Donnerstag, 30. Mai 2013

Cassini-Sonde findet Aktivität auf Saturnmond Dione


Nordpolare Ansicht des Saturnmondes Dione. In der unteren Hälfte auf der Tag- und Nachtgrenze (Terminator) ist die Gebirgskette Janiculum Dorsa zu erkennen.
| Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute


Providence (USA) - Durch Untersuchungen von Nahaufnahmen der Saturnsonde Cassinin einer 800 Kilometer langen Bergkette auf dem Saturnmond Dione haben NASA-Wissenschaftler Belege dafür gefunden, dass der Trabant des Ringplaneten in der Vergangenheit geologisch aktiv war - und dies sogar heute noch sein könnte. Gemeinsam mit der früheren Entdeckung einer dünnen Sauerstoffatmosphäre (...wir berichteten) und Hinweisen auf einen auch hier unter der frostigen Oberfläche verborgenen Wasserozean wird der bislang als Ödnis angesehene Saturnmond damit erneut für Geologen aber auch für die Suche nach außerirdischem Leben im Sonnensystem interessant.

"Mehr und mehr zeichnet sich ein Bild von Dione als ruhiger Zwilling des aktiven und kilometerweitreichende Geysirfontänen speienden Enceladus ab", erläutert Bonnie Buratti vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, die die Untersuchungen der Cassini-Daten zu den eisigen Saturnmonden leitet. "Wie es scheint, gibt es da draußen viele bislang unerwartet aktive Welten mit Wasser."



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Die neusten Daten der Cassini-Mission, die seit 2004 das Saturnsystem erkundet, belegen einen schwachen Partikelstrom aus Richtung des Mondes und Aufnahmen zeigen Hinweise für eine zähflüssige Schicht unterhalb der Eiskruste des Mondes. Schon zuvor hatten andere Cassini-Aufnahmen alte, wenn auch inaktive Oberflächenmerkmale auf Dione aufgezeigt, wie sie den Frakturen auf Enceladus ähneln, aus denen die gewaltigen Eiswasserfontänen ins All schießen.

Wie die Forscher aktuell im Fachjournal "Icarus" berichten, zeigen die aktuellen Aufnahmen, dass sich die Kruste des Mondes unterhalb der Bergkette Janiculum Dorsa auf einer Strecke von bis zu 500 Meter faltet.


"Die Faltung legt nahe, dass die eisige Kruste einst warm war und die beste Erklärung für die Herkunft dieser Wärme ist, dass Dione zur Zeit als sich die Bergkette bildete, einen verborgenen Ozean besaß", so Noah Hammond Brown University, der Hauptautor der Studie.


Dione selbst wird von den starken Gezeitenkräften des Saturns gestreckt und gestaucht, wenn sich der Mond seinem Planeten nähert und sich von ihm auf seiner Umlaufbahn wieder entfernt. Wenn die eisige Kruste auf einem Untergrundozean frei bewegen kann, erhöht sich die so erzeugte Wärme um das Zehnfache.


Wissenschaftler sind weiterhin darum bemüht herauszufinden, warum Ecledaus noch heute so aktiv ist und sich diese Aktivität auf Dione deutlich abgeschwächt hat. Möglicherweise waren die auf Enceladus wirkenden Gezeitenkräfte stärker oder ein größerer Teil des Gesteins im Kern von Enceladus erzeugte mehr radioaktive Erwärmung aufgrund größerer Anteile schwerer Elemente.



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 Auf jeden Fall scheinen verborgene Ozeane auf diesen eisigen Welten eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Damit erhöht sich unter den Forschern auch die Hoffnung, dass Ähnliches auch für die eisigen Zwergplaneten Ceres und Pluto gilt, die ab 2015 von der NASA-Sonde "Dawn" erkundet werden sollen (...wir berichteten).

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Quelle: NASA / JPL
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