Montag, 10. Juni 2013

Ehem. ägyptischer Chefarchäologe Zahi Hawass ist überzeugt: "Cheops-Pyramide birgt geheime Pharaonenkammer und Schätze"


Durch ein Loch hindurch untersuchte eine Kamera 2011, was sich hinter der geheimnisvollen Tür befindet und fand eine weitere kleinere Kammer mit einer weiteren Tür (...wir berichteten).
| Copyright: National Geographic Channel


Kairo (Ägypten) - Nachdem der ebenso bekannte wie umstrittene einstige Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung (SCA) Zahi Hawass in Folge der politischen Umwälzungen in Ägypten entlassen wurde, hat der Ägyptologe nun in einem Interview sein baldiges Comeback angedeutet. Während derartige Szenarien bislang jedoch noch nicht bestätigt wurden, erklärte Hawass, dass er fest davon überzeugt sei, dass das Tal der Könige aber auch die Cheops-Pyramide noch immer große Geheimnisse berge. Den Schlüssel zu diesen, sieht Hawass in den als "Gantenbrink-Schächten" bekannt gewordenen und am ende durch Steintüren mit Kupfergriffen verschlossenen Schächten innerhalb der Pyramide.

Wie Hawass gegenüber dem "Smithsonian Magazine" (smithsonianmag.com) erklärte, sei er zwar nicht mehr an seinem alten zwischenzeitlichen Job als Minister interessiert. Dennoch hält er sich mit stetiger scharfer Kritik am derzeitigen archäologischen Ministeriums nicht zurück und erklärt darin zugleich: "Als ich (noch im Amt) war, stand das Büro noch unter Feuer und Dampf. Die Leute waren jeden Tag an der Arbeit. Jetzt tun sie dort überhaupt nichts mehr. (...) Wer ist denn schon da? Jemand mit Anzug und Krawatte, dafür aber ohne Erfahrung."



Streitobjekt zwischen Kairo und Berlin: Die Büste der Nofrete im Ägyptischen Museum Berlin.
| Copyright: grewi.de


Zugleich bringt er sich erneut mit Verweis auf seine Bemühungen um die Rückgabe der Büste der Nofretete von Berlin nach Kairo (...wir berichteten) ins Gespräch: "2012 markierte den 100. Jahrestag der Entfernung der Nofrete-Büste von Ägypten nach Berlin (...) Schon bald werde ich einen neuen Artikel über die Nofretete schreiben und darin den Deutschen erneut erklären, dass (trotz ihrer Verweise auf die angeblich Rechtmäßigkeit und den Risiken für die Büste durch eine Transport nach Kairo) der Kampf noch nicht beendet ist." Gegenüber dem Magazin erklärte Hawass abschließend, dass er den Ruf des derzeitigen ägyptischen Staatspräsidenten Mursi erwarte: "Wenn man mich braucht - und ich bin mir sicher, dass sie mich brauchen - so bin ich gewillt zu helfen. (...) Wenn man mich darum bittet zur Altertümerverwaltung zurückzukehren, so werde ich das tun."


Tatsächlich sind sich mittlerweile auch die größten Kritiker Hawass' darin einig, dass nur er die sich in einem desolaten Zustand befindliche Altertümerverwaltung Ägyptens noch retten könne.



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Den Plan seiner Rückkehr verfolgt Hawass offenbar derzeit mehr als strikt und sorgt mit weiteren Aussagen international für Aufsehen, wenn er beispielsweise in einem aktuellen Interview mit "LiveScience.com" und auf seiner aktuellen Vortragstournee erklärt, dass sowohl im Tal der Könige als auch in der großen Pyramide auf Gizeh noch fantastische Entdeckungen warten.

In der Pyramide sei noch immer die Grabkammer des namensgebenden Pharao Cheops (Khufu) verborgen. Von den Ergebnissen der bisherigen Roboter-Erkundung der aus der sogenannten "Königinnen-Kammer" in Richtung Außenseite der Pyramide führenden, auf halber Strecke jedoch von Steintüren mit Kupfergriffen verschlossenen Schächte (den sogenannten "Gantenbrink-Schächten") sei er besonders fasziniert. Bei einer Durchbohrung einer der Türen und der darauf folgenden Erkundung der anderen Seite, entdeckte die Kamerasonde eine dahinterliegende Kammer, die selbst möglicherweise wiederum eine versiegelte Tür beinhaltet (...wir berichteten).



Die Cheops-Pyramide auf Gizeh.
| Coypright: grewi.de

"Diese Schächte könnten uns zu einer geheimen Grabkammer führen, in der Cheops beigesetzt wurde", so Hawass gegenüber "LiveScience". Während bislang drei Kammern in der Pyramide bekannt seien, sei die Grabkammer des Pharaos noch immer nicht gefunden.


"Ich glaube wirklich, dass die Cheops-Kammer bislang noch nicht gefunden wurde und dass alle drei (bekannten Kammern) nur gebaut wurden, um spätere Grabräuber zu verwirren", zitiert "LiveScience" den ägyptischen Archäologen wörtlich. "Die Schätze des Cheops sind immer noch in der Großen Pyramide verborgen und diese Türen könnten der Schlüssel sein, der uns die Grabkammer öffnet. (...) Von allen 123 bislang bekannten größeren Pyramiden in Ägypten weist keine diese Art von Türen mit Kupfergriffen auf. Ich bin mir wirklich sicher, dass diese Türen etwas verbergen."


Auch angesichts von Funden, die noch im Tal der Könige zu machen seien, zeigt sich Hawass schon heuet begeistert. Hier, wo 1922 auch das sensationelle Grab des Tutanchamun gefunden wurde, gäbe es noch viele Grabkammern zu finden. "Bislang wurde das Grab von Tutmosis III. ebenso wenig gefunden wie das vom Ramses VII. Auch alle Königinnen der 18. Dynastie (1550-1292 v. Chr.) wurden im Tal der Könige beigesetzt - doch bislang haben wir noch keines dieser Gräber entdeckt."


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Im Gegensatz zur weit verbreiteten Vorstellung, dass die Alten Ägypter bei der Einbalsamierung ihrer Mumien auch das Hirn der Toten entfernt hätten, spreche vieles dafür, dass diese vornehmlich durch den griechischen Geschichtsschreiber Herodot geprägte Vorstellung schlicht falsch sei: "Auch Tutanchamuns Gehirn war zwar stark geschrumpft, aber es befand und befindet sich immer noch in dessen Schädel", so Hawass und verweist auf Röntgenuntersuchungen der Mumie.


Zahi Hawass gemeinsam mit US-Präsident Obama im Sommer 2009.
| Copyright: US Gov. / Public Domain


Zugleich ging Hawass auch gegenüber "LiveScience" auf das Szenario seiner Rückkehr in die offizielle ägyptische Archäologie ein: "Ich will nicht wieder ein Minister werden. Anzug und Krawatte trage ich nur auf meinen Vorträgen, sonst bevorzuge ich stets Jeans. Ich könnte es nicht ertragen, im Kabinett zu sitzen und mir neun Stunden lang Unsinn anzuhören." Stattdessen könne er sich jedoch gut vorstellen wieder Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung zu werden, die ägyptischen Museen (wieder) aufzubauen, junge Archäologen auszubilden und seine Bemühungen um die Rückführung ägyptischer Kulturgüter - wie etwa der Nofretete - voranzutreiben.


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Quellen: livescience.com, smithsonianmag.com
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