Mittwoch, 29. Mai 2013

Zwei Objekte aus der Oortschen Wolke bewegen sich ins Sonnensystem


Künstlerische Interpretation des Doppelasteroiden Antiope. So ähnlich könnte auch das Objekt "2010 WG9" aussehen (Illu.).
| Copyright: ESO.org 


New Haven (USA) - Wahrscheinlich zwei einander umkreisende Objekte aus dem Rande des Sonnensystems befinden sich derzeit auf Kurs in Richtung Sonne. Astronomen der Yale University gehen davon aus, dass es sich um ein doppeltes sogenanntes transneptunisches Objekt handelt, das in Wirklichkeit jedoch direkt aus der der Oortschen Wolke - und damit aus dem angenommenen Trümmer- und Objektgürtels am Rande des Sonnensystems - stammt. Im Gegensatz zu Kometen, deren Ursprung ebenfalls in dieser rund 100.000 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand Erde-Sonne) von der Sonne entfernten Region vermutet wird, scheint die Oberfläche von "2010 WG9" jedoch seit der Entstehung des Sonnensystems gänzlich unverändert.

Während die Oortsche Wolke mit einer Entfernung von bis zu 2 Lichtjahren für eine direkte effektive Erkundung zu weit entfernt ist, bietet sich Astronomen und Planetenforschern mit "2010 0WG9" erstmals die Gelegenheit, ein solches Objekt aus näherer Entfernung zu untersuchen. Zudem wird das Objekt der Sonne auch zukünftig nicht nahe genug kommen, als dass seine eisige Oberfläche von diesem hitzigen Rendezvous verändert werden würde. Bei "2010 WG9" handelt es sich - so hoffen die Wissenschaftler - also um ein bzw. zwei nahezu unveränderte sogenannte Planetesimale, also Planetenvorläufer, aus der Zeit der Entstehung unseres Sonnensystems.


Seit zwei Jahren beobachten nun Astronomen um Dr. David Rabinowitz von der Yale University das rund 100 Meter durchmessende Objekt durch verschiedene Filter, sind sich bislang jedoch noch nicht genau sicher, was die Beobachtungen genau über die Oberflächengeschaffenheit, Struktur und Zusammensetzung von "2010 WG9" aussagen können.


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Allerdings streichen die Forscher in einer aktuell und vorab auf "arxiv.org" veröffentlichten Studie heraus, dass das Objekt eine ungewöhnlich langsame Rotationsrate aufweise. Während sich die meisten bekannten transneptunischen Objekte innerhalb weniger Stunden einmal um die eigene Achse drehen, benötigt "2010 WG9" dafür ganze 11 Tage. Für die Astronomen ist die beste Erklärung für diese langsame Rotation die, dass es sich um ein binäres System - also um zwei durch die eigenen Gezeitenkräfte aneinander gebundene Objekte - handelt.


Um weitere Informationen und Daten zu "2010 WG9" zu erlangen, planen die Forscher derzeit weitere Beobachtungen mit größeren Teleskopen und hoffen auch, hierfür das Weltraumteleskop Hubble nutzen zu können.


- Die vollständige Studie finden Sie HIER


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Quelle: arxiv.org
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