Mittwoch, 13. März 2013

Erdgroße Planeten innerhalb lebensfreundlicher Zonen um ferne Sterne noch häufiger als bislang gedacht


Konservative und optimistische habitable Zonen vor dem Hintergrund des Sonnensystems mit Venus, Erde und frühem Mars (Illu.).
| Copyright: Chester Harman


University Park (USA) - Gute Nachrichten für die Suche nach außerirdischem Leben: Die Anzahl potentiell lebensfreundlicher Planeten ist noch größer als bisherige Berechnungen dies nahe legten. Einige "Erdzwillinge" sollten sich sogar in der Umgebung der unserem Sonnensystem am nächsten gelegen Sterne finden lassen.

"Auf der Grundlage unserer aktuellen Untersuchungen schätzen wir, dass wir alleine im Umfeld der zehn uns am nächsten gelegenen Sterne vier potentiell lebensfreundliche Welten finden werden", erklärt Ravi Kopparapu von der Pennsylvania State University (Pen State) in einem aktuell im Fachmagazin "Astrophysical Journal Letters" erschienenen Artikel. "Und das ist nur eine konservative Schätzung. Es könnten sogar noch mehr sein."


In der Studie haben Kopparapu und Kollegen die Anzahl erdgroßer Planeten innerhalb der sogenannten habitablen Zonen um Zwergsterne der Spektralklasse M untersucht. Die "habitable Zone" beschreibt jene Abstandsregion um einen Stern, innerhalb derer ein Planet diesen umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen flüssiges Wasser - und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens - existieren kann.


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Der Grund für die Konzentration auf diesen vergleichsweise kühlen Sternentyp liegt in dem Umstand, dass die Umlaufbahnen der meisten dortigen Planeten diese relativ dicht um den Stern herumführen, weswegen es zu deutlich mehr beobachtbaren Transits in kürzeren Zeitabständen kommt. Bei einem Transit zieht der Planet perspektivisch betrachtet zwischen Beobachter und seiner "Sonnenscheibe" vorbei, blockiert während dieser Passage einen Teil des Lichts seines Sterns und kann so (wie etwa derzeit vom Weltraumteleskop "Kepler") entdeckt werden. Während sonnenähnliche Sterne zwar eine größere "grüne Zone" besitzen, sind Rote M-Zwerge jedoch deutlich zahlreicher.



Künstlerische Darstellung eines lebensfreundlichen, erdgroßen Exoplaneten (Illu.).
| Copyright: grewi.de


"Die durchschnittliche Entfernung zu den dem Sonnensystem nächstgelegene Roten M-Zwergsternen beträgt sieben Lichtjahre", erläutert Kopparapu. Das ist nur noch die Hälfte der zuvor angenommenen Distanz. Es gibt acht solcher kühlen Sterne innerhalb von 10 Lichtjahren Entfernung und wir glauben, dass wir alleine um diese herum schon drei erdgroße Planeten in habitablen Zonen finden werden."



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Die aktuelle Studie folgt einer früheren Untersuchung durch Wissenschaftler um Jim Kasting vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, die 3.987 M-Zwerge untersucht hatte, um so die Anzahl erdgroßer Planeten innerhalb dortiger habtiabler Zonen abzuschätzen. Diese Studie beruhte jedoch noch auf der Definition der habitablen Zone von 1993. Gemeinsam mit Kopparapu hat Kasting, derzeit ebenfalls Professor an der Pen State, nun jedoch erkannt, dass die damaligen auf den Kepler-Daten basierenden Schlussfolgerungen nicht die neusten Erkenntnisse über die Frage der Definition der "grünen Zone" berücksichtigten.


Die neue Definition bezieht nun auch neue Informationen über die Absorptionswerte von Wasser und Kohlendioxid mit ein, wie sie 1993 noch nicht zur Verfügung standen (...wir berichteten).


"Wir haben die neuen Werte zur Berechnung der habitablen Zonen auf die Haravard-Studie übertragen und entdeckt, dass es im Umfeld der Roten M-Zwerge nahezu drei mal so viele erdgroße Planeten innerhalb der habitablen Zonen geben könnte als bislang angenommen." Das bedeute, dass erdgroße Planeten sehr viel häufiger sind als bislang angenommen, so Kopparapu. "Das ist ein gutes Zeichen für das Bemühen um die Entdeckung von außerirdischem Leben."


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Forscher entwickeln neues Modell zur Bestimmung habitabler Zonen um ferne Stern 5. Februar 2013

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Quelle: psu.edu
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