Donnerstag, 20. Juni 2013

Der Mars hatte vor 4 Milliarden Jahren eine sauerstoffreiche Atmosphäre


Viking-1-Aufnahme des Mars.
| Copyright: NASA


Oxford (England) - Unterschiede in der Zusammensetzung zwischen Marsmeteoriten und Gestein, das vom NASA-Marsrover "Spirit" auf dem Roten Planeten selbst untersucht wurde, können durch eine sauerstoffreiche Atmosphäre vor rund vier Milliarden Jahren erklärt werden. Zu diesem Schluss kommen britische Wissenschaftler und zeigen damit, dass atmosphärischer Sauerstoff auf dem Mars schon 2,5 Milliarden Jahre früher vorhanden war als auf der Erde.

Wie das Team um Professor Bernard Wood vom Oxford University's Department of Earth Sciences aktuell im Fachjournal "Nature" (DOI: 10.1038/nature12225) berichtet, verglichen sie Marsmeteoriten, die auf der Erde gefunden wurden mit den Analyseergebnissen der mobilen Labor- und Erkundungseinheit des NASA-Marsrovers "Spirit", von Gesteinsproben aus dem Marskrater Gusev.


Der Umstand, dass dortiges Oberflächengestein im Vergleich zu den auf der Erde gefundenen Marsmeteoriten etwa fünfmal reichhaltiger an Nickel ist, hatte Wissenschaftler bislang vor ein Rätsel gestellt und Zweifel aufkommen lassen, ob die Meteoriten tatsächlich ein typisches vulkanisches Produkt des Roten Planeten sind.


"Wir können zeigen, dass sowohl die Meteoriten als auch vulkanisches Oberflächenmaterial auf dem Mars mit der Zusammensetzung, wie wir sie im Marsinnern erwarten, übereinstimmten", erläutert Wood. "Allerdings stammt das Oberflächengestein aus einer deutlich sauerstoffreicheren Umwelt - möglicherweise hervorgerufen durch das Recycling von sauerstoffreichem Material im Planeteninnern."



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Dieses Ergebnis sei erstaunlich, da die Meteoriten selbst geologisch betrachtet mit 180 bis 1.400 Millionen Jahren vergleichsweise jung sind und "Spirit" hingegen sehr altes Material von mehr als 3,7 Milliarden Jahren untersuchte.


Während es zwar möglich sei, dass sich die geologische Zusammensetzung des Mars von Region zu Region unterscheide, glauben die Forscher jedoch, dass es sehr viel wahrscheinlicher sei, dass die Unterschiede durch einen als Subduktion bezeichneten Prozess, bei dem Material im Planeteninnern recycelt wird, entstanden.


Die Wissenschaftler vermuten, dass die Marsoberfläche in der sehr frühen Geschichte des Planeten oxidiert war, das eben durch Subduktion dieses sauerstoffreiche Material in das Planeteninnere gelangte und von hier aus durch Vulkanausbrüche vor etwa 400 Millionen Jahren wieder an die Oberfläche gelangte.


Im Gegensatz dazu handele es sich bei den untersuchten Meteoriten dann um sehr viel jüngeres vulkanisches Gestein, dass aus tieferen Schichten des Planeteninneren stamme und somit auch deutlich weniger durch den Subduktionsprozess beeinflusst wurde.


"Es liegt also nahe, dass der Mars vor etwa vier Milliarden Jahren eine sauerstoffreiche Atmosphäre besaß. Da die Oxidation dem Mars seine Farbe verlieh, ist es wahrscheinlich, dass der 'Rote Planet' schon Milliarden Jahre lang feucht, warm und rostig war, bevor die Atmosphäre der Erde mit Sauerstoff angereichert wurde", so Wood abschließend.


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Quelle: ox.ac.uk
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