Donnerstag, 6. Juni 2013

Namibische San-Jäger untersuchen gemeinsam mit Anthropologen eiszeitliche Fußabdrücke in den Pyrenäen


Einer der zahlreichen gut erhaltener Fußabdruck eiszeitlicher Jäger in den Pyrenäen.
| Copyright: T. Lenssen-Erz


Mettmann (Deutschland) - Eine Expedition deutscher Wissenschaftler bedient sich der Erfahrung und des Wissens von Jägern der namibischen San im Spurenlesen, um mehr über die seit Jahrtausenden unverändert und exzellent erhaltene Fuß- und Handspuren zu erfahren, die eiszeitliche Jäger einst in den Pyrenäen hinterlassen haben.

Dr. Tilman Lenssen-Erz von der Forschungsstelle Afrika an der Universität zu Köln und Dr. Andreas Pastoors vom Neanderthal Museum in Mettmann haben sich zu diesem Zweck mit einigen der besten Spurenlesern Welt, den San-Jägern aus Namibia, den sogenannten Buschleuten, zusammengetan. Die beiden Wissenschaftler selbst sind Experten der Höhlenkunst und Felsbildmalerei.


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Im Juni, so berichtet die Pressemitteilung des Neanderthal Museum in Mettmann, geht es zunächst einmal nach Namibia, um dort die San-Jäger Tsamkxao Cigae, C/wi /Kunta und C/wi G/aqo De!u auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Die Jäger sind hervorragende Fährtenleser, die Details aus den Spuren lesen können, die anderen Betrachtern entgehen. "Die San gehören zu den letzten 'gelernten' Jägern und Sammlern des südlichen Afrika", erklärt Lenssen-Erz. "Die Spuren in den Höhlen werden also von Leuten untersucht, die wirklich etwas davon verstehen."



Symbolbild: Jäger vom Stamme der San gelten als die weltweit besten Fährtenleser.
| Copyright: David Barrie, CC-BY-SA2.0


Im Rahmen des Projekts Projekt "Tracking in Caves" will das Team dann in die Pyrenäen aufbrechen, wo die San die Spuren untersuchen.


Von den Buschmännern wollen die Wissenschaftler mehr als nur die offenkundigen Informationen über Größe und Anzahl der Spuren erfahren: "Wir erhoffen uns ein Plus an Informationen: Ob die Person in Eile war, ob sie vielleicht krank war oder etwas getragen hat - Informationen, die Leben in die Abdrücke bringen", erläutert Pastoors.


Dahinter stehe der Wunsch, die kulturellen Erzeugnisse der Urmenschen besser zu verstehen: "Unsere große Aufgabe ist es, die Höhlenkunst zu interpretieren und herauszufinden, was die Menschen in diesen Höhlen mit den Höhlenbildern gemacht haben. Wir müssen alle Informationen über den Kontext dieser Bilder heranziehen."


Auf einer Pressekonferenz Mitte Juli wollen Forscher und San-Jäger dann an der Universität zu Köln über die Entdeckungen in den eiszeitlichen Bilderhöhlen der südfranzösischen Ariège berichten.


- Während ihrer Expedition werden die Teammitglieder auf der Seite www.trackingincaves.com twittern und einen Blog auf www.uni-koeln.de führen.


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Quelle: neanderthal.de, casc.phil-fak.uni-koeln.de
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