Dienstag, 2. Juli 2013

Magnetfelder junger Roter Zwergsterne stellen Leben auf potentiell lebensfreundlichen dortigen Planeten in Frage


Künstlerische Darstellung der Art und Weise, wie Sonnenwinde einen Großteil der einstigen Atmosphäre des Mars ins All gerissen haben könnten (Illu.).
| Copyright: NASA

St. Andrews (Schottland) - Nahezu zeitgleich mit der Meldung darüber, dass es wahrscheinlich im Umfeld Roter Zwergsterne doppelt so viel potentiell lebensfreundliche Planeten gibt als bislang angenommen (...wir berichteten), dämpft eine andere aktuelle Studie schottischer Wissenschaftler die Hoffnung, auf derartigen Planeten Leben finden zu können. Die besonders starken Magnetfelder junger Roter Zwerge könnten die ihrer Planeten regelrecht zerquetschen und so die Oberfläche dieser Welten ungeschützt der lebensfeindlichen stellaren und kosmischen Strahlung aussetzten.

Auch unsere Erde wäre ohne das schützende Magnetfeld wahrscheinlich kein Ort des Lebens. Doch schon in unserem Sonnensystem wird das Magnetfeld der Erde durch den Druck des Sonnenwindes auf die der Sonne zugewandten Seite stark verformt und dahinter zu einem Schweif gestreckt. Da Rote Zwerge jedoch deutlich kleiner und lichtschwächer sind als unsere Sonne, liegt ihre "habitable Zone" (also jener Abstandsbereich, innerhalb dessen ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser und damit Leben, wie wir es auf der Erde kennen möglich wäre) deutlich näher als bei sonnenähnlichen oder gar Riesensternen.


Wie die Forscher um Aline Vidotto von der University of St. Andrews auf der Grundlage jüngster Beobachtungen aktuell auf dem britischen National Astronomy Meeting berichteten, besitzen aber gerade junge Rote Zwerge oft besonders starke Magnetfelder, deren Auswirkungen auf die Planeten in den "grünen Zonen" sie anhand von Computersimulationen simuliert haben.


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Das Ergebnis dieser Simulationen zeigt, dass der extreme Druck der stellaren Magnetfelder die schützende Magnethülle von Planeten, die einen solchen Stern innerhalb der "habitablen Zone" und damit vergleichsweise dicht umkreisen, stark zusammenpressen würde. Dies könne im Extremfall sogar soweit gehen, dass die Magnetfeldlinien sogar direkt auf der Planetenoberfläche aufliegen könnten und damit ein Großteil der Atmosphäre der schädlichen Strahlung schutzlos ausgesetzt wäre. Selbst wenn solche Planeten über eine Lufthülle verfügen würden, würde diese - und damit die Grundlage für Leben - auf diese Weise relativ schnell ins All gerissen.


Auf derartigen stellaren Magnetfeldern ausgesetzten Planeten, könne demnach nur dann Leben entstehen und sich entwickeln, wenn diese Planeten entweder selbst über genügend starke und damit widerstandsfähige Magnetfelder verfügen oder aber, wenn sie ihren Stern derart weit entfernt umkreisen, dass sie von dessen Magnetfeldern nicht mehr entsprechend beeinflusst werden. Letzteres Szenario erhöhe dann aber auch das Risiko, dass ein entsprechender Planet zu weit von seinem Stern entfernt wäre, als das Wasser weiterhin in flüssiger und nicht in gefrorener Form existieren könnte.


Wenn ein Planet aber die magnetisch aktive Jugendzeit seines Roten Zwergsterns überstanden habe und sich der Stern nur noch einmal in wenigen Monaten um sich selbst dreht, steige mit dem Abschwächen der stellaren Magnetfelder auch wieder die Chance für lebensfreundliche Bedingungen.


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Quellen: ras.org.uk, st-andrews.ac.uk
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