Samstag, 2. Februar 2013

Lake Whillans: Forscher finden erste Beweise für Leben in antarktischem subglazialem See


Blick der Bohrkopfkamera entlang des Bohrloches in den Whillans Lake. | Copyright/Quelle: The Whillans Ice Stream Subglacial Access Research Drilling Project, NSF 

Washington (USA) - Erste Untersuchungen der erst vor wenigen Tagen aus einem unter dem vor Ort 800 Meter dicken antarktischen Eispanzer verborgenen See entnommenen Proben (...wir berichteten) liefern ersten Anzeichen für dortigen Leben.

Wie das Team der "Whillans Ice Stream Subglacial Access Research Drilling" (WISSARD) über einen Journalisten des "Discover Magazine" aktuell berichten lässt, stehen definitive Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchung der Wasserproben zwar noch aus und dürften auch noch einige Wochen auf sich warten lassen, doch hätten erste Tests schon jetzt ein interessantes Vorabergebnis offenbart.

Unter dem Mikroskop entdeckten die Forscher im Wasser aus dem Lake Whillans Zellkörper, die als Reaktion auf DNA-sensible Hefe grün aufleuchten. Hierbei handele es sich um den ersten Beweis überhaupt für Leben in einem subglazialen - also von Gletschern bedeckten - antarktischen See.


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Schon zuvor hatten russische Wissenschaftler im Wasser aus einer oberen Schicht des deutlich größeren, tiefer gelegenen und gänzlich von der Außenwelt isolierten Wostoksees zwei Bakterienarten ausgemacht - dann jedoch festgestellt, dass es sich mit großer Sicherheit im das Ergebnis einer Kontamination des Bohrlochs mit oberirdischen Mikroben gehandelt hatte. Ergebnisse der Untersuchung des Tiefengewässers oder gar der Sedimente des Wostoksees liegen bislang noch nicht vor (...wir berichteten).

Jetzt wollen die US-Forscher die gefundenen Mikroben in einem längerfristigen Prozess dahingehend untersuchen, ob diese auch tatsächlich wachsen und gedeihen. Zudem sei bislang noch nicht klar, ob es sich um bekannte oder bislang völlig unbekannte Mikroben handelt. Bis diesbezüglich sichere Ergebnisse vorliegen werden, können nun jedoch noch Wochen oder gar Monate vergehen.



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Schon jetzt spekulieren die Forscher des WISSARD-Projekts jedoch über die Natur der Mikroben: Wahrscheinlich handele es sich um Mikroben, die ihre Nährstoffe aus dem im See zugänglichen Gestein beziehen und die möglicherweise auch über eine stetige Sauerstoffzufuhr aus Schmelzwasser aus dem Eispanzer verfügen. "Wenn Eis schmilzt, so werden darin eingeschlossenen Luftblasen freigesetzt", erläutert der WISSARD-Geomikrobiologe Mark Skidmore von der Montana State University. "Das entspricht dann etwa 20 Prozent Sauerstoff der aus dem Gletscherbett heraus das Seewasser anreichert."

Von den Ergebnissen der Untersuchungen der Proben aus dem Lake Whillans erhoffen sich die Wissenschaftler auch Rückschlüsse auf mögliches außerirdisches Leben. Schließlich ist die Antarktis nicht der einzige Ort in unserem Sonnensystem, an dem große Wasserspeicher von einer bis zu mehre Kilometer dicken Eisschicht bedeckt sind: Auch auf den Jupiter- und Saturnmonden Europa und Enceladus verdeckt ein kilometerdicker Eispanzer wahrscheinlich ganze Ozeane flüssigen Wassers, die viele Wissenschaftler als hoffnungsvollste Heimstätte für außerirdisches Leben im Sonnensystem ansehen.

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Quellen: wissard.org, discovermagazine.com
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