Montag, 8. April 2013

Bei der Nektarsuche nutzen Hummeln logische Assoziation


Hummeln bei der Nektarsuche.
| Copyright: A. Müller, grewi.de
 

London (England) - Britische Forscher haben herausgefunden, warum Hummeln einander imitieren, wenn sie auf Nektarsuche sind. Die Antwort, so die Forscher, sei recht einfach: Durch den Einsatz einfachster Logik erkennen sie, welche Blütenfarben die beliebtesten sind und schlussfolgern dann, dass eben diese Blütenfarbe den energiereichsten Nektar beinhaltet."

"Trotz ihrer winzigen Gehirne sind Hummeln schlau genug, um die attraktivsten Blüten derart zu identifizieren, in dem sich andere Bienen beobachten und aus deren Verhalten lernen", erläutert Dr. Elli Leadbeater vom Institute for Zoology der Zoological Society of London (ZSL) in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Current Biology.


Das Kopieren der Farbpräferenz anderer Hummeln könnte, so vermuten die Forscher um Leadbeater, eine "Abkürzung zum Ernteerfolg sein, indem der ermüdende Prozess der eigenen Erkundung der Futterquellen - sozusagen von Blüte zu Blüte - umgangen wird."


Für ihre Tests nutzten die Biologen "Flugarenen" im Labor, die mit künstlichen und unterschiedlich farbigen Blumen bestückt waren. Durch Modellartgenossen wurde den 250 Testhummeln zuvor beigebracht, die Anwesenheit anderer Hummeln mit süßem Nektar zu assoziieren. Danach durften die wirklichen Testhummeln durch eine Glasscheibe das vermeintliche Geschehen in der Flugarena betrachten.


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Als die Tiere dann später selbst in die nun von den Hummel-Attrappen geleerte "Flugarenen" gelassen wurden, wählten sie ausschließlich jene zuvor mit Nektar verbundene Blütenfarbe und kopierten damit die Wahl ihrer "Vorbilder". Untrainierte Hummeln, denen zuvor nicht beigebracht worden war, andere Hummeln mit Futtererfolg gleichzusetzen, kopierten das Verhalten anderer Artgenossen nicht und steuerten keine bestimmten Blüten an.


Die Insekten hatten also nicht nur gelernt, die Anwesenheit anderer Hummeln sondern auch eine bestimmte Blütenfarbe mit Futtererfolg zu assoziieren. Zudem funktionierte dieser Test auch umgekehrt mit einer negativen Futter-Erfahrung: Wurden die Hummeln statt mit einer Zuckerlösung mit einem chitinhaltigen Bittertrunk angelernt, vermieden sie die entsprechenden Blüten und Farben. Aus dieser Beobachtung ergibt sich für die Forscher dann auch noch eine weitere Schlussfolgerung: "Hummeln in freier Wildbahn gehen also zudem davon aus, dass ihre Artgenossen eine gute Wahl treffen."



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"Unsere Studie zeigt, wie Hummeln vergangenen Assoziationen dazu nutzen, Entscheidungen zu treffen", fügt Dr. Erika Dawson vom Queen Mary, University of London und Mitautorin der Studie erläuternd hinzu. "Auch wir Menschen assoziierten beispielsweise Ostern mit Schokolade oder Spritzen mit Angst. Das legt nahe, dass andere Tierarten, nicht nur Hummeln, möglicherweise auch diesen logischen Prozess nutzen, wenn sie von anderen (Artgenossen) lernen."

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Quelle: qmul.ac.uk
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