Mittwoch, 13. Februar 2013

Meteorit offenbart erstmals Beweise dafür, dass Wasser die Oberfläche des Mars aufgelöst hat


Ätzgrübchen in Mineralen aus dem Innern des Nakhla-Marsmeteoriten. | Copyright/Quelle: gla.ac.uk

Glasgow (Schottland) - Anhand einer neuen Untersuchung von Proben des sogenannten "Nakhla"-Marsmeteoriten sind schottische Wissenschaftler erstmals auf Beweise dafür gestoßen, dass Wasser einst Teile der Oberfläche des Roten Planeten gelöst hat.

Wie die Forscher um Professor Martin Lee von der University of Glasgow aktuell im Fachmagazin "Meteoritics and Planetary Science" (MAPS) berichten, handelt es sich bei dem Meteoriten um einen Brocken vom Mars, der 1911 in der Nähe des ägyptischen Städtchens Nakhla niedergegangen war und dessen Alter auf rund 10 Millionen Jahre datiert wird.

Schon frühere Untersuchungen des Meteoriten hatten Beweise für die einstige Existenz von Wasser auf dem Mars erbracht (...wir berichteten), als in dessen Innern Sekundärminerale entdeckt wurden, die so nur durch die Reaktion mit Wasser entstanden sein konnten. "Bislang war jedoch noch unklar, woher die chemischen Elemente kamen, die diese Minerale entstehen ließen", erläutert Lee.



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Unter dem Elektronenmikroskop untersuchten die Forscher nun schalenförmige Eindrücke, sogenannte Ätzgrübchen (etching pits) in Körnern der Minerale Olivin und Augit, die im Innern des Meteoriten gefunden wurden.

"Was wir da gefunden haben, ist der erste Beweis dafür, dass die Grübchen entstanden, als Wasser die Mineralien auflöste und dass die so aus diesen Mineralien gelösten Elemente dann zur Entstehung der Sekundärminerale führten."

Für die Forscher ist diese Entdeckung faszinierend, erlaubt sie doch neue Einblicke i jene Prozesse, als Wasser einst das Marsgestein beeinflusst hatte.

Durch die Untersuchung der Lösungsstärke, die zur Entstehung der Grübchen in den Mineralen geführt hatte, waren die Wissenschaftler auch in der Lage, eine Aussage darüber zu treffen, wie lange Wasser zumindest in der untersuchten Probe (also dem Marsmeteoriten) anwesend war: "Es könnte gut möglich sein, dass dieses bestimmte Stück Marsgestein nur wenige Monate und wahrscheinlich weniger als ein Jahr Wasser ausgesetzt war", so Lee.



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Dieser Zeitraum, so der Forscher weiter, sei zwar natürlich nicht lange genug, um eine lebensfreundliche Biosphäre aufrechtzuerhalten, allerdings gelte das Ergebnis der Studie nur für einen sehr kleinen Teil der Marsoberfläche (eben den Meteoriten), weswegen es kaum möglich sei, von diesem Teil auf größere Maßstäbe zu schließen.

"Unsere Ergebnisse führen jedoch zu faszinierenden Fragen darüber, wie lange Wasser mit jenem Teil der Marsoberfläche interagierte, aus dem der Nakhla-Meteorit stammt und wohin dieses Wasser dann auch wieder verschwunden ist."

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