Donnerstag, 10. Januar 2013

Potentieller Killer-Asteroid Apophis ist größer als bislang vermutet


Aktuelle Dreifarb-Ansichten des Asteroiden Apophis.
| Copyright: ESA/Herschel/PACS/MACH-11/MPE/B.Altieri (ESAC) and C. Kiss (Konkoly Observatory)
 


Garching (Deutschland) - Mit dem ESA-Weltraumobservatorium "Herschel" haben Astronomen den Asteroiden "Apophis" ins Auge genommen, der sich an diesem Wochenende der Erde bis auf 14,5 Millionen Kilometer nähern wird und bei seiner Wiederkehr in den Jahren 2029 und 2036 lange Zeit als potentielle Gefahr für unseren Planeten galt. Obwohl die neuen Beobachtungen zeigen, dass Apophis noch größer ist als bislang vermutet und dieser Umstand auch die bislang berechnete Flugbahn des Asteroiden verändert, gehen Astrophysiker mittlerweile nicht mehr von einer Bedrohung für die Erde aus.

Nachdem der Asteroid mit der Katalogbezeichnung (99942, zuvor 2004 MN4) erst 2004 entdeckt worden war, schätzten Wissenschaftler lange Zeit das Risiko, dass Apophis 2029 die Erde treffen könnte, auf knapp drei Prozent. Anhand weiterer Beobachtungen konnte ein Treffer 2029 jedoch schnell ausgeschlossen werden.

Was blieb, war die Ungewissheit darüber, ob die Passage 2029 aufgrund der dichten Erdnähe von nur 36.000 Kilometern den Asteroiden derart vom Kurs abbringen könnte, dass er bei seiner Rückkehr 2036 die Erde treffen würde.


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Um dann und schon jetzt jedoch möglichst exakte Vorhersagen machen zu können, ist es notwendig, so viele physikalische Eigenschaften des Asteroiden so genau wie möglich zu kennen, um diese bei Berechnungen und Vorhersagen berücksichtigen zu können.

Mit dem Weltraumteleskop "Herschel" haben Astronomen um Thomas Müller vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und Laurence O'Rourke vom "MACH-11-Beobachtngsprogramm des "European Space Astronomy Centre" (ESAC) nun den sich der Erde nähernden Asteroiden erneut genauer untersuchen können. Dabei gelangen auch erstmals thermale Untersuchungen von Apophis in unterschiedlichen Wellenlängen. Gemeinsam mit den optischen Beobachtungen konnten die Forscher somit den bislang angenommenen Durchmesser des Asteroiden von 270 ± 60 Metern auf 325 ± 15 Meter präzisieren.



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"Eine solcher, um 20 Prozent größerer Durchmesser beeinflusst nun auch unserer Schätzungen über die Masse des Asteroiden", erläutert Müller, der die neue Datenanalyse zu Apophis leitete.

Auch die Albedo, also der Reflexionsgrad, des Asteroiden konnte anhand der gemessenen abgegebenen Hitze auf 0,23 bestimmt werden. Frühere Schätzungen gingen von 0,33 aus. Dieser Wert - so erläutert die Pressemitteilung der europäischen Weltraumagentur ESA - bedeutet, das 23 Prozent des Sonnenlichts, das auf den Asteroiden fällt, von diesem auf wieder reflektiert wird. Der Rest des Lichts wird absorbiert und erhitzt so den Asteroiden.

 
Neues Temperaturmodell des Asteroiden Apophis. | Copyright: ESA/Herschel/MACH-11/T.Müller MPE (Germany)

Es sind genau diese thermalen Eigenschaften des Asteroiden, die Hinweise auf sein zukünftiges Verhalten und damit auch auf möglich Kursbeeinflussungen und -veränderungen ermöglichen, wenn der Asteroid zusehends von der Sonne erhitzt wird und sich aufgrund der Rotation des Körpers Erwärmungs- und Abkühlungszyklen jedoch lokal abwechseln.



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Anhand der derzeitigen Berechnungen und Schätzungen der Wissenschaftler ist allerdings schon jetzt auch die Chance, dass Apophis 2036 die Erde treffen wird, sehr gering. NASA-Astronomen, die Apophis bei seiner derzeitigen Erdannäherung mit dem Goldstone Radioteleskop in Kalifornien untersucht haben, sind sich sogar sicher, dass überhaupt keine der möglichen physikalischen Veränderungen Apophis 2029 auf eine Kollisionsbahn im Jahre 2036 bringen kann. Der Asteroid werde dann die Erde erneut um mindestens 14 Millionen Kilometer verfehlen. Noch bis zum 17. Januar wird der Asteroid mit Radioteleskopen genauestens beobachtet, um die bisherige Entwarnung bestätigen zu können.

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Quelle: ESA, gssr.jpl.nasa.gov

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