Samstag, 1. Juni 2013

Unerwarteter Etappensieg für GvO-Gegner: Monsanto verabschiedet sich von Europa als Markt


Greenpeace.org


Berlin (Deutschland) - Der mehr als umstrittene Agrar- und Gentechnik-Konzern "Monsanto" lässt sein Geschäft in Europa bis auf Weiteres ruhen. Als Grund hierfür nennen Sprecher des Unternehmens die andauernden Kritik von Umwelt- und Naturschutzaktivisten. Es sei "kontraproduktiv, gegen Windmühlen zu kämpfen".

Wie der Sprecher des Unternehmens, Brandon Mitchener, am Montag gegenüber der "Tageszeitung" mitteilte, betreibe man zukünftig "keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa" mehr. Auch auf neue Feldversuche wolle man bis auf Weiteres verzichten und auch keine Neuzulassungen mehr beantragen.


"Wir haben verstanden, dass das im Moment nicht die breite Akzeptanz hat. (...) Es ist kontraproduktiv, gegen Windmühlen zu kämpfen“, ergänzte eine Sprecherin von Monsanto Deutschland gegenüber der TAZ. Auch Mitchener zufolge ist die Nachfrage der Bauern zu gering. In Deutschland liegt dies zum einen daran, dass seit 2009 keine Genpflanze von Monsanto mehr angebaut werden darf.



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Aus den Aussagen geht allerdings noch nicht hervor, ob Monsanto auch kein gentechnisch verändertes Saatgut mehr in Europa verkaufen wolle. Allerdings ist Europa für das genetisch veränderte Saatgut ohnehin ein relativ unbedeutender Markt. Nur in wenigen Staaten, wie beispielsweise in Spanien, bauen Landwirte in geringem Umfang einzelne GVO-Sorten an, kommentiert die FAZ.


Während Umweltschützer- und -aktivisten den Schritt als großen Etappensieg feiern, zeigt sich auch die Politik verhalten zufrieden. Es handle sich um eine "unternehmerische Entscheidung, die wir nicht zu bewerten haben", sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. "Dass wir der Gentechnik kritisch gegenüber stehen, ist bekannt. (...) Für die Landwirtschaft in Europa haben sich die Heilsversprechen der Gentechnik-Industrie bisher nicht erfüllt.“, so Aigner auf Anfrage der TAZ.


Lediglich die die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan, erklärte hingegen: "Monsantos Entscheidung ist ein Verlust für Deutschland und Europa." Die Volkswirtschaft werde Schaden nehmen...


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