Dienstag, 16. April 2013

Jupitermond: NASA sucht Fenster zu außerirdischem Ozean


Die Grafik zeigt die beiden Hemisphären des Jupitermondes Europa bezüglich der au dem Mond eintreffenden Energie in Form von geladenen Partikel und den chemischen Inhaltsstoffen in der eisigen Oberfläche in fünf Regionen (A bis E). (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zur vergrößerten und ausführlicher erläuterten Originalabbildung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Ariz./JHUAPL/Univ. of Colo. 

Pasadena (USA) - Unter einer kilometerdicken Eiskruste verbirgt der Jupitermond Europa einen den ganzen Trabanten bedeckenden Salzwasserozean. Da sich dieser Ozean immer wieder mit der frostigen Oberfläche austauscht, suchen NASA-Wissenschaftler nun den geeignetsten Ort auf der Mondoberfläche, um anhand der Analyse des dortigen Materials, das ursprünglich aus der Tiefe stammt, auf die Eigenschaften des verborgenen globalen Ozeans zu schließen, in dem vielleicht sogar Leben entstanden sein könnte.

Mit Hilfe neuer Analysen der Infrarot-Daten der NASA-Raumsonde "Galileo" (1989-2003) haben NASA-Wissenschaftler nun die geeigneten Orte ausfindig gemacht, an welchen die Oberfläche sozusagen Fenster ins Innere des Ozeans offenbart.

"Wir haben Regionen gefunden, wo geladene Elektronen und vom vulkanisch aktiven Nachbarmond Io stammende Schwefel- und Sauerstoff-Ionen, die aus dem starken Magnetfeld des Jupiter auf die Oberfläche treffen, sowohl die meisten als auch die wenigsten chemischen Veränderungen im und am Material aus dem flüssigen Untergrund verursachen", erläutert J. Brad Dalton vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, der Hauptautor der aktuell im Fachjournal "Planetary and Space Science" erschienenen Studie. "Das sagt uns, wo wir am besten mit einer Landeeinheit nach unverfälschtem Material aus dem Ozean suchen müssen und wo nicht."


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Anhand von Spektralanalysen des von der Oberfläche des Mondes reflektierten Lichts, konnten die Forscher nun jene Regionen voneinander unterscheiden, die sich durch Konzentrationen von Sulfathydraten in Folge der Interaktion der geladenen Partikel mit dem Eis abzeichnen oder bei denen es sich um nahezu reines und ursprüngliches Wassereis aus der Tiefe handelt.

Demnach variiert die Konzentration von gefrorener Schwefelsäure teilweise deutlich, von nahezu kaum nachweisbar in Zentrum der in Richtung der Umlaufbewegung des Jupitermondes blickenden Hemisphäre (wie der Erdmond der Erde, so weist auch Europa seinem Planeten immer ein und die selbe Seite zu), bis hin zu nahezu 50 Prozent im Eis der von der Umdrehungsrichtung abgewandten Hemisphäre des Mondes. Die Daten bestätigten zudem, dass die gemessenen Konzentrationen in einem eindeutigen Zusammenhang mit der Menge an Elektronen und Schwefel-Ionen stehen, die in den entsprechenden Regionen die Mondoberfläche treffen.



Flattr this

Aus diesen Beobachtungen schlussfolgern die Forscher auch, dass das markant dunkle Material auf der von der Umdrehungsrichtung abgewandten Seite, das Ergebnis der chemischer Reaktionen mit ozeanischem Material an der Oberfläche ist und sich hier kaum noch intaktes Ozeanmaterial finden lässt. Eine zukünftige Labor-Landeeinheit sollte also besser nicht hier, sondern auf der gegenüberliegenden Hemisphäre des Jupitermondes landen, um hier das Ozeanmaterial auf der Oberfläche analysieren und nach Hinweisen auf Leben im Europa-Ozean suchen zu können.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Lebensfördernde chemische Energiequelle auf Jupitermond Europa 5. April 2013 
Büßereis: Gewaltige Eisnadeln könnten Landung auf Jupitermond Europa erschweren 20. März 2013 
Leben auf Jupitermond noch wahrscheinlicher: Astronomen finden Beweise für Austausch zwischen verborgenem Ozean und der Oberfläche von Europa 5. März 2013

JUICE: ESA gibt Instrumente zur Erkundung des Jupitersystems und seiner frostigen Ozean-Monde bekannt 22. Februar 2013
Lebensfreundlicher Jupitermond? Europas Eispanzer könnte tiefer sein als gedacht 26. September 2012
Genügend Sauerstoff in Ozean auf Jupitermond Europa selbst für komplexe Lebensformen 29. Mai 2010


grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: NASA/JPL
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE