Montag, 1. April 2013

Unmöglicher Trojaner: Riesiges Objekt begleitet den Planeten Uranus

Hubble-Aufnahme des Uranus mit Ringsystem und einigen Monden. | Copyright: NASA

Vancouver (Kanada) - Kanadische Astronomen haben ein gewaltiges Objekt entdeckt, dass dem Planeten Uranus auf dessen Umlaufbahn begleitet. Es handelt sich dabei um einen Asteroiden mit einem Durchmesser von rund 60 Kilometer, der dem Planeten stets rund 3 Milliarden Kilometer voraus ist - ein sogenannter Trojaner. 
Hierbei handelt es sich um den ersten entdeckten Trojaner außerhalb der Jupiterbahn. Seine Entdeckung widerspricht der bisherigen Annahme, dass der Gasriese Jupiter solche Begleiter aufgrund seiner enormen Schwerkraft von Saturn und Uranus rauben, es dortige Trojaner also eigentlich gar nicht geben sollte. Zugleich deutet die Entdeckung auf die Möglichkeit, dass sich erdartige Himmelskörper auch an gänzlich ungewöhnlichen Orten in Planetensystemen finden lassen.

Wie das Team um Mike Alexandersen von der University of British Columbia vorab auf "arXiv.org" berichtet, teilt der Asteroid die Umlaufbahn mit Uranus auf dessen sogenanntem Lagrange-Punkt "L4".

Bei den Lagrange-Punkten handelt es sich um jene Gleichgewichtspunkte eines eingeschränkten Dreikörperproblems in der Himmelsmechanik, an denen im Weltraum die Schwerkräfte zweier benachbarter Himmelskörper und die Zentrifugalkraft der Bewegung einander aufheben und so Körper an diesen Positionen kräftefrei sind. Alleine auf den Lagrange-Punkten L4 und L5 des Jupiters begleiten mehr als 3000 Asteroiden unterschiedlicher Größe den Gasplaneten. Auch die Planeten Neptun, Mars und selbst unsere Erde werden immer wieder von Trojanern begleitet (...wir berichteten, s. Links).


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Da Trojaner oft nicht für immer an ihren Positionen verbleiben, trägt die aktuelle Entdeckung auch zu einem besseren Verständnis über die Wanderbewegungen von derartigen "kosmischen Brocken" im Sonnensystem und anderen Planetensystemen bei. Zugleich eröffnet die Existenz eines derartig großen Himmelskörpers in Form eines planetaren Trojaners mit der Bezeichnung "2011 QF99" auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich ähnliche Objekte auch in fernen Planetensystemen und somit auf Umlaufbahnen von Exoplaneten - möglicherweise sogar innerhalb der habitablen Zone eines Sterns finden lassen und diese Trojaner dann sogar unter Umständen selbst lebensfreundliche Welten darstellen könnten.

Flattr this

Auch bei dem nun entdeckten Uranus-Trojaner handelt es sich laut den Forschern wahrscheinlich nur um einen zeitweiligen Begleiter des siebten Planeten, der erst in jüngerer Vergangenheit der Planetengeschichte eingefangen wurde. Rund 70.000 Jahre lang dürfte "2011 QF99" sich auf L4 des Uranus halten, bevor seine Position und Bahn instabil und der Asteroid wieder freigegeben wird.

- Den vollständigen Originalartikel finden Sie HIER


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Simulationen zeigen Umlaufbahnen weiterer Erdmonde 31. März 2012 Astronomen: Die Erde hat weitere temporäre Monde 20. Dezember 2011
Trojaner: Weltraumteleskop entdeckt weiteren Begleiter der Erde
28. Juli 2011
Astronomen entdecken Asteroiden auf Erdumlaufbahn
6. April 2011
Hatte die Erde einst mehrere Monde?
7. Mai 2008

 

Teleskop bei Astroshop

 grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: arxiv.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE