Mittwoch, 27. März 2013

Neue Analyse datiert das Turiner Grabtuch doch ins erste Jahrhundert


Das Turiner Grabtuch im Negativ mit Vergrößerung der Gesichtspartie (r.).
| Copyright: Public Domain (Collage: grewi.de, Quelle: Shroud.com) 


Turin (Italien) - In einem neuen Buch legen Giulio Fanti, Professor für mechanisch-thermische Forschung an der Università degli Studi di Padova, und der Journalist Saverio Gaeta die neusten Untersuchungsergebnisse zum Turiner Grabtuch vor. Das als Reliquie verehrte Leinen zeigt einen fotografieartigen Abdruck eines gekreuzigten Mannes und gilt der katholischen Kirche als das Grabtuch Christi. Während eine Altersbestimmung in den 1980er Jahren das Tuch ins Mittelalter datierte und somit eine Fälschung nahe legte, wurden schon zuvor Zweifel an dieser Analyse laut, die sich nun zu bestätigen scheinen. Laut Fanti stammt das Leinen nun doch aus dem ersten Jahrhundert.

Die neuen chemischen und mechanischen Untersuchungen wurden demnach an der Università degli Studi di Padova durchgeführt und werden in dem Buch “Il Mistero della Sindone” (Das Mysterium des Grabtuchs) und ebenso in einem noch nicht genannten wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlicht werden.


Die Proben selbst stammen von dem 2008 verstorbenen Mikroanalytiker Giovanni Riggi di Numana, der an den Analysen 1988 selbst beteiligt war, zuvor jedoch den Forschern noch kleinste Faserproben der damaligen Probenentnahme zu Verfügung stellen konnte.


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Zu den neuen Untersuchungen gehören demnach Analysen mittels infraroten Lichts (FT-IR) und eine Raman-Spektroskopie, mit der unter anderem die Materialeigenschaften von Pigmenten untersucht werden kann. Zudem die Gewebeproben des Grabtuchs mechanischen Tests unterworfen und mit den Eigenschaften von Fasern von 20 bekannten und sicher datierten Stoffen aus der Zeit zwischen 3000 v.Chr. und 2000 n.Chr.) verglichen.


Mehrere (bislang nicht genannte) an den Untersuchungen beteiligte Wissenschaftler und Professoren verschiedener italienischer Universitäten sollen demnach darin übereinstimmen, dass das Turiner Grabtuch nun doch aus der Zeit Jesu stammt.


Während die Infrarotuntersuchung das Leinen auf die Zeit zwischen 300 v. Chr. (+/- 400) datiert, kommt die Datierung mit Hilfe der Raman-Spektroskopie auf eine Datierung auf 200 v.Chr. (+/-500) und jene anhand der mechanischen Analysen auf 400 v. Chr. (+/- 400). Der Durchschnitt liegt demnach bei 33 v. Chr. (+/- 200 Jahre) und damit Jahrhunderte von den Ergebnissen der C-14 Datierung von 1988 entfernt, die das Leinen als Werk des Mittelalters auswies.



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Schon 2008 hatte der die C-14 Analysen leitende Oxford-Professor Christopher Ramsey mögliche Fehler in der damaligen Datierung eingestanden und erklärt, dass schon zwei Prozent Verunreinigung des untersuchten Leinens die Datierung um rund 1500 Jahre verfälscht haben könnte (...wir berichteten). Eine von der Oxford University angebotene Neuanalyse des Grabtuchs gab es bislang nicht.


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