Freitag, 19. April 2013

NASA-Wissenschaftler spekulieren über Lebensformen auf neu entdeckten Planeten


Künstlerischer Blick in das Planetensystem um Kepler-62 mit Sicht auf die beiden Super-Erden Kepler-62e und -f im Vordergrund, die ihren Stern innerhalb dessen lebensfreundlicher Zone umkreisen (Illu.)
| Copyright: David A. Aguilar (CfA) 


Washington (USA) - Drei der insgesamt sieben extrasolaren Planeten, deren Entdeckung gestern von der NASA bekannt geben wurde (...wir berichteten), könnten Leben hervorgebracht haben - umkreisen sie ihre Sterne doch innerhalb jener Abstandsregion, innerhalb derer aufgrund milder Temperaturen Wasser in flüssiger Form an den Oberflächen möglich ist. Da es sich zudem um felsige Planeten von weniger als der doppelten Größe der Erde handelt, spekulieren auch die NASA-Forscher über das Aussehen möglicher Lebensformen auf diesen Welten.

"Habitabilität bedeutet nicht notwendigerweise, dass der betreffende Planet bis ins Detail so aussieht wie die Erde", erläutert denn auch Lisa Kaltenegger vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie und vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. "Im Gegenteil: Planeten mit hinreichend größerem Radius als die Erde, wie Kepler-62e und Kepler-62f, wären bei gleicher chemischer Zusammensetzung höchstwahrscheinlich Wasserwelten, deren Oberflächen von tiefen, globalen Ozeanen bedeckt sind."


"Wenn wir uns aber unsere eigenen Ozeane auf der Erde ansehen, so wimmelt es darin nur so von Leben", erklärte der wissenschaftliche Hauptuntersucher der Kepler Mission, Bill Borucki vom Ames Research Center der NASA auf der gestrigen Pressekonferenz. "Es könnte sogar gut sein, dass das irdische Leben überhaupt erst in den Ozeanen entstanden ist."


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Da beide Planetensysteme mit 1.200 und 2.700 Lichtjahren jedoch zu weit von der Erde entfernt sind, als dass sie mit heutiger Technologie direkt beobachtet und so untersucht werden könnten, bleibt auch ihren Entdeckern bislang nur die Spekulation: "Computermodelle legen nahe, dass beide Planeten von vollständig von Wasser bedeckt sind", so Borucki weiter. "Da sich jedoch auch auf der Erde sogenannte fliegende Fische entwickelt haben, die "fliegend" ihren Fressfeinden entkommen, könnten sich auch auf solchen Wasserwelten geflügelte Lebewesen entwickelt haben, die auf diese Weise das Wasser zumindest zeitweilig verlassen können."


Zwar sei es zumindest nach irdischen Maßstäben unwahrscheinlich, dass sich auf Wasserwelten technologisch entwickelte Zivilisationen entwickelt haben, da das feuchte Element die Nutzung u.a. von Wasser, Technologie und Metallurgie ausschließt, "doch wenn es, etwa auf Kepler-62e nur einige wenige Inseln und Kontinente gäbe, könnte die Sache schon ganz anders aussehen", so der Wissenschaftler. "Kämen unsere Vorfahren von dort, so würden wir vielleicht zwar immer noch auf allen Vieren gehen, dennoch ermöglicht es die dortige Schwerkraft immer noch, dass sich Lebewesen auf Extremitäten fortbewegen könnten."


Ob auch Kepler-69c, der etwa 1,7 mal so groß ist, wie die Erde, lebensfreundliche Bedingungen aufweist, können die Forscher indes noch nicht sagen.


Lisa Kaltenegger erläutert die neue Kepler-Entdeckung


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Quellen: NASA, mpg.de
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