Mittwoch, 7. August 2013

Astronomen fotografieren den bislang kleinsten Exoplaneten um einen sonnenähnlichen Stern


Durch Abdeckung seines Sterns wird der Planet "GJ 504b" (o.r.) im infraroten Lichtspektrum deutlich.
| Copyright: Goddard Space Flight Center/NOAJ


Greenbelt (USA) - Mit Infrarotdaten des "Subaru Telescope" auf Hawaii ist es US-Astronomen gelungen, den bislang masserärmsten Planeten um einen sonnenähnlichen Stern direkt abzubilden. Zugleich stellt der Planet existierenden Theorien über die Entstehung von Gasriesen in Frage.

Wie die Forscher um Michael McElwain vom Goddard Space Flight Center der NASA in einer zukünftigen Ausgabe des "The Astrophysical Journal" berichten, umkreist der Planet den etwa 57 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern "GJ 504" im Sternbild Jungfrau, besitzt die rund vierfache Masse des Jupiters, jedoch in etwa dessen Größe und eine atmosphärische Temperatur vom rund 237 Grad Celsius. Das Alter des "GJ 504"-Systems schätzen die Astronomen auf erst 160 Million Jahre.


"Wenn wir zu diesem Planeten reisen könnten, so würden wir diese Welt immer noch von ihrer Entstehungshitze angefacht in einer dunkelrosaroten Farbe leuchten sehen", so McElwain. "Durch die Augen unseres Infrarotteleskops erscheint er allerdings viel blauer als alle anderen bislang direkt abgebildeten Exoplaneten. Das könnte darauf hindeuten, dass es in seiner Atmosphäre weniger Wolken gibt."


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Der Planet (GJ 504b) umkreist seinen Stern in einem Abstand von etwa der neunfachen Entfernung zwischen Jupiter und Sonne und stellt somit die existierende Theorie über die Entstehung von Gasriesen in Frage. Laut dem bislang weitgehend akzeptierten sogenannten Kernakkretionsmodell entstehen jupiterartige Planeten in der gasreichen Trümmerscheibe um junge Sterne. Durch Kollisionen von Asteroiden und Kometen bilden sich Kerne, die - wenn sie genügend Masse erreichen - sehr schnell Gase aus der Scheibe anziehen und so zu einem Gasriesen werden.



Künstlerische Darstellung des "GJ 504"-Systems.
| Copyright: Goddard Space Flight Center/S. Wiessinger


Während dieses Modell zwar recht gut auf Planeten auf Umlaufbahnen bis zu jener unseres Neptuns (also dem etwa 30-fachen Abstand zwischen Erde und Sonne = 1 Astronomische Einheit, AE) angewendet werden kann, stellen weiter außerhalb dieser Grenze umkreisende Planeten dieses Modell in Frage. "GV 504b" umkreist seinen Stern nun in einem Abstand von etwa 43,5 AE.


"Dieser Planeten gehört zu den bislang am schwersten traditionell zu erklärenden Exoplaneten", gesteht denn auch Markus Janson von der Princeton University ein. "Seine Entdeckung legt nahe, dass wir ernsthaft über alternative Erklärungstheorien für die Entstehung solcher Planeten oder über eine Neueinschätzung der Annahmen des Kernakkretionsmodells nachdenken müssen."


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: NASA
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE