Montag, 22. Juli 2013

Dead Symphony: Klingt so der Tod?


Symbolbild Nahtoderfahrung: Bildausschnitt aus Hieronymus Boschs "Fug zum Himmel". | Copyright: gemeinfrei

Melboune (Australien) - Während die optisch-visuellen Aspekte von Nahtoderlebnissen, etwa das Verlassen des eigenen Körpers, der Blick darauf von oben oder die Reise durch einen Tunnel in Richtung eines hellen Lichts, bereits zahlreich beschrieben und grafisch rekonstruiert wurden, spielten die akustischen Wahrnehmungen von Personen, die dem Tode nahe waren jedoch wiederbelebt werden konnten, bislang kaum eine Rolle in der Erforschung dieses Phänomens. Eine australische Künstlerin hat sich diesen Klangerfahrungen nun angenommen und versucht diese zu rekonstruieren.

Saskia Moore hatte sich zunächst mit der Verbindung zwischen Musik, Erinnerungen und Emotionen beschäftigt und kam so irgendwann auch zu der Frage, was wir hören, wenn wir sterben. "Ich habe mich gefragt, was Menschen wohl hören, wenn sie sterben. Hören wir unsere Lieblingsmusik wenn wir sterben? Was sind die uns beim Sterben begleitenden Klänge? Das hat mich sehr fasziniert und ich habe mich gefragt, ob ich das, was diese Menschen beschreiben tatsächlich in "Musik" übertragen könnte. Auch wollte ich wissen, ob es Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Erfahrungen gibt, ob jeder seinen individuellen Soundtrack hat oder ist es etwas, das diese Menschen noch nie zuvor gehört hatten - kann man das überhaupt beschreiben?"



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In zahlreichen Gesprächen und Interviews mit Personen, die solche Erfahrungen gemacht hatten, mit Ärzten, Pflegepersonal, Sterbebegleitern, Neurologen und Religionsvertretern kam Moore zu der Beobachtung, dass die Sterbenden Klänge und Musik hören, die sie noch nie zuvor gehört hatten:

"Wir hören also offenbar nicht unsere Lieblingsmusik. Aber es sind schöne, harmonische Klänge die sehr ungewöhnlich und fast unbeschreiblich sind. Es scheint eine Art digitaler, synthetischer Klang zu sein. Zumindest ist es das, was viele Menschen beschreiben. Sehr schön und oft wie ein Choral, jedoch mit lang anhaltenden Klängen. Einige beschreiben das Gehörte als sehr melodisch, fast schon wie ein Glockenläuten - jedoch nicht wie das von Kirchenglocken und auch nicht klassisch religiös. Es ist ein fließendes vibrationsartiges und nicht endendes Klangmuster."


Die Künstlerin und Forscherin zeigt sich besonders beeindruckt von den Übereinstimmungen dessen, was die unterschiedlichsten Zeugen während ihrer Nahtoderfahrungen weltweit gehört haben wollen: "Die Menschen, mit denen ich gesprochen habe, kamen alle aus gänzlich unterschiedlichen Hintergründen, waren unterschiedlich alt und hatten ihre Nahtoderfahrung aus den unterschiedlichen Gründen. Dennoch gibt es da diese überall auftretenden Gemeinsamkeiten. Das fasziniert mich besonders."


Saskia Moore hat aus ihren Übersetzungen und Transkriptionen der ihr gegenüber geschilderten akustischen Nahtoderfahrungen in einer "Symphonie des Todes" zusammengestellt, die sie vom 7. bis zum 10. August im Arts Centre Melbourne einem Live-Publikum präsentieren wird. Wer diese Reise nicht auf sich nehmen will oder kann, der hat auch HIER die Möglichkeit, einem kleinen Ausschnitt des Ergebnisses ihrer Arbeit zu lauschen.


Saksia Moore über ihre "Dead Symphony"


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Quellen: saskiamoore.com, artscentremelbourne.com.au, dailygrail.com
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