Montag, 5. August 2013

Archäologen finden angebliches Stück vom Kreuz Jesu


Detailausschnitt einer zeitgenössischen Illustration der Auffindung des wahren Kreuzes aus der Biblioteca Capitolare, um ca. 825.
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Sinop (Türkei) - Der Legende nach, soll die Heilige Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin, im Jahre 326 bei von ihr angewiesenen Ausgrabungen auf Golgotha neben dem Grab auch das wahre Kreuz Jesu Christi gefunden und in Teilen an Kirchenführer in Jerusalem, Rom und Konstantinopel geschickt haben. Teile eben dieses bis heute umstrittenen Kreuzfundes wollen türkische Archäologen nun bei Ausgrabungen nahe Sinop entdeckt haben.

Wie die türkische Tageszeitung "Hürriyet" berichtet, erklärte die Leiterin der Grabungen in der rund 1.350 Jahre alten Balatlar-Kirche, Gülgün Köroglu von der Mimar Sinan Üniversitesi, man habe eine kleine Steinkiste gefunden, die mit einem Kreuzsymbol verziert sei und in deren Inneren sich ein Stück Holz befinde.

Hierbei, so die Kunsthistorikerin handele es sich wahrscheinlich um einen symbolischen Sarg für die Reliquien einer Heiligen Person - vermutlich um einen Teil des angeblichen Kreuzes Christi.


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Seit 2009 arbeiten die Archäologen an den Ausgrabungen der um das Jahr 660 errichteten Kirche aus byzantinischer Zeit, an deren Stelle man bereits Ruinen eines römischen Bades und mehr als 1.000 menschliche Skelette gefunden habe.

Um die Frage, ob es sich bei derartigen Reliquien tatsächlich um Teile des Kreuz Jesu' oder überhaupt um Holz von Kreuzen aus der Zeit der Kreuzigung handelt, rankt sich schon von jeher eine nicht enden wollende Kontroverse. Schon im sechzehnten Jahrhundert witzelte der protestantische Theologe Johannes Calvin darüber dass - so seine Behauptung - alle Teile des sogenanten "wahren Kreuzes", die weltweit als Reliquien aufbewahrt werden würden, zusammengesetzt wohl eine ganze Schiffsladung ergeben würden. Im 19. Jahrhundert ergab eine Untersuchung des französischen Archäologen Charles Rohault, auf den sich auch die katholische Enzyklika beruft, hingegen, dass alle katalogisierten Kreuz-Reliquien zusammen nur ein Drittel eines drei bis vier Meter großen Kreuzes ausmachen würden. Derartigen Kontroversen zum Trotz werden heutzutage in zahlreichen Kirchen Kreuzreliquien als Teile des "wahren Kreuzes" aufbewahrt und von Gläubigen verehrt. Die meisten davon, oft vergleichsweise kleine Teile bis hin zu Splittern, sollen über zahlreiche Umwege, vornehmlich durch Kreuzfahrer im 13. Jahrhundert nach Europa gelangt sein. Berühmte Kreuzreliquien Mitteleuropas finden sich u.a. im Münster zu Schwäbisch Gmünd, als Teil der Reichskleinodien in der Wiener Schatzkammer und im Klosterschatz der ehemaligen Prämonstratenserabtei Rüti.

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Quelle: hurriyet.com.tr
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