Donnerstag, 16. Mai 2013

Forscher entdecken 1,5 Milliarden Jahre altes Wasser und hoffen darin auf Urzeit-Leben


Archiv: Satellitenblick auf das wahrscheinlich von einstigem Wasser gegrabenen Marstal Reul Vallis.
| Copyright: ESA
 

Manchester (England) - In einer kanadischen Mine haben britische und kanadische Wissenschaftler in 2,4 Kilometern Tiefe Gase und Wasser entdeckt, deren Alter sie mittels neuster Analysemethoden auf etwa 1,5 Milliarden Jahre datieren. In diesem Urzeit-Wasser hoffen die Forscher nun auch Leben zu finden. Eine solche Entdeckung könnte auch auf heute noch existierendes Leben auf dem Mars hindeuten.

Wie die Forscher Professor Chris Ballentine von der Manchester University und B. Sherwood Lollar von der Toronto University aktuell im Fachjournal "Nature" berichten, stießen sie auf das Reservoir im Innern einer Mine unterhalb von Timmins in der kanadischen Provinz Ontario.


Obwohl das Wasser sehr lange Zeit von jeglicher Lichtquelle isoliert war, hoffen die Forscher nun, dass bestimmte Mikroorganismen in dem an gelösten Gasen wie Wasserstoff und Methan reichhaltigen Wasser überlebt haben könnten. Derzeit untersuchen die Wissenschaftler Proben, um zu bestimmen, ob derartige Lebensformen tatsächlich in dem Urzeit-Wasser vorhanden sind.


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"Es gibt vergleichbare Wasserspeicher in Südafrika, mit nahezu identischer Chemie, die mehrere zehn Millionen Jahre alt sind und noch heute Mikroben beinhalten, die sich an die extremen Umgebung in der Tiefe angepasst haben", kommentiert Ballentine die Hoffnung, auch in dem urzeitlichen Wasser aus der Timmins-Mine auf ebensolche Lebensformen entdecken zu können, gegenüber der BBC. "Derartige Mikroben können alleine von der Energie zehren, die sich aus dem Zwischenspiel zwischen natürlichem Wasser und Gestein ergibt."

Von einer solchen Entdeckung erhoffen sich die Forscher neben neuen Erkenntnissen über die Evolution des Lebens auf der frühen Erde auch Einsichten dazu, wo es auch auf anderen Planeten wie beispielsweise dem Mars, heute noch existieren könnte.



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Auch wenn die Oberfläche des Roten Planeten heute nur noch kalt und trocken ist, deutet bislang alles daraufhin, dass der Mars vor Jahrmillionen wärmer und feuchter war. Während ein Großteil des einstigen Oberflächenwassers des Mars wahrscheinlich ins All verdampfte, könnten sich andere Teile noch bis heute in Speichern tief im Untergrund erhalten haben. Die erhoffte Entdeckung von Mikroben im Timmins-Wasser würde also auch die Möglichkeit erhöhen, dass sich auch im Untergrund des Mars Mikroorganismen erhalten haben könnten.

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Quellen: nature.com, BBC
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