Montag, 7. Januar 2013

Schweizer Skeptiker fordern Absetzung astrologischer Sendung im Schweizer Staatsradio


Archiv: Geburtshoroskop.
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Bern (Schweiz) - Die "Schweizer Skeptiker" haben eine Online-Petition gegen die regelmäßige Ausstrahlung der dort beliebten Astrologiesendung "Madame Etoile" im staatlichen Schweizer Radio gestartet.

Im Originaltext der Petition heißt es:

"Wir fordern SRF als gebührenfinanziertes Unternehmen auf, auf faktische Werbefenster für Scharlatanerie zu verzichten und insbesondere die SRF3-Sendung mit 'Madame Etoile' einzustellen.

Es ist äußerst befremdlich, dass die vom Staatsradio angestellte (!) Astrologin Monika Kissling vom SRF-Mediensprecher als glaubwürdig bezeichnet wird, da sie 'in der hiesigen Astrologenszene großes Ansehen' genieße.

Es gibt keine seriöse Astrologie, sie ist ein widerlegter Aberglaube. Das theoretische Gerüst ist mit den Erkenntnissen der Wissenschaft nicht in Einklang zu bringen. Zudem belegen zahlreiche empirische Studien, dass zwischen Sternzeichen und Charaktereigenschaften keinerlei Korrelationen auszumachen sind.

Dass eine Kolumne von 'Madame Etolie' gar auf dem SRF3-Webauftritt als "Highlight" hervorgehoben wird, empfinden wir als ausgesprochenes Armutszeugnis - und als unverdiente Herabwürdigung anderer SRF-Sendeelemente.

Wir, die Unterzeichnenden, anerkennen selbstredend, dass auch Unterhaltung zum SRF-Programmauftrag gehört. Der Gesetzgeber hatte aber bei der Ausformulierung des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) kaum Propaganda für Scharlatanerie mitgemeint, und noch viel weniger, einer Privatperson die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Quacksalberei-Label auf SRF-Sendern bewerben zu können.

Wir fordern deshalb den SRF-Direktor Rudolf Matter auf, die Sendung mit 'Madame Etoile' unverzüglich einzustellen und generell darauf zu verzichten, in Sendungen den RTVG-Bildungsauftrag mit der Propagiererung von Aberglauben zu unterlaufen."
- Die Petition kann HIER gezeichnet werden.

Schon 2008 hatten sich die deutschen Kollegen des Schweizer "Vereins für kritisches Denken", die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP) um Einflussnahme und Zensur auf das bundesdeutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen bemüht und als Reaktion auf die Ausstrahlung der vom österreichischen Fernsehen ORF produzierten Dokumentation mit dem Titel "Unser Wissen ist ein Tropfen - Wasser, das unbekannte Wesen", die auch auf 3sat ausgestrahlt wurde, öffentlich den Ausschluss parawissenschaftlicher Themensendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gefordert.

Entsprechende Sendebeiträge, so die damalige Mitteilung der GWUP gehörten "bereits aufgrund des rein parawissenschaftlichen Charakters nicht in einen Sender des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. ORF und 3sat haben damit schlichtweg Volksverdummung betrieben."
(...wir berichteten)

Gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" erklärte damals Dr. Martin Mahner vom "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der GWUP: "Während die Privatsender derzeit das Übersinnliche propagieren, haben die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten diesbezüglich einen rein wissenschaftlichen Bildungsauftrag. Grundsätzlich dürften hier also grenzwissenschaftliche Themen nur dann thematisiert werden, wenn sie gleichzeitig auch naturwissenschaftlich erklärt werden könnten.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Das Skeptiker-Syndrom 15. September 2012
Skeptiker fordern Ausschluss parawissenschaftlicher Themensendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen 7. November 2008

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quellen: skeptiker.ch, activism.com, gwup.org, srf.ch
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(falls nicht anders angegeben)


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