Freitag, 16. August 2013

Anden-Indio soll 123 Jahre alt sein

 
Geboren 1890: Carmelo Laura Flores. | Copyright: Servicio de Registro Cívico de La Paz

La Paz (Bolivien) - Während der New Yorker Salustiano Sánchez Blázquez laut dem Guiness-Buch der Rekorde mit 112 Jahren der derzeit offiziell älteste lebende Mensch ist, soll der Bolivianer Carmelo Laura Flores vom Stamme der Aymara-Indios ganze 123 Jahre alt sein. Zumindest bestätigte die Einwohnerbehörde von La Paz nun das in den Papieren von Flores beurkundete Uralter des Mannes.

Wie lokale Medien berichten, lebt Carmelo Flores in der Gemeinde Frasquia in der Provinz Omasuyos. Er selbst hat drei Söhne, von denen jedoch nur noch einer am Leben ist. Dafür blickt der 123-Jährige jedoch auf insgesamt 16 Enkel und 39 Urenkel.

Das Geheimnis seiner Langlebigkeit führt der am 16. Juli 1890 Geborene selbst auf die lokalen Produkte zurück, von denen er sich ernährt und mit welchen er seine für sein fortgeschrittenes Alter vergleichsweise milden Leiden selbst behandelt. Seine Nahrung besteht demnach hauptsächlich aus dem Höhen-Getreide Quinoa, aus Anden-Kartoffeln und Stinktierschmalz.


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Nach einem Besuch vor Ort, bestätigte nun ein Regierungssekretär der Provinz La Paz das hohe Alter von Carmelo Flores und überzeugte sich zugleich von dessen vergleichsweise gutem und stabilen Gesundheitszustand. Er sei zwar etwas schwerhörig und habe einige Schwierigkeiten beim Gehen, sei aber sonst in guter gesundheitlicher Verfassung.

Sollte sich das Alter Flores' weiterhin bestätigen lassen, wäre er der bislang älteste eindeutig als solcher nachgewiesene Mensch. Bisher hielt dieses Rekord die Französin Jeanne Calmet aus Arles inne. Am 21. Februar 1875 geboren, hatte die am 4. August 1997 im Alter von 122 Jahren und 164 Tagen verstorbene Jeanne als Kind noch den Maler Vincent van Gogh kennengelernt.

Hintergrund: Quinoa
Spätestens seit die NASA Quinoa wegen dessen hohen Eiweißwerten und einzigartige Aminosäurestruktur für die Ernährung von Astronauten als "neues Getreide" entdeckt hat, steigt auch das Interesse an dem "Inka-Korn" auch in den westlichen Ländern immer mehr an.

 
 Quinoa-Anbau auf 3800 m ü. M. in Apurímac, Peru. | Copyright: Maurice Chédel, gemeinfrei

In Südamerika wird das Getreide hingegen schon seit rund 6.000 Jahren gemeinsam mit Amarant als Hauptnahrungsmittel besonders in den Hochebenen der Anden angebaut, da hier Mais nicht mehr kultiviert werden konnte. Während der spanischen Eroberungszüge gegen die Inka und Azteken im 16. Jahrhundert unter Pizarro und Cortés wurde der Anbau von Quinoa und Amarant verboten und sogar unter Todesstrafe gestellt, um so die Völker zu schwächen. Aus diesem Grund blieb das als "unchristlich" eingestufte Nahrungsmittel in Europa bis in das 20. Jahrhundert hinein nahezu unbekannt - erlebt jedoch seit einigen Jahrzehnten besonders in der Bio-Industrie einen Boom.


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