Mittwoch, 20. Februar 2013

Studie: Möglicherweise keine organischen Verbindungen auf der Marsoberfläche mehr vorhanden


Archiv: Erste Bohrlöcher des NASA-Marsrovers "Curiosity".
| Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS 


Medford (USA) - Der Nachweis von stark reaktiven Oxidationsmitteln im Innern eines Marsmeteoriten, könnte darauf hinweisen, dass zumindest auf der Oberfläche des Roten Planeten heute keine organischen Verbindungen und damit starke Hinweise auf einstiges Leben, so dieses je auf dem Mars existiert haben sollte, mehr zu finden sind - schließlich gelten die Stoffe in irdischen Haushalten allesamt als starke Bleichmittel. Stattdessen könnte es sein, dass eine Suche nach Lebensspuren auf dem Mars nur im Untergrund erfolgreich sein könnte.

"Möglicherweise ist der Grund dafür, dass wir bislang immer noch keine organischen Stoffe auf der Marsoberfläche gefunden haben jener, dass diese schlicht und einfach nicht mehr gefunden werden können und wir deutlich unterhalb der Oberfläche, im Sedimentgestein danach suchen müssen", zitiert der "New Scientist" Sam Kounaves of Tufts University.

Kounaves hat gemeinsam mit Kollegen den Marsmeteoriten "EETA 79001" genau untersucht, der 1979 in der Antarktis entdeckt und hier vor rund 12.000 Jahren eingeschlagen war. Dieser lange Aufenthalt auf der Erde bedeutet zwar, dass wahrscheinlich seine äußeren Schichten bereits mit irdischem Material kontaminiert wurden, weshalb sich die Forscher denn auch dem Inneren des kosmischen Brockens widmeten. Die Ergebnisse hat Kounaves vergangene Woche auf dem auf dem Treffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vorgestellt.



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Bei ihrer Analyse stießen die Forscher auf eine weiße Substanz im Innern des Meteoriten, die sich als eine Nitratform erwies, wie unter anderem sie von einigen frühen irdischen Bakterien als Nährstoff genutzt werden. Ein Vergleich mit dem irdischen Isotopenverhältnis dieser Nitrate zeigte, dass es sich hierbei nicht um irdisches Material handelt. Zudem fanden sie geringe Mengen an Chloriden im Gestein und schließen auch hier einen irdischen Ursprung aus.

Auch die Mars-Sonde der NASA-Mission "Phoenix" hatte zuvor schon im Marsboden Stoffe entdeckt, die als Perchlorate identifiziert worden waren (...wir berichteten), von denen sich ebenfalls - zumindest theoretisch - Mikroorganismen im Marsböden ernähren könnten.

Perchlorate wiederum können als Folge chemischer Reaktionen von Chloriden entstehen - allerdings sei der übliche und unmittelbare Schritt hierbei die Bildung sogenannter Chlordioxide und damit einer Klasse hochgradig reaktiver Oxidationsmittel, zu denen auch die aus dem Haushalt bekannte Bleiche zählt. Zudem können ultraviolettes Sonnenlicht und kosmische Strahlen Perchloreate ebenfalls zurück in Chloroxide umwandeln. Treffen diese Bleichmittel auch nur auf kleinste Wassermengen, so zerstören sie jegliche darin vorhandenen organischen Verbindungen.

Diese Erkenntnis, so befürchten die Forscher um Kounaves könnte eine denkbar schlechte Nachricht für die aktuelle NASA-Marsmission "Mars Science Laboratory" sein, innerhalb derer die mobile Laboreinheit "Curiosity" auf dem Mars und unmittelbar unterhalb der Oberfläche von Böden und Gestein nach Spuren von einstigem oder sogar heute noch aktivem Leben sucht. Es sei auf jeden Fall wichtig, dass "Curiosity" einen Bohrer an Bord hat, auch wenn dieser nur in eine Tiefe von 6,4 Zentimeter vorstoßen könne, so die Forscher, könnte das gerade noch ausreichen, um organische Verbindungen finden zu können, die hier vor der auflösenden Wirkung der Chloroxide abgeschirmt wurden.

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Quelle: newscientist.com
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