Freitag, 12. Juli 2013

Geköpfte Plattwürmer regenerieren Kopf samt Erinnerungen


Die vollständige Kopfregeneration einer Planarie.
| Copyright/Quelle: Shomrat u. Levin / jeb.biologists.org


Medford (USA) - In Experimenten haben US-Forscher herausgefunden, dass geköpfte Plattwürmer nicht nur ihren Nacken, Kopf und das Hirn vollständig nachwachsen lassen, sondern damit einhergehend auch einstige Erinnerungen bzw. einstige Fähigkeiten wieder herstellen können.

"Es bedarf nur ein klein wenig Übung, und alles, was die Würmer vor dem Köpfen konnten, war wieder vollständig vorhanden", erläutern die Forscher Tal Shomrat und

Michael Levin von der Tufts University aktuell in der Fachzeitschrift "Journal of Experimental Biology" (DOI: 10.1242/jeb.087809).

Zuvor hatten die Forscher das Erinnerungsvermögen der Plattwürmer, sogenannter Planarien, getestet, in dem sie beobachteten, wie lange die einzelnen Tiere benötigten, um in einem kontrollierten Experiment an eine Futterquelle zu gelangen. Obwohl die Würmer für gewöhnlich offene Räume und helles Licht meiden, wurden sie zuvor darauf trainiert, diese Umstände zu ignorieren, um an ihre Mahlzeiten zu gelangen.


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Auch nach dem Köpfen und der darauf folgenden Regeneration von Nacken, Kopf und Hirn wurden die Würmer trainiert, ihre besagten Ängste zu überwinden, um an das Futter zu kommen. "Allerdings, dauerte es eine Weile, bis die Erinnerungen der Tiere wieder zurückkamen", so die Forscher. "Jeder wurm musste zunächst wieder an sein früheres Wissen erinnert werden. Allerdings brauchte es hierzu im Gegensatz zum ursprünglich langwierigen Training nun nur noch eine Trainingseinheit."


Wie dies möglich ist, ist den Forschern jedoch noch größtenteils unklar. Sie vermuten jedoch, dass zwar das Verhalten der Plattwürmer von ihrem Gehirn kontrolliert wird, dass jedoch ein Teil ihrer Erinnerungen in anderen Teilen des Körpers gespeichert werden. Alternativ könnte das ursprüngliche Gehirn der Planarien das Nervensystem verändert haben, woraufhin das Nervensystem die Regeneration des neuen Hirns beeinflusst haben könnte.


Weitere Untersuchungen seien notwendig, um herauszufinden, wie genau Planarien ihre einstigen Erinnerungen wieder erlangen. Ziel der Forschung ist die Hoffnung der Wissenschaftler, ihre Erkenntnisse auf das menschliche Erinnerungsvermögen zu übertragen. Schon heute werden Ergebnisse von Untersuchungen an Planarien erfolgreich auf die Behandlung von Drogenabhängigkeit und für den Entzug angewendet.


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