Dienstag, 19. Februar 2013

Entdeckung von Wasserspuren im ältesten Mondgestein stellt populäre Theorie zur Mondentstehung in Frage


Der sog. "Genesis-Stein", entnommen von Apollo 15, gehört zum ältesten Mondgestein aus der urzeitlichen Kruste des Erdtrabanten und beinhaltet dennoch Wasser.
| Copyright: NASA/Johnson Space Center 


Notre Dame (USA) - US-Wissenschaftler haben Spuren von Wasser im Innern von kristallinen Strukturen von Mineralproben aus der oberen und zugleich urzeitlichen Mondkruste entdeckt, die schon in den 1970er Jahren von den Apollo-Missionen zur Erde gebracht wurden. Die Hochländer des Erdtrabanten gelten unter Wissenschaftlern als Teile der ursprünglichen Kruste des Mondes und bestehen aus Material, dass einst aus einem Magma-Ozean kristallisierte, der einen Großteil des jungen Mondes bedeckte. Die Entdeckung der Forscher legen nahe, dass schon das Innere des frühen Mondes feucht war und dass dieses Wasser nicht - wie bislang vermutet - im Verlauf der Mondentwicklung verloren ging. Die Ergebnisse scheinen damit der bislang vorherrschenden Erklärungstheorie zur Entstehung des Mondes zu widersprechen.

Laut dieser entstand der Mond aus Trümmermaterial, dass bei einem gewaltigen Zusammenstoß der noch jungen Erde mit einem anderen, etwa marsgroßen Himmelskörper (Theia) weggeschleudert wurde und sich in der Umlaufbahn des Mondes zum Erdtrabanten zusammenballte (...wir berichteten, s. Links).

"Da es sich bei dem von uns untersuchten Gestein um mit das älteste Mondgestein überhaupt handelt, muss das Wasser darin auch aus jener Zeit stammen, als der Mond selbst entstanden ist", so Youxue Zhang von der Universitiy of Michigan Zhang. "Das aber ist mit der derzeit populärsten Theorie zur Mondentstehung nur schwer zu erklären, da anhand dieser Vorstellung der heiße Auswurf jegliches Wasser verdampft haben müsste."


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Wie die Forscher um Hejiu Hui von der University of Notre Dame und Zhang aktuell in einem Artikel im Fachjournal "Nature Geoscience" berichten, entdeckten sie das Wasser in Körnern aus Kalk-Natrium-Feldspat aus Gestein aus den Mond-Hochländern. Darin eingebettet fanden die Forscher sechs Teile Wasser pro Million Teile Anorthosit.

"Allerdings liegt das gefundene Wasser nicht in flüssiger Form sondern in Hydroxyl-Gruppen vor, die innerhalb der Mineralkörner aus den Apollo-Proben verteilt sind", erläutert Hui. Der Nachweis dieser Hydroxyl-Gruppen belege jedoch, dass das Innere des Mondes während der frühen, noch größtenteils geschmolzenen Phase der Mondentstehung bedeutende Mengen Wasser enthielt, bevor sich die Kruste verfestigte.


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"Die Anwesenheit von Wasser", so Hui, "könnte eine deutlich langfristigere Verfestigungsphase des lunaren Magmaozeans belegen, als dies das bislang populäre Modell der Mondentstehung vorsieht."

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