Montag, 20. Mai 2013

Archivfund: Vergessenes Meeresungeheuerchen entdeckt


Grafische Rekonstruktion von Gronausaurus wegneri (Illu.).
| Copyright/Quelle: O. Hampe / naturkundemuseum-berlin.de 


Berlin (Deutschland) - In den Archiven weltweiter Museen schlummern oft zahlreiche unentdeckte, da noch unerforschte Schätze in Form von eingelagerten, dann jedoch vergessenen, einstigen Funden. Im Geomuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster konnte ein Berliner Wissenschaftler nun vor 101 Jahren entdeckte Fossilien als neuen, bzw. bislang der Wissenschaft unbekannten Plesiosaurier identifizieren.

Wie Oliver Hampe vom Museum für Naturkunde Berlin aktuell im Fachjournal "Paläontologische Zeitschrift" (DOI: 10.1007/s12542-013-0175-3) berichtet, handelt sich um das weltweit einzige Exemplar von Gronausaurus wegneri. Der Plesiosaurier, jagte vor rund 137 Millionen Jahren durch die kreidezeitlichen küstennahen Meere und Flussdeltas und war mit gerade einmal 3 bis 3,5 Meter Länge für damalige Verhältnisse ein kleiner Vertreter dieser Meeresreptilien.


Erstmals entdeckt wurden die Fossilien im Jahre 1912 in einer ehemaligen Ziegeleigrube bei Gronau in Westfalen, die bereits damals für zahlreiche Fossilfunde bekannt war - wurden hier doch schon urzeitliche Haizähne, Fischfossilien, Schildkrötenreste, ein Krokodilzahn sowie Fischsaurier- und andere Plesiosaurierknochen gefunden.



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Erstmals beschrieben wurde der Fund dann zwar schon zwei Jahre später durch den Paläontologen Theodor Wegner, doch vermutete dieser, dass es sich um Knochen eines Brancasurus - einem damals neu beschriebenen anderen Plesiosaurier, handelte. Eine wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte nie. Seither lagerte das Fossil im ehemaligen Geologisch-Paläontologischen Museum in Münster (heute: Geomuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität).



Die einst im Geomuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität eingelagerten Fossilien des nun beschriebenen Plesiosauriers Gronausaurus wegneri.
| Copyright/Quelle: O. Hampe / naturkundemuseum-berlin.de


"Im Prinzip stellt jedes Fossil ein Unikat dar, aber die Überreste einer neuen Art in den Händen zu halten, gehört schon zu den besonderen Momenten", so Hampe, der den Fund während eines Forschungsaufenthaltes in Münster machte.


Es handele sich um das bislang weltweit einzige Exemplar dieser Art", erläutert die Pressemitteilung des Berliner Naturkundemuseums. "Der sogenannte Holotypus besteht aus einem Skelett, dem leider einige Schädelelemente, Halswirbel sowie Fuß- und Fingerglieder der Paddel fehlen. Einzigartig für Gronausaurus wegneri sind die sich unterhalb der Querfortsätze der Brust- und vorderen Rückenwirbel befindlichen ausgeprägten Gruben, die wahrscheinlich eine höhere Stabilität gegen Zugkräfte der Rückenmuskulatur am lebenden Tier gewährleisteten. Als evolutiver Vorteil wäre eine verbesserte Manövrierfähigkeit dieser Art von Plesiosaurier anzunehmen."


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