Dienstag, 16. April 2013

Landesverband Liberaler Hochschulgruppen in NRW positioniert sich gegen angebliche "Pseudowissenschaften" an deutschen Hochschulen


Das Logo des Landesverbands Liberaler Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalen (LHG NRW). | Copyright: www.lhg-nrw.de 

Düsseldorf (Deutschland) - Auf seiner Mitgliederversammlung hat der Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalen (LHG NRW) einen Beschluss zu angeblichen "Pseudowissenschaften" an Hochschulen gefasst.
In der Erklärung heißt es:
"An deutschen wie europäischen Hochschulen sind Alternativmedizin und Esoterik auf dem Vormarsch. Diesem Trend stellen sich die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein Westfalens entschieden entgegen.

Eine Hinwendung zur alternativen Medizin bedeutet eine Abwendung von den Maßstäben akademischer Arbeit. Alternativmedizin schadet NRW als Forschungsstandort im internationalen Wettbewerb. Homöopathie im Hochschulwesen bedeutet eine Abkehr vom Denkstil der Aufklärung.


Das "sapere aude" Kants (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!) ist der vorrangige Wahlspruch jedes Wissenschaftlers und darf nicht den Interessen der Landesregierung und privater Verbände geopfert werden.


Landesministerin Barbara Steffens plant eine schrittweise Integration von wirkungslosen Therapieformen in der Hochschullandschaft. Den dahinterstehenden Ideologien begegnen die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalens mit den Worten Adornos: "Okkultismus ist die Metaphysik der dummen Kerle".


Die Liberalen Hochschulgruppen in NRW lehnen die Schaffung von eigens eingerichteten Lehrstühlen und verbindliche Veranstaltungen zur Alternativmedizin an öffentlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ab. Behandlungsmethoden, die den Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin widersprechen, sollen erforscht, aber nicht ohne kritische Auseinandersetzung gelehrt werden. Dabei ist der Freiheit von Forschung und Lehre insofern Rechnung zu tragen, als dass Mindermeinungen im wissenschaftlichen Diskurs eine weitestgehende Freiheitssphäre eröffnet bleibt, solange eine Einschränkung nicht erforderlich ist, um Gefahren im Gesundheitswesen durch zweifelhafte Behandlungsmethoden Rechnung zu tragen."


In der Begründung zum Beschluss heißt es unter anderem unter der Überschrift "Einflussnahme von Interessengruppen":

"Forschung, Lehre und Praxis alternativmedizinischer und esoterischer Behandlungsmethoden finden in Herstellern homöopathischer Präparate liquide Sponsoren. Dazu zählen Hersteller wie die
Biologische Heilmittel Heel GmbH, die Deutsche Homöopathie Union GmbH & Co. KG oder die Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG Aber auch Stiftungen. Wie der Krupp Stiftung, der Carstens-Stiftung und andere Interessengruppen treten als Sponsoren von Lehrstühlen und Forschungsprojekten auf. Insbesondere die Carstens-Stiftung hat das Ziel, 'Naturheilkunde und Homöopathie in Wissenschaft und Forschung zu integrieren« und fördert diese mit knapp 1,5 Millionen Euro pro Jahr."
- Den vollständigen Text zum Beschluss finden Sie HIER

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In der Erklärung des Studierendenverbandes der Freien Demokratischen Partei (FDP) wird allerdings ebenso wenig erklärt, was Alternativmedizin mit dem genannten Okkultismus (also esoterischen Bewegungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts) zu tun hat, wie dass der Einflussnahme von Interessengruppen für "alternativmedizinische und esoterische Behandlungsmethoden" (auch hier werden zwei nicht zwingend miteinander einhergehende Systeme in einen Zusammenhang gepresst), die ebenso evidente Einflussnahme der konventionellen Pharmaindustrie gegenübergestellt und kritisiert wird.


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