Montag, 11. März 2013

NASA-Erklärung zum aktuell auffallend ruhigen Sonnenzyklus: "Etwas Unvorhergesehenes ereignet sich auf der Sonne"


Verlauf der Sonnenaktivität des aktuellen Sonnenzyklus Nummer 24 im Vergleich zur bisherigen Vorhersage (rote Kurve).
| Copyright: NASA
 

Washington (USA) - NASA-Sonnenforscher zeigen sich verwirrt: "2013 soll eigentlich das Jahr des lange erwarteten Aktivitätsmaximums des rund 11-jährigen Sonnenzyklus sein. Doch 2013 ist gekommen und die Sonnenaktivität ist vergleichsweise niedrig. Die Anzahl er Sonnenflecken liegt sogar unter den Werten von 2011, während starke Sonnenausbrüche in den vergangenen Monaten nur selten waren." Derzeit, so fassen die NASA-Wissenschaftler ihre Beobachtungen in einem Satz zusammen, ereigne sich "etwas Unvorhergesehenes auf der Sonne."

Die bisherige Ruhe führt einige Beobachter zu Spekulationen darüber, ob die bislang gemachten Vorhersagen, etwas Wichtiges übersehen haben könnten. Der Sonnenphysiker Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Center der NASA hat für die derzeit ruhige Sonne indes eine andere Erklärung und konstatiert:

"Was wir derzeit erleben 'ist' ein solares Maximum - allerdings sieht es anders aus als wir dies erwartet hatten. Der Grund dafür ist, dass es sich um ein Maximum mit zwei Höhepunkten handeln könnte."


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Pesnell selbst ist einer der führenden Sonnenwissenschaftler des "Solar Cycle Prediction Panel" der US-Raumfahrtbehörde NASA und der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOAA), das 2006 und 2008 zusammenkam, um das nächste solare Maximum vorherzusagen.

Während die konventionelle Vorstellung der Sonnenaktivität den Sonnenzyklus als exakte 11-jährige Pendelbewegung skizziert, sei die Realität oft sehr viel komplexer. Seit Beginn der Sonnenfleckenbeobachtung vor etwas mehr als 400 Jahren zeigt sich immer wieder, dass der Sonnenzyklus nicht perfekt gleichmäßig tickt. Tatsächlich kann der Zyklus eine Periode von 10 bis 13 Jahren haben. In einigen Fällen fielen die Maxima vergleichsweise schwach aus, in anderen sehr stark.


Doppelte Höhepunkte der Aktivitätsmaxima der Sonnenzyklen 22 und 23 (1989 und 2001).
| Copyright: NASA

"Auch die vergangen beiden Aktivitätsmaxima gegen 1989 und 2001 hatten schon statt einem zwei Höhepunkte. Die Sonnenaktivität stieg also an, fiel wieder ab und nahm dann wieder Fahrt auf - eine Art Miniatur-Zwischenzyklus von etwa zwei Jahren also", erläutert Pesnell. "Das Gleiche könnte auch derzeit ablaufen. Während die Anzahl der Sonnenflecken in 2011 zunahm, ging sie während 2012 wieder zurück. Damit könnte uns für 2013 ein weiterer Höhepunkt bevorstehen, der dann bis 2014 dauern könnte."

Zudem vermutet Pesnell, dass der zweite Höhepunkt wahrscheinlich mit einer verstärkten Sonnenfleckenaktivität auf der südlichen Hemisphäre der Sonnenkugel einhergehen wird, da sich die bisherige Aktivität hauptsächlich nördlich des Sonnenäquators abgespielt hatte.



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Als das Solar Cycle Prediction Panel 2006 und 2008 tagte, befand sich die Sonne auf ihrem niedrigsten Minimum seit nahezu 100 Jahren. Sowohl die Anzahl der Sonnenflecken als auch die Röntgenaktivität der Sonne lagen monatelang bei nahezu Null. Vor dem Hintergrund der Erfahrung aus der langjährigen Dokumentation der Sonnenbeobachtung, aus der heraus sich ableiten ließ, dass starken Aktivitätsminima oft schwache Aktivitätsmaxima folgen, gab das Panel damals folgende Erklärung ab:

"Der Sonnenzyklus 24 wird unterhalb der durchschnittlichen Intensität ablaufen, mit einem Maximum einer Sonnenfleckenanzahl von 90. (...) Voraussichtlich wird das solare Maximum im Mai 2013 erreicht. (...)"

Aufgrund der derzeit immer noch geringen Sonnenaktivität sieht Pesnell ein solches Maximum im kommenden Mai als kaum mehr wahrscheinlich an. Große Ähnlichkeiten sieht der Forscher zwischen dem derzeitigen Zyklus (24) und dem Zyklus Nummer 14, im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. "Auch dieser Zyklus hatte einen doppelten Höhepunkt. Sollten die beiden Zyklen tatsächlich 'Zwillinge' sein, dann würde dies einen Höhepunkt Ende 2013 und einen weiteren während 2015 bedeuten."


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