Dienstag, 30. April 2013

Außerirdisches Leben in der Tiefe - Ist Photosynthese auch rund um heiße Quellen am Ozeanboden möglich?


Archiv: Grüne Schwefelbakterien in einer Winogradsky-Säule.
| Copyright: kOchstudiO / Public Domain
 

Santa Clara (Kuba) - Zwar gelten heiße, sogennante hydrothermale Quellen und Schlote am Grunde der Ozeane innerhalb einer sonst aufgrund von Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt als Oasen des Lebens und werden von einer Vielzahl von Mikroorganismen aber ach höher entwickelten Lebewesen wie Fischen und Schalentieren bewohnt, doch war es bislang die Wärme und der Nährstoffreichtum der Quellen selbst, die als Energiequelle dieses Lebens galten. Eine aktuelle Studie kubanischer Wissenschafter vermutet nun, dass auch in diesen immerdunklen Tiefen einige Organismen ihre Lebenskraft durch Photosynthese beziehen. Ähnliches könnte dann auch in den kilometertiefen Wasserozeanen auf Himmelskörpern wie den Saturn- und Jupitermonden Enceladus und Europa ungeahntes Leben ermöglichen.

Zunächst klingt es so, als widerspräche die Theorie von

Noel Perez, Rolando Cardenas, Osmel Martin und Leiva-Mora Michel von der kubanischen Universidad Central all' dem, was wir über Photosynthese zu wissen glauben - schließlich erzeugen Lebewesen wie Pflanzen, Algen und einige Bakterien mit Hilfe der Photosynthese energiereiche Stoffe aus energieärmeren Stoffen eben mit Hilfe von Lichtenergie. Doch gerade Licht dringt zu den heißen Schloten und "Schwarzen und Weißen Rauchern" in der Tiefsee so gut wie gar nicht vor.

Tatsächlich schlagen die Forscher jedoch vor, dass es die infrarote thermale Strahlung des bis zu 400 Grad Celsius heißen Wassers aus den Schloten selbst ist, die photosynthetisch genutzt werden könnte.


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Während das auf diese Weise erzeugte photosynthetische Potential für die meisten bekannten Arten jedoch zu gering sei, könnten für noch unbekannte Arten mit einer effizienteren Nutzung des Lichts die vergleichsweise wenigen Photonen der infraroten Strahlung durchaus ausreichend sein.


"Solche Organismen könnten dann vielleicht auch auf anderen Himmelskörpern leben, auf denen ebenfalls am Grunde gewaltiger Ozeane hydrothermale Quellen existieren - beispielsweise auf dem Jupitermond Europa", kommentieren die Forscher vorab auf "arxiv.org" ihre Ergebnisse. Tatsächlich sind schon heute irdische Organismen wie etwa Grüne Schwefelbakterien (s. Abb.) bekannt, die Infrarotstrahlung anderer Quellen zur Photosynthese nutzen.


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Die Entdeckung solcher Organismen in Ökosystemen rund um hydrothermale Quellen am Ozeanboden würde nahe legen, dass auch ohne Sonnenlicht Organismen "Licht" aus vulkanischen und geothermalen Quellen für ihre lebensnotwendigen Funktionen nutzen können. Da hydrothermale Quellen am Ozeanboden aufgrund ihrer schweren Zugänglichkeit bislang noch kaum erforscht sind, sehen die Forscher gute Chancen, bei weiteren Erkundungen auf genau solche Lebensformen zu stoßen.

- Die Originalstudie finden Sie HIER


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