden Planeten liefern. So könnten die Emissionen Rückschlüsse etwa auf die dortige Tageslänge, die Stärke des magnetischen Feldes, Interaktionen mit dem Zentralgestirn und sogar die Anwesenheit von Monden zulassen.

Schon in naher Zukunft will Nicholas gemeinsam mit Kollegen die nordeuropäische Radiointerferometer-Anlage "LOFAR" nutzen, um gezielt nach Polarlichtern auf Exoplaneten zu suchen.

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