Montag, 24. Juni 2013

Letzte Tranche der britischen UFO-Akten: Was die Medien verschweigen - Teil 2

Zeugenskizze: Ein "UFO" weicht im Oktober 2007 einer Passagiermaschine nahe Portsmouth aus. | Copyright: ufos.nationalarchives.gov.uk

London (Großbritannien) - Während das britische Verteidigungsministerium "MoD" (Ministry of Defence) gestern seine zehnte und letzte Tranche an einst geheimen UFO-Akten durch das "National Archive" veröffentlichte, beschränkt sich das Interesse der Massenmedien (...bislang vornehmlich in England selbst) einmal mehr auf eine kleine Auswahl der Kuriositäten und allzu offensichtlichen Banalitäten in den insgesamt 25 Akten mit mehr als 4.300 Seiten (...wir berichteten). Die GreWi-Redaktion hat sich in diesen Akten auf die Suche nach den eigentlich wichtigen Fallberichten und Daten gemacht, die in den Medienberichten kaum bis gar nicht erwähnt werden.

...Teil 1 finden Sie HIER


In Akte "defe-24-2461-1" findet sich auf Seite 62 ein Bericht über die angeblich sogar filmisch dokumentierte Sichtung eines scheibenförmigen Flugobjekts über einem Kornkreis bei Barbury Castle, unweit der Royal Air Force (RAF) Basis Lyneham in Wiltshire. Aus der Aktennotiz geht eine Anfrage des (wie gewöhnlich anonymisierten) Sichtungszeugen hervor, der am Abend des 14. Juni 2009 zwischen 19:30 und 20:00 Uhr ein scheibenförmiges Objekt unmittelbar über den Feldern nicht nur gesehen sondern auch gefilmt haben will. In Lyneham selbst, auch das geht aus den Unterlagen hervor, habe man aber keinerlei Kenntnis über ungewöhnliche Flugaktivitäten über der besagten Gegend gehabt.


Während also das UFO-Büro des MoD den Fall zumindest nicht abschließend aufklären konnte, erinnert sich der deutsche Kornkreisforscher Andreas Müller (kornkreise-forschung.de) sehr genau an die damaligen Umstände, kennt die Filmaufnahmen und kann sie zugleich auch erklären:


"Aztek Bird" - Der am 14. Juni 2009 bei Barbury Castle entdeckte Kornkreis. | Copyright: John Montgommery, cropcircleconnector.com

"Die damaligen Zeugen waren ganz aus dem Häuschen, scheint es doch auf dem Video, das auf Youtube in vier Teilen zu sehen ist, tatsächlich so, als navigiere ein scheibenförmiges Flugobjekte unmittelbar über dem Feld und teilweise sogar direkt über einem der Zeugen, die an diesem Abend den erst am selben Vormittag dort entdeckten Kornkreis (...wir berichteten) besucht hatten."


Teil 1


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Teil 2


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Teil 3


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Teil 4


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"Tatsächlich wird die Aufnahme unter Kornkreisforschern schon lange nicht mehr als etwas Ungewöhnliches diskutiert", so Müller, "da es sich bei dem Objekt nicht um ein fliegendes UFO in der Luft, sondern um ein landwirtschaftliches Fahrzeug handelte, das auf dem an einem Hang gelegenen Feld im Hintergrund zu Gange war. Ortskundige kennen die dortigen Felder und ihre Topografie und Nutzung und auch die Art und Weise, wie sich Fahrzeuge auf diesen bewegen. Wer das nicht tut, kann auf den Aufnahmen tatsächlich aber schnell ein UFO erkennen – zumal das gegenscheinende tiefe Abendlicht Konturen in der Ferne verschwimmen lässt."



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In Akte "defe-24-2464-1" findet sich dann auf Seite 147 eine weitere Beobachtung eines mehr als merkwürdig geformten Flugobjekts durch ein Mitglied der Royal Air Force:


"Derzeit diene ich in der RAF und lebe zwei Meilen von der Basis Northolt (im Westen Londons). Am 27. September 2009 habe ich selbst gemeinsam mit drei weiteren Zeugen, einmal um 20:40 Uhr und dann um 20:45 Uhr, unerklärliche Objekte gesehen. Diese Objekte sahen aus wie Feuerbälle, die von Norden nach Süden in Richtung der RAF Northolt flogen. Als diese Lichter Northolt erreichten, erloschen die Feuerkugeln, doch war weiterhin ein Objekt sichtbar, das die Form einer quallenförmigen Kuppel ("jellyfish type dome") aufwies. Ich habe während meiner Dienstzeit in der RAF schon viele Flugzeuge gesehen, kann jedoch ganz ehrlich sagen, dass ich nie etwas von vergleichbarer Natur gesehen habe. Der Himmel war zur Zeit der Sichtung stark von Flugverkehr aus Heathrow frequentiert und diese beiden Objekte glichen nichts vom dem, was ich je zuvor gesehen hatte. Diese Fluggeräte bewegten sich nicht wirklich schnell und etwa 5 Minuten voneinander entfernt. Ich fühle mich davon beschämt, dass ich zwar im Militär diene, aber nicht in der Lage bin, diese Sichtungen zu erklären. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich diese Sichtung melden sollte (...)."


In Akte "defe-24-2623-1" (S. 197-201) berichtet hingegen ein ziviler Zeuge von einer Beinahe-Kollision eines unbekannten Objektes mit einem Passagierflugzeug, die er im Oktober 2007 nahe Portsmouth beobachtet hatte. Der Zeuge beschreibt, wie er vom Garten seines Vater aus, gegen Mittag ein ovales Objekt beobachtete, das einem herannahenden Passagierflugzeug nur knapp und mit hoher Geschwindigkeit auswich (s. Skizze Abb. o.).


Als der Zeuge eine Kamera aus dem Haus geholt hatte, war das Objekt bereits wieder verschwunden. Allerdings gelang es ihm ein weiteres Objekt, das in der Nähe des Standortes des Ersteren erschien, zu filmen. Leider liegen den Originalakten zwar wohl Standbilder aus diesem Video bei, doch sich diese aufgrund der Kopie-Qualität aus den nun von National Archive veröffentlichten Akten kaum erkennbar.


Dieses Objekt blieb, so der Zeuge weiter, für etwa 10 Minuten unbewegt am Himmel, bevor es in den Wolken verschwand. Auf die Anfrage an das Verteidigungsministerium, die auch durch einen NATO-Experten unterstützt wurde, entgegnete das Ministerium nach Prüfung der Radardaten, dass es sich bei dem beobachteten Objekt vermutlich um ein kleineres Privatflugzeug gehandelt hätte, das aufgrund der Position des Zeugen nur den Anschein erweckt habe, als hätte es die Flugbahn des Passagierflugzeugs gekreuzt...


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Von besonderem Interesse bezüglich des Umgang des britischen Militärs mit UFO-Sichtungen durch das eigenen Personal gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit ist zudem die Akte "defe-24-2624-1", die vornehmlich den Bericht von Soldaten des "1st Royal Irish Regiment betrifft", die ihre Beobachtung einer organgefarbenen Lichterflotte am Himmel samt Aufzeichnungen ihrer Mobiltelefone offenbar unautorisiert der Tages- und Boulevardzeitung "The Sun" übermittelt hatten. Besonders interessant in dieser Akte ist das interne Memo der Pressestelle der British Army über das weitere Vorgehen in dieser Sache. Auch wenn die Befürchtungen der Armee-Pressestelle über den rufschädigenden Charakter dieser Sun-Meldung sicherlich begründet waren - nicht zuletzt, da die Soldaten wohl tatsächlich nur asiatische Himmelslaternen gesehen und gefilmt hatten - so wird anhand des Dokuments ein weiteres Mal deutlich, wie entsprechende Stelle im Hintergrund darum bemüht sind, die mediale Berichterstattung im eigenen Sinn zu beeinflussen (...natürlich nicht nur, wenn es um UFO-Sichtungen geht).


Aus der internen E-Mail-Korrespondenz geht zunächst (S. 223) hervor, dass man darum bemüht sei, das Video, das einer der Soldaten an die "Sun" überspielt habe, selbst einzusehen. Zwar habe der betreffende Soldat keinen Freigabevertrag mit der Zeitung unterschrieben, dennoch gehe das MoD nicht davon aus, dass dieser Umstand die "Sun" davon abhalten werde, das Video nicht doch zu veröffentlichen.


Auf Seite 224 erläutert die E-Mail-Korrespondenz den geplanten Umgang (Handling) mit der Situation wie folgt: "Ich (Anm. d. GreWi-Red.: offenbar ist der Autor der E-Mail ein direkter Vorgesetzter des Regiments...?) bin mit dem Geheimdienstoffizier (SIO 5 Div) darin übereingekommen, dass wir die Soldaten für weitere Interviews nicht zur Verfügung stellen. Wir sehen keine Möglichkeit, unseren Standpunkt (bestmöglich) zu vertreten und aus der Sache heraus ergibt sich keinerlei Reputationsgewinn. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Sache als Schwindel herausstellt und so die Soldaten bzw. das Regiment als Dummköpfe erscheinen. Captain "XXXzensiertXXX" hat der 'Sun' schon genug Informationen gegeben, in dem er mit ihnen gesprochen hat und hinzu haben sie schließlich auch das Video. Captain XXX wurde (von der 'Sun')ein Freigabevertrag zugeschickt angesichts dessen ich dem SIO 5 Div vorgeschlagen habe, dass man prüfen solle, ob wir die Veröffentlichung des Videos stoppen können. Ich vermute aber, dass uns das nicht mehr gelingt. Es könnte sein, dass wir uns mit der 'Sun' auf halbem Wege treffen müssen, um sie davon zu überzeugen, dass sie in der Story zumindest nicht erwähnen, wer das Video übermittelt habe. Doch das wäre eine Menge Arbeit.


Aus der Mail geht zudem die Diskussion über den Verstoß der Soldaten gegen die "Defence Instructions and Notices"-Anordnung (DIN Breach) hervor:


"Ich habe Captain XXX bereits erläutert, dass es sich um einen Verstoß gegen die DIN-Anordnung über den Umgang (der Soldaten) mit den Medien handelt und dass die Soldaten hierfür auch zur Verantwortung gezogen werden sollen. Von Captain XXX im Gegenzug jedoch hören zu müssen, dass dieser von diesen Anordnungen nichts gewusst habe, empfinde ich als unerhört. Ich habe Captain XXX gegenüber klar gemacht, dass den Soldaten verständlich zu machen sei, dass sie mit den Medien nichts mehr zu tun haben sollen, selbst wenn sie von diesen in irgendeiner Weise angesprochen werden sollten (...).


Über den zukünftigen Umgang erläutert der Autor der E-Mail: "Jeglicher Zündstoff, der dieser Geschichte gegeben wird, wird einfach nur in einer Menge Arbeit enden. Sollte die 'Sun' die Geschichte morgen bringen (Anm. d.Grewi-Red.: ...was dann auch tatsächlich geschah), so wird dies zu einem erhöhten regionalen Interesse führen. Wie ich dies schon gegenüber Captain XXX ausgeführt habe, werde ich mich jetzt - statt mich noch mit dieser Sache an sich weiter auseinander zusetzten - meine Bemühungen dahingehend lenken, den eigentlich vermeidbaren aber zu erwartenden aggressiven Ansturm der Medien auf die Einheit und die Familien (der Soldaten) zu verhindern. Wenn die Geschichte morgen gebracht wird, wird die Einheit von zahlreichen Medienanstalten kontaktiert werden, die alle einen Teil davon abhaben wollen. Es muss verhindert werden, dass die Einheit weiterhin Teil dieser und voriger Vorgänge wird. Ich wünsche mir, dass sich die (betroffenen) Soldaten nochmals darüber Gedanken machen und sich darüber klar werden, was sie da angerichtet haben."




In der gleichen Akte (
"defe-24-2624-1") finden sich, ab Seite 200, auch umfangreiche Schriftwechsel zur Sichtung und Verfolgung unidentifizierter Lichter durch einen Helikopter der South Wales Police, über die unsere Redaktion damals, im Juni 2008 ausführlich berichtete hatte. Unseren Exklusiv-Bericht mit den Antworten der South Wales Police auf die Anfrage von "grenzwissenschaft-aktuel.de" finden Sie HIER. Bitte beachten Sie hierzu auch die Links zu früheren Meldungen am Ende der damaligen Meldung.

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