Dienstag, 2. April 2013

FBI kommentiert meistgesuchte UFO-Akte


Das "Hottel-Memo" vom 22. März 1950 erzählt vom Absturz und der Bergung dreier "fliegender Untertassen" samt außerirdischen Leichen durch die US Air Force in New Mexico. | Copyright/Quelle: Public Domain / FBI, vault.fbi.gov 

Washington (USA) - Das Internetarchiv "The Vault" der bundespolizeilichen Ermittlungsbehörde des US-Justizministeriums, FBI (Federal Bureau of Investigations), hat die laut eigenen Angaben am meisten gesuchte und aufgerufene UFO-Akte der Behörde kommentiert. Das sogenannte "Hottel-Memo" von 1950 berichtet über einen angeblichen UFO-Absturz und die darauf folgende Bergung dreier "fliegender Untertassen" samt Insassen in New Mexiko.

Bei dem Dokument handelt es sich lediglich um eine halbseitige offizielle Notiz, die der Sondereinsatzbeamte Guy Hottel am 22. März 1950 verfasste, der damals verantwortlich für das Washington Field Office, also der FBI-Außenstelle in Washington D.C., war.


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Guy Hottel. | Copyright: FBI, vault.fbi.gov

63 Jahre nach Erstellung des Memos hat das FBI dieses nun kommentiert. Was die US-Ermittlungsbehörde zu ihrer meistgesuchten "X-Akte" zu sagen hat, wollen wir im Folgenden im unkommentierten übersetzten Originalwortlaut wiedergeben.
"(Bei dem Memo) handelt es sich um die populärste Akte im 'FBI Vault', dem high-tech-elektronischen Leseraum, in dem zahlreiche Akten unseres Büros eingesehen werden können, die im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes (Freedom of Information Act, FOI) veröffentlicht wurden. Alleine in den vergangenen zwei Jahren (seit dem Start des Vault-Archivs) wurde diese Akte fast zwei Millionen Mal angesehen. Dabei handelt es sich lediglich um eine einzelne Seite, die sich auf einen unbestätigten Bericht bezieht, der so niemals vom FBI weiter verfolgt wurde.
Die fragliche Akte beinhaltet ein Memo vom 22. März 1950 (das also vor etwas mehr als einer Woche vor 63 Jahren erstellt wurde). Verfasst wurde es von Guy Hottel dem Vorsitzenden unserer Außenstelle in Washington D.C. (Eine Kurzbiografie Hottels finden Sie unter dem Link zum Memo).

Wie alle Memos an das FBI-Hauptquartier zur damaligen Zeit, so war auch dieses an den (damaligen) FBI-Direktor J. Edgar Hoover adressiert und so wurde so auch archiviert und in den FBI-Archiven indiziert.


Der Inhalt des Memos war alles andere als gewöhnlich: Es bezog sich auf eine Geschichte, die an einen unserer Agenten von einer dritten Partei herangetragen worden war, von der behauptet wurde, dass es sich um einen Untersucher der US Air Force gehandelt hatte und die davon berichtete, dass drei 'fliegende Untertassen' in New Mexico geborgen worden seien. Das Memo selbst beinhaltete folgende Details:


'Sie (die Untertassen) wurden als kreisrund mit erhöhten Zentren von etwa 15 Meter (50 feet) Durchmesser beschrieben. Jede (Untertasse) war mit drei Körpern menschlichen Aussehens, jedoch von nur etwa einem Metern Körpergröße und gekleidet in filigrane metallische Anzüge, besetzt. Jeder Körper war in einer ähnlichen Art und Weise bandagiert, wie sie den Druckanzügen unserer Schnellflieger und Testpiloten gleichen."


Nachdem weiterhin notiert wurde, der Informant habe behauptet, dass die Untertassen entdeckt wurden, weil das leistungsstarke Radar der Regierung die 'Kontrollmechanismen der Untertassen' beeinträchtigt hatte, schließt das Memo lediglich mit dem Hinweis, dass vom beteiligten FBI-Agenten "keine weitere Einschätzung unternommen wurde".


Eigentlich hätte dies auch das Ende dieser speziellen Geschichte sein können - wieder einmal eine weiter Informations-Sackgasse in den FBI-Akten (Anm. d. GreWi-Red.: Dieser vorige Satz steht da wirklich so!) Als dann aber der 'Vault' im April 2011 (...wir berichteten) gestartet wurde, berichteten einige Medienanstalten umgehend aber eben fälschlicherweise, dass das FBI den Beweis für den UFO-Absturz von Roswell, New Mexico, veröffentlicht habe und das dabei auch Wrackteile und außerirdische Leichen geborgen worden seien. Die so entstandene Story verbreitete sich geradezu viral und die Besucherzahlen des neuen 'Vault' schossen in die Höhe.


War das nun also eine wahre Geschichte? Hier einige Fakten, die man berücksichtigen sollte:


Erstens ist das 'Hottel Memo' nicht neu. Es wurde zum ersten Mal in den 1970er Jahren offiziell veröffentlicht und war auch schon einige Jahre vor dem Start des 'Vault' auf der Internetseite des FBI zu finden.


Zweitens datiert das Memo nahezu drei Jahre nach den berühmt-berüchtigten Ereignissen von Roswell im Juli 19147. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die beiden (Ereignisse) miteinander in Verbindung stehen. Die FBI-Akte zu Roswell (eine ebenfalls sehr populäre Seite) findet sich an anderer Stelle des 'Vault'.


Drittens, wie schon zuvor an anderer Stelle bemerkt, war das FBI nur gelegentlich mit der Untersuchung von Berichten über UFOs und Außerirdische befasst. Einige Jahre nach dem Roswell-Vorfall, hatte Direktor Hoover einige Agenten - auf Anfrage der Air Force - damit beauftragt, jegliche UFO-Sichtungen zu verifizieren. Diese Praktik endete jedoch im Juli 1950, vier Monate nach dem das Hottel-Memo erstellt wurde. Dieser Umstand legt nahe, dass unser Außenstelle Washington nicht viel von dieser Fliegenden-Untertassen-Geschichte hielt und diese deshalb auch nicht weiter verfolgte.


Abschließend sei bemerkt, dass das Hottel-Memo nicht die Existenz von UFOs beweist. Es handelt sich einfach nur um eine Behauptung aus zweiter oder sogar dritter Hand, die nie untersucht wurde. Einige Menschen glauben, dass das Memo sogar nur einen Schwindel aufgreift, der zur damaligen Zeit kursiert sein soll. Allerdings gibt es in den FBI-Akten auch wiederum keine Informationen, die diese Theorie bestätigen.


Verzeihung, aber wieder keine eindeutigen Beweise für UFOs. Das Mysterium bleibt bestehen..."
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- Die Vault-Seite zur Akte "Hottel Memo" finden Sie HIER


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