Donnerstag, 30. Mai 2013

Kompass von Rotkehlchen ist anpassungsfähig


Rotkehlchen.
| Copyright: Marek Szczepanek, naturephotos.com.pl


Frankfurt (Deutschland) - Lässt man ihnen etwas Zeit, können Rotkehlchen sich auch in schwachen Magnetfeldern orientieren. Forscher der Goethe-Universität werten dies als weiteren Hinweis dafür, dass der Kompass sich bereits bei den Vorfahren der heutigen Vögel entwickelte.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Presseinformation der Goethe-Universität zu Frankfurt am Main, uni-frankfurt.de


Zugvögel wie das europäische Rotkehlchen (Erithacus rubecula) orientieren sich mithilfe eines Magnetkompasses im Auge. Wie Wissenschaftler der Goethe-Universität jetzt in Zusammenarbeit mit einem Geophysiker aus München herausgefunden haben, ist dieser Kompass äußerst anpassungsfähig. Lässt man den Vögeln etwas mehr als einen halben Tag Zeit, können sie sich auch in Magnetfeldern orientieren, deren Stärke nur ein Zehntel des Erdmagnetfelds beträgt. Die Forscher werten dies als einen weiteren Hinweis dafür, dass es sich um einen entwicklungsgeschichtlich sehr alten Mechanismus handelt, der bereits von den gemeinsamen Ahnen der heutigen Vögel im Erdmittelalter entwickelt wurde.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

2007 hatte das Forscherehepaar Wolfgang und Roswitha Wiltschko entdeckt, dass auch Hühner über einen magnetischen Kompass verfügen. Er funktioniert ganz ähnlich wie derjenige der Rotkehlchen. Da die entsprechenden Entwicklungslinien von Hühnern und Rotkehlchen sich in der Kreidezeit vor circa 95 Millionen Jahren getrennt haben, vermuteten die Forscher, dass schon die ersten Vögel die Fähigkeit entwickelten, sich im Magnetfeld der Erde zu orientieren.

Um ihre Theorie weiter zu untermauern, prüften die Forscher nun, ob Rotkehlchen sich auch in schwachen Magnetfeldern zurechtfinden. Denn seit den Zeiten des Urvogels war das Erdmagnetfeld starken Schwankungen unterworfen, darunter gab es Perioden sehr schwacher Intensität. Wie sich herausstellte, können sich die Vögel nach 17 Stunden an ein schwaches Magnetfeld von vier Mikro-Tesla (weniger als 10 Prozent der derzeit in Frankfurt herrschenden Feldstärke) anpassen.


Um sicher zu sein, dass nicht ein anderer Mechanismus als der Magnet-Kompass im Auge für diese Leistung verantwortlich ist, betäubten die Forscher den Schnabel. Dieser enthält einen weiteren Magnetsensor, dessen Ausschaltung die Rotkehlchen nicht beeinträchtigte. Setzte man sie aber zusätzlich einem hochfrequenten Magnetfeld aus, ging ihnen der Richtungssinn verloren, wie es schon früher für den Kompass im Auge gezeigt worden war.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Rotkehlchen verfügen über erfahrungsbasiertes magnetisches Navigationssystem  20. Februar 2013

Quelle: uni-frankfurt.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE