Samstag, 9. Februar 2013

NASA gibt Asteroiden-Entwarnung: 45-Meter-Brocken passiert am kommenden Freitag die Erde innerhalb Umlaufbahn geostationärer Satelliten


Orbitaldiagramm des Asteroiden "2012 DA14" am 1
5. Februar 2012. Zeitangaben in UTC (=MEZ – 1Std.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech 

Washington (USA) - Am kommenden Freitag, den 15. Februar 2013, kommt es zum dichtesten Vorbeiflug eines mittelgroßen Asteroiden an der Erde seit dem derartige Objekte direkt beobachtet, verfolgt und erforscht werden. Obwohl "2012 DA14", so die Bezeichnung des etwa 45 Meter durchmessenden Asteroiden, die Erde deutlich innerhalb der Umlaufbahn geostationärer Satelliten passiert, bestehe keine Gefahr, dass der kosmische Brocken mit der Erde zusammenstößt - versichert die NASA.

Entdeckt wurde "2012 DA14" erst im vergangenen Februar (2012). Am 15. Februar wird er gegen 20:24 (MEZ) die Erdoberfläche in nur 27.700 Kilometern Höhe (was in etwa einem Zehntel des Abstandes zwischen Erde und Mond entspricht) über dem Indischen Ozean nahe Sumatra passieren.

Damit befindet sich der Asteroid zwar in sicherem Abstand zur Erdatmosphäre, doch passiert er unseren Planeten deutlich innerhalb der Umlaufbahnebene geostationärer Satelliten, die die Erde in einem Abstand von rund 35.000 Kilometern umkreisen. Innerhalb des Erde-Mond-Systems wird sich "2012 D14" etwas 33 Stunden lang aufhalten und dieses am 16. Februar 2013 wieder gegen Mittag unserer Zeit verlassen.


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Laut der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA besteht "keine Möglichkeit, dass der Asteroid die Erde treffen könnte. Seine Umlaufbahneigenschaften sind und sehr gut bekannt, weswegen wir mit Sicherheit sagen können, dass der Asteroid der Erde nicht näher als 27.650 Kilometer kommen wird. (...) Auch in den kommenden Jahren, wird '2012 DA14' trotz seiner erdähnlichen Umlaufbahn um die Sonne der Erde nicht gefährlich werden. Die nächste dichte Annäherung findet 2046 statt. Dann kommt er bis auf knapp eine Million Kilometer an die Erde heran.

Dennoch blicken auch die Raumfahrtexperten und Wissenschaftler mit großer Spannung auf den Vorbeiflug des Asteroiden - schließlich handelt es sich um die dichteste Annäherung eines derart großen Brockens, die seit der gezielten Beobachtung erdnaher Asteroiden vorhergesagt werden konnte.


Künstl. Darstellung des Vorbeiflugs des Asteroiden "2012 DA14" an der Erde. Größtenverhältnisse nicht Maßstabsgetreu (Ilu.).
| Copyright: NASA/Caltech

Bei einer Größe von geschätzten 45 Metern Durchmesser wird das Gewicht des Asteroiden derzeit auf etwa 130.000 Tonnen geschätzt. Radarbeobachtungen des kosmischen Brockens, die schon in der Anflugsphase beginnen, sollen dabei helfen, noch genauere Werte zu ermitteln. Derzeit bewegt sich "2012 DA14" mit rund 28.100 Kilometer pro Stunde, also 7,82 Kilometern pro Sekunde, relativ zur Erde durchs All.

Experten schätzen, dass es rund 500.000 erdnahe Asteroiden von der Größe von "2012 DA14" gibt. Bislang wurden jedoch erst weniger als ein Prozent davon entdeckt." Alle 40 Jahre, so eine weitere Schätzung der NASA-Wissenschaftler, kommt ein solcher Brocken der Erde ähnlich nahe wie am kommenden Freitag. Einmal alle 1.200 Jahre komme es statistisch betrachtet zu einer Kollision mit der Erde.

Während die Forscher also für die Erde selbst Entwarnung geben, verbleibe zugleich jedoch eine "kleine Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid mit einem Satelliten oder sonstigen Raumschiff zusammenstößt. Allerdings befinden sich auch auf jener Distanz, mit der "2012 DA14" an der Erde vorbeischrammt, nur wenige Satelliten.


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Zudem seien aufgrund der geringen Größe des Asteroiden auch sonst keine Auswirkungen, etwa auf die Erdrotation, Gezeiten oder geologische Falten zu möglich.

"Obwohl diese Möglichkeit angesichts '2012 DA14' nicht besteht", so erläutern die NASA-Experten, "würde ein derartiger Asteroid bei einer Kollision mit der Erde eine Kraft von etwa 2,5 Megatonnen freisetzten, wodurch zwar keine globalen aber dennoch dramatische regional Folgen zu erwarten wären." Als Vergleich nennen die NASA-Forscher das sogenannnte Tunguska-Ereignis von 1908. Damals, so die gängige Erklärungstheorie für die gewaltige Explosion über Sibirien, vernichtete ein ähnlich großer Asteroid eine Waldfläche von etwa 1.200 Quadratkilometern.

Während der Phase der dichtesten Annäherung kann - geeignetes Wetter vorausgesetzt - der Asteroid schon mit leistungsstarken Ferngläsern und Hobby-Teleskopen, auch vom östlichen Europa aus, beobachtet werden. Er wird dann als relativ schneller kleiner Lichtpunkt den Himmel von Süden nach Osten hin überqueren.


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NASA-Infovideo zu "2012 DA14"


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten




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Quelle: NASA/Caltech
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