Mittwoch, 8. Mai 2013

Bislang unbekannte Pflanzenkommunikation fördert das Wachstum


Guter Pflanzennachbar: Basilikum. | Copyright: grewi.de 


Crawley (Australien) - Pflanzen gelten in der Regel als vergleichsweise stille Organismen und Kommunikationsversuche mit ihnen als eher einseitiges Vergnügen. Mehr und mehr finden Forscher jedoch heraus, dass auch Pflanzen miteinander sogar direkt und auf unterschiedliche Weise Kommunizieren können und ihre Umwelt auf deutlich komplexere Weise wahrnehmen als bislang angenommen (...wir berichteten, s. Links). Eine aktuelle Studie australischer Wissenschaftler belegt nun, dass offenbar eine bislang unbekannte Form der Kommunikation zwischen benachbarten Pflanzen das Wachstum der einzelnen Pflanzen selbst unterschiedlicher Arten fördert oder hemmt und diese "Pflanzensprache" möglicherweise sogar auf akustischem Wege stattfindet.

Wie Monica Gagliano und Michael Renton von der University of

Western Australia aktuell im Fachjournal "BioMed Central" berichten, konnten sie in ihren Experimenten zeigen, dass deutlich mehr Chilisamen (Capsicum annuum) angingen, wenn sie neben anderen Chilipflanzen oder Basilikum (Ocimum basilicum) ausgesät wurden. Selbst als die bekannten Kommunikationswege im Experiment durch das Einbringen der Samen in einem dunklen Plastikbeutel verhindert wurden, keimten die Samen in pflanzlicher Nachbarschaft genau so gut und wiederum besser als wenn sie alleine ausgesät wurden. Dieser Umstand lässt die Wissenschaftler nun vermuten, dass es zwischen den Pflanzen zu einer Art Kommunikation mittels "nanomechanischer Vibrationen" kommt. Einen vergleichbaren Effekt der Pflanzen unter- und aufeinander konnten die Forscher auch anhand ausgewachsener Pflanzen beobachten.

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"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Pflanzen in der Lage sind, durch einen bislang noch unbekannten Mechanismus das Wachstum gegenseitig positiv zu beeinflussen", erläutert Gagliano. "Schlechte Nachbarn hingegen, beispielsweise Fenchel, verhinderten das Keimen der Chilisamen im gleichen Maßstab, wie es von Basilikum gefördert wurde. Wir vermuten, dass die Antwort möglicherweise in akustischen Signalen liegt, die von den Pflanzen mittels nanomechanischer Schwingungen im Innern ihrer Zellen erzeugt werden und den benachbarten Pflanzen einen schnellen kommunikativen Austausch untereinander ermöglicht.


Schon 2012 konnten australische Wissenschaftler nachweisen, dass Pflanzen nicht nur auf Töne reagieren und sondern wahrscheinlich sogar selbst durch Klickgeräusche miteinander kommunizieren (...wir berichteten).


- Die vollständige Studie finden Sie HIER


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Quelle: biomedcentral.com
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