Freitag, 5. April 2013

Kosmologische Hörprobe: So klingt der Urknall


Die neue Karte der Temperaturschwankungen der kosmischen Hintergrundstrahlung, erstellt vom europäischen Weltraumteleskop Planck.
| Copyright: ESA and the Planck Collaboration 


Seattle (USA) - Denken wir an den sogenannten Urknall, so denken die meisten an eine gewaltige und ebenso laute Explosion, mit der Alles im Universum seinen Anfang nahm. Tatsächlich handelte es aber sich viel eher um das absolute Gegenteil - eine Art Urstille, denn im Moment der Zündung, existierte laut dem Urknallmodell selbst schließlich noch nichts, in dem sich das Licht und der Schall dieses Ereignisses hätte ausbreiten können. Anhand der neuen Daten des Weltraumteleskops Planck hat ein US-Forscher nun allerdings den Verlauf der Klangentwicklung des Urknalls elektronisch rekonstruiert.

Grundlage für die Klangrekonstruktion von Professor John G. Cramer von der University of Washington ist der von Planck gemessene Verlauf der Temperaturschwankungen der kosmischen Hintergrundstrahlung (...wir berichteten).


 
Der Verlauf der Temperaturschwankungen der kosmischen Hintergrundstrahlung seit dem "Urknall". | Copyright/Quelle: J.G.Cramer, washington.edu

Die auf den eigentlichen Planck-Daten basierende Simulation beginnt rund 800.000 Jahre nach dem eigentlichen Urknall. Der Klangverlauf vor dieser Zeit wurde vom Computer anhand des darauf folgenden Verlaufs simuliert und variiert abhängig vom jeweils zugrunde liegenden kosmologischen Modell (s. grüner Raum im Diagramm). Cramer selbst hat in seinen Klangbeispielen das Modell des ursprünglich flachen Raums nach Robertson-Walker als Grundlage gewählt.


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Zudem musste Cramer die Frequenz des Klangmusters stark erhöhen, um es für das menschliche Ohr hörbar zu machen. Selbst wenn es also zum Zeitpunkt des Urknalls schon Menschen gegeben hätte, die Zeugen dieses Ereignisses hätten sein können - sie hätten den "Big Bang" nicht gehört...


John G. Cramers Klangbeispiele unterschiedlicher Länge. Er selbst empfiehlt die 100-Sekunden-Version


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Quelle: washington.edu
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