Donnerstag, 9. Mai 2013

Exklusiv für GreWi-Leser: Foto- und Forschungsworkshop zum Hessdalen-Phänomen


Spektralanalyse eines Hessdalen-Phänomens, aufgenommen während des "Science Camp 2007".
| Quelle/Copyright: hessdalen.org / Bjørn Gitle Hauge bjorn.g.hauge@hiof.no
 

Hessdalen (Norwegen) - Spätestens seit Anfang der 80er Jahre werden im norwegischen Hessdalen bislang unerklärte Lichtphänomene beobachtet und erforscht. Das "Hessdalen-Phänomen" zeigt sich meist in Form von Lichterscheinungen und wird häufig in der Dämmerung oder nachts beobachtet. Eine grobe Klassifizierung unterscheidet drei verschiedene Typen: Kurze, bläuliche oder weiße Lichtblitze, große gelbliche Lichter und in Formation ziehende Lichterscheinungen. Unterstützt von "grenzwissenschaft-aktuell.de" findet vom 1. bis 8. September 2013 in Hessdalen ein deutschsprachiger Foto- und Forschungsworkshop statt: das "Hessdalen Lights Camp". Die Teilnehmer versuchen, das Hessdalen-Phänomen an ausgewählten Orten zu beobachten und zu fotografieren. Außerdem stehen fotografische und astronomische Vorträge sowie Treffen mit lokalen Experten auf dem Programm. Bei gutem Wetter besteht zudem die Möglichkeit, unter Anleitung langjährig erfahrener Polarlichtfotografen Nordlichter zu fotografieren.

Geleitet wird der einwöchige Workshop wird von den bekannten Astrofotografen Bernd Pröschold und Eugen Kamenew. Das Camp möchte Enthusiasten mit grenzwissenschaftlichen Interessen zusammenführen. Möglicherweise fällt unser "Hessdalen Lights Camp" sogar mit dem internationalen "Science Camp 2013" (dessen Termine allerdings noch nicht gesichert feststehen...) zusammen, innerhalb dessen verschiedenen Gruppen von Wissenschaftlern unter der Leitung des Hessdalen-Phänomen-Experten Erling Strand vom Østfold College gemeinsam mit Studenten und Schülern ebenfalls darum bemüht sind, das Hessdalen-Phänomen zu dokumentieren und ihm auf den Grund zu gehen. Sollten sich die beiden Termine tatsächlich decken, können unsere Aktivitäten möglicherweise mit denen des "Science Camps" koordiniert werden.



 

Bernd Pröscholds Aufnahmen des Hessdalen-Phänomens. | Copyright: Bern Pröschold, hessdalen.de

Workshopverlauf

Sonntag: Anreise, abends gemeinsame Beobachtung am Vista Point.

Montag: Vortrag “Das Hessdalen-Phänomen”. Abends gemeinsame Beobachtung am Øyungen-See.

Dienstag: Treffen mit dem lokalen Experten Peder Skogaas. Abends gemeinsame Beobachtung am Øyungen-Westufer.

Mittwoch: Vortrag “Sternstunden - Landschaften im Rhythmus des Kosmos”. Abends gemeinsame Beobachtung am Bravo Point.

Donnerstag: Auswertung und Diskussion von Beobachtungen und Fotos. Abends gemeinsame Beobachtung am Øyungen-Ostufer.

Freitag: Vortrag “Sonnenfinsternisse – Die Jagd nach der schwarzen Sonne”. Abends gemeinsame Beobachtung am Bravo Point.

Samstag: Treffen mit dem lokalen Experten Peder Skogaas. Abends gemeinsame Beobachtung am Øyungen-Westufer.

Sonntag: Abreise
Der skizzierte Verlauf ist exemplarisch. Details hängen von der Witterung und den Wünschen der Teilnehmer ab. Die täglichen Vorträge und Meetings finden in einem Haus in Hessdalen statt und dauern ca. 2 Stunden; die abendlichen Beobachtungs- und Fotosessions dauern etwa 2-4 Stunden. Tagsüber bleibt genügend Zeit, das herbstliche Fjell individuell zu erkunden.

Die Workshop-Leiter


Bernd Pröschold 
ist hauptberuflicher Zeitrafferfotograf. Seine spektakulären Aufnahmen vom Polarlicht und vom Sternenhimmel (sternstunden.net) fanden Eingang in zahlreiche TV-Produktionen und in DVDs mit einer Gesamtauflage von etwa 10.000 Exemplaren. Pröschold ist studierter Soziologe und reiste mehrfach als Amateurforscher nach Hessdalen.

Eugen Kamenew 
ist ein vielfach ausgezeichneter Astro- und Naturfotograf. Seine Reisen zu Sonnen- und Mondfinsternissen führten ihn unter anderem nach Sibirien, China, Australien, Französisch-Polynesien und in die USA. Kamenew ist studierter Medienwissenschaftler und verfügt über mehrwöchige Exkursionspraxis in Hessdalen.

Hinzu wird auch GreWi-Herausgeber Andreas Müller an dem Workshop teilnehmen.

Methoden

- Visuelle Beobachtung und Protokollierung fraglicher Lichtquellen
- Fotografische Dokumentation fraglicher Lichtquellen (Teilnehmer sollten ein Stativ und eine Kamera mit optionaler Langzeichtbelichtung mitbringen)
- Überwachung des Geländes durch weitwinklige Zeitrafferaufnahmen
- Triangulation mit zwei Kameras zur Entfernungsbestimmung fraglicher Lichtquellen und zur Identifikation von Rauschartefakten
- Einsatz von Spektralfiltern zur Identifikation von Lichtquellen und ggf. zur Analyse von Hessdalenlichtern (Gitterfolie für Weitwinkelobjektive wird gestellt, die Kalibrierung des Spektrums kann später erfolgen)
- Evtl. Einsatz weiterer Messgeräte von Teilnehmern (z.B. VLF-Receiver, Nachtsichtgerät etc.)

Zum Workshop selbst erläutert Bernd Pröschold auf seiner Internetseite "hessdalen.de":

"Wer das Phänomen an einem der sieben Abende sehen möchte, braucht eine Menge Glück. Aber die Chancen, das Hessdalen-Licht zu fotografieren, stehen gut: Auf weitwinkligen Zeitrafferaufnahmen zeigen sich häufig unerklärliche Strukturen.

Nordlicht. | Copyright: Bernd Pröschold
Polarlichter wiederum zeigen sich in Hessdalen bei klarem Himmel etwa in jeder zweiten Nacht. In etwa jeder dritten Nacht gibt es Wolkenlücken oder klaren Himmel.

Die Workshop-Teilnehmer profitieren u.a. von folgenden Vorteilen: Beobachtung an den besten Spots im Tal, Fachvorträge, Support bei Landschafts- und Spektralfotografie, Kontakt zu lokalen Experten und Wissenschaftlern, Austausch mit Gleichgesinnten, Hilfe beim Finden einer Unterkunft.

Die Teilnehmer sollten eine Kamera mit Langzeitbelichtungsoption und ein Stativ mitbringen. Außerdem sind festes Schuhwerk und warme, regentaugliche Kleidung von Vorteil. Vor Ort sind teilweise weitere bis weite Strecken zurückzulegen. Eine Anreise ohne KFZ ist daher nur auf Anfrage möglich. Kartenmaterial und Spektralfilterfolie werden gestellt.

Hessdalen selbst liegt abseits der ausgetretenen Touristenpfade und wäre auch ohne das Lichtphänomen ein echter Geheimtipp. Unter Einheimischen ist die landschaftliche Schönheit der Gegend wohl bekannt, weshalb zahlreiche Ferienhütten in den Seitentälern liegen. Oberhalb der Baumgrenze eröffnen sich immer wieder Blicke über die zahlreichen kleineren und größeren Seen. Die Temperaturen liegen Anfang September tagsüber zwischen 5 und 15 Grad und nachts zwischen 0 und 8 Grad. Auf den Gipfeln kann es stürmisch sein."

Preise, Anreise und Unterkunft

Die GreWi-Reisegruppe kann aus 6 bis 12 Personen bestehen. Die Teilnahmegebühr beträgt 390 Euro. Hinzu kommen dann also für jeden Teilnehmer noch die Reise- und Unterkunftskosten nach und in Hessdalen.

Als Unterkunft bieten sich private Hütten mit einfachem Standard und Selbstversorgung an (Wochenpreis ca. 400-600€ pro Hütte bzw. 100-200€ pro Schlafplatz).

Alle Teilnehmer erhalten mit ihrer Teilnahmebestätigung Angebote von Vermietern nahe Hessdalen. Die Kontaktdaten der Teilnehmer können ausgetauscht werden, um eine gemeinsame Hütte zu buchen. Geschäfte und Restaurants gibt es im nahe gelegenen Ålen. Anreise mit Flugzeug und Bahn: Norwegian und SAS fliegen von mehreren deutschen Flughäfen nach Oslo Gardermoen (ab 150€ hin und zurück). Ryanair fliegt von mehreren deutschen Flughäfen nach Oslo Rygge bzw. Oslo Torp (ab 120€ hin und zurück). Die Bahn von Gardermoen nach Ålen fährt etwa 5 Stunden (Umsteigen in Hamar, ab 80€ hin und zurück: www.nsb.no/?lang=en_US). Transfer vom Bahnsteig in Ålen zur Unterkunft auf Anfrage.

Anreise mit Flugzeug und Mietwagen: Norwegian und SAS fliegen von mehreren deutschen Flughäfen nach Oslo Gardermoen (ab 150€ hin und zurück). Ryanair fliegt von mehreren deutschen Flughäfen nach Oslo Rygge bzw. Oslo Torp (ab 120€ hin und zurück). Einen Mietwagen für acht Tage gibt es in Oslo ab etwa 400€, z.B. bei Budget. Die landschaftlich attraktive Autofahrt von Gardermoen nach Hessdalen dauert etwa 5 Stunden. Von Rygge und Torp ca. 6,5 Stunden. Anreise mit PKW und Fähre: Es gibt zahlreiche Fährverbindungen über die Ostsee (Stena Line, Color Line, Finnlines). Einen besonders guten Kompromiss aus Komfort, Preis und Reisezeit bietet die Verbindung von Kiel nach Göteborg (Stena Line, Abfahrt täglich um 19:00, ab ca. 450€ für zwei Personen mit PKW hin und zurück). Die Autofahrt von Göteborg nach Hessdalen dauert etwa 9 Stunden.


- Das Anmeldeformular zum "Hessdalen Lights Camp" mit allen weiteren Informationen finden Sie HIER


Auswahl an Filmaufnahmen des "Hessdalen-Phänomens"

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

- Weitere Informationen zum Hessdalen-Phänomen finden Sie HIER

- Zusammengefasste Informationen in deutscher Sprache finden Sie HIER

WEITERE GreWi-MELDUNGEN ZUM HESSDALEN-PHÄNOMEN
Science Camp in Hessdalen wieder ein Erfolg
6. Oktober 2012

Wissenschaftler präsentieren weitere Beweise für Hessdalen-UFOs 29. August 2012

Lichtphänomene: Hessdalen-Webcam wieder online 20. Dezember 2008
Umfangreiche Studie zu norwegischen UFO-Fotos online 2. Februar 2008
Hypothese soll Lichtphänomene von Hessdalen erklären 14. November 2007


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