Mittwoch, 6. Februar 2013

Forscher zweifeln an Erdähnlichkeit sogenannter Super-Erden


Unsere Erde (l.) und die sog. Super-Erde "55 Cancri e" im Vergleich (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC) 

Graz (Österreich) - Eine aktuelle Studie Grazer Weltraumforscher lässt Exoplanetenforscher aufhorchen - kommt diese doch zu dem Schluss, dass die meisten neu entdeckten sogenannten Super-Erden, also Planeten von der bis zu 10-fachen Erdmasse, unserem Heimatplaneten wahrscheinlich eigentlich gar nicht so ähnlich sind als bislang angenommen und sie vielmehr kleinen Ausgaben des eisigen Gasplaneten Neptun gleichen.

Wie das Team um Helmut Lammer vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften aktuell im Fachmagazin "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" erläutert, schreibt es die stetig steigende Anzahl an neu entdeckten "Super-Erden" geradezu vor, diese im Sonnensystem nicht vorhandene Planetenkategorie genauer unter die Lupe zu nehmen, damit man besser versteht, ob sie wirklich erdähnlich sind oder nicht.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Die Grazer Wissenschaftler haben nun sieben solcher Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (sog. Exoplaneten) untersucht, die etwas schwerer und größer als die Erde sind, aber eine geringere Dichte aufweisen. Diese Himmelskörper besitzen eine mittlere Dichte, die auf Neptun-ähnliche große Wasserstoffhüllen hindeutet. Die Strahlungsflüsse der Muttergestirne von Super-Erden in den Systemen von Kepler-11, Gliese 1214 und 55 Cancri wurden durch Beobachtungsdaten ermittelt und deren Einflüsse auf die Gashüllen, welche diese Planeten umgeben, modelliert.



Flattr this

Das Ergebnis dieser Analysen hat gezeigt, dass die kurzwellige Strahlung der Muttersterne die oberen Atmosphären so aufheizt, dass sich die Wasserstoffhüllen über viele Planetenradien ausdehnen und schließlich hydrodynamisch vom Planeten entfliehen. "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass viele Super-Erden zwar einen extrem hohen Atmosphärenverlust aufweisen, ihre wasserstoffreichen Protoatmosphären aber zum Großteil behalten und diese nicht zur Gänze verlieren, wie dies bei der leichteren Erde während der aktive Phase der jungen Sonne der Fall ist", so Lammer.

Sollten sich die Resultate der Studie bestätigen, würde sich eine ineffiziente Atmosphärenflucht stark auf die Habitabilität, also die potentielle Lebensfreundlichkeit von Super-Erden auswirken. Diese Ergebnisse sind auch für die ESA-Satellitenmission CHEOPS von großer Bedeutung, die die Zusammensetzung von Exoplaneten durch Hochpräzisionsphotometrie ermitteln wird (...wir berichteten).


Teleskop bei Astroshop

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: oeaw.ac.at
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE