Montag, 24. Juni 2013

Spuk des Pharao? Kamera dokumentiert eine sich wie von Geisterhand bewegende altägyptische Statuette im Manchester Museum


Aufnahmen unterschiedlicher Phasen der Drehbewegung der Statuette.
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Manchester (England) - Im Ägyptischen Museum an der Manchester University scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen - dreht sich doch eine knapp 20 Zentimeter große Opferstatuette des ägyptischen Toten- und zugleich Fruchtbarkeitsgottes Osiris seit einigen Monaten immer wieder wie von Geisterhand in der Vitrine. Während derartige Geschichten gerne in das Reich moderner Großstadtmythen abgeschoben werden, wurde die 180-Grad-Drehung der Statue nun von einer Zeitrafferkamera dokumentiert und sorgt seither für Rätselraten.

UPDATE 22. November 2013: Das Rätsel um die rotierende Statuette konnte gelöst werden. Unsere Meldung dazu finden Sie HIER

"Vor einigen Monaten haben wir bemerkt, dass sich eine unsere Statuetten aus dem Mittleren Reich sehr langsam aber dennoch merklich in ihrer neuen Vitrine in unserer neuen Ausstellung 'Egyptian Worlds' dreht", berichtet der Kurator des Museums, Campbell Price im Museums-Blog "Egypt at the Manchester Museum". "Wir haben eine Zeitrafferkamera aufgestellt, die eine Woche lang jede Minute ein Bild aufnahm und hier ist das Ergebnis."



Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


"Der Grund", so berichtet der Mueums-Blog weiter, "könnten feinste Schwingungen vom Fußballsport oder dem Verkehr von draußen sein. Allerdings steht die Statuette schon seit Jahrzehnten in einer solchen Glasvitrine an nahezu dem gleichen Platz und hat sich noch nie zuvor bewegt. Auch bewegt sich keine der anderen Statuetten in der Vitrine auch nur annähernd. Ein Mysterium? Sehen und urteilen sie selbst."



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Tatsächlich dokumentieren die Zeitrafferaufnahmen eine Drehung der Statue um nahezu 180 Grad innerhalb einer Woche, weshalb sie von Price immer wieder von Hand in ihre, dem Besucher zugewandte, Position zurechtgerückt werden musste.


Die Statuette selbst wurde etwa 1800 v.Chr. von Neb-Senu gefertigt und gelangte 1933 als Spende in das Museum der Manchester University. Auf dem Pfeiler auf der Rückseite befindet sich ein Opfergebet für Verstorbene: "Ein Opfer, welches der König Osiris, dem Herr über das Leben, darbringt. Auf dass diese ein Speiseopfer aus Brot, Bier, Ochsen und Geflügel für das Ka (der altägyptischen Seelenvorstellung) des (Verstorbenen, dessen Name dann auf der Vorderseite solcher Statuetten angebracht wurde) erbringe."



Detailaufnahme der Statuette. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
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Gegenüber der Tageszeitung "Daily Mail" erklärte Price, dass er eine "spirituelle Erklärung" nicht ausschließe: "Eines Tages ist mir aufgefallen, dass sich die Statuette gedreht hatte. Ich war darüber recht verwundert, da ich der einzige bin, der zu der Vitrine einen Schlüssel hat. (Anm. d. GreWi-Red.: Diese Information hat Price mittlerweile wieder revidiert!)


Also drehte ich sie wieder in ihre richtige Position. Doch am nächsten Tag hatte sie sich erneut bewegt. (...) Die Alten Ägypter waren davon überzeugt, dass Statuen als Gefäß für die Seele eines Verstorbenen dienen können, wenn etwa dessen Mumie zerstört wurde. Vielleicht ist es das, was die Bewegung der Statuette erklärt."


Aus der Zeitrafferaufnahme geht allerdings hervor, dass sich die Statuette immer nur während der Tageszeiten und offenbar nicht über 180° hinaus dreht, weshalb kritische Beobachter von einer äußeren Einwirkung auf die Statuette ausgehen.



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Der in England populäre Physiker Brian Cox vermutet, dass es sich um einen Fall von differentieller Reibung der beiden Oberflächen (Statuette und Glas) handelt, die von feinsten Schwingungen ausgelöst werden. "Allerdings befindet sich die Statuette schon immer an einem solchen Platz und sie hat sich noch nie zuvor bewegt", fügt Price hinzu. Auch der Umstand, dass die Statuette schon mehrfach wieder zurückgedreht und dabei ihre Position immer wieder leicht variiert wurde erschwert die Erklärung.

Eine weitere Erklärung könnte, so Price, auch sein, dass die Statuette aus Steatit besteht, der zusätzlich gebrannt wurde und dass sie deshalb auf magnetische Kräfte reagieren könnte.


Doch auch hier stelle sich die Frage, warum die Figur sich erst seit kurzem dreht.
Derzeit denkt Price darüber nach, die Statuette mit Wachs zu fixieren und kommentiert abschließend: "Es wäre faszinierend, wenn sie sich dann imme rnoch drehen würde."


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Quellen: egyptmanchester.wordpress.com, dailymail.co.uk
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